Masterarbeit, 2014
66 Seiten, Note: 1,0
1. Persönliche Verbindung zu Private Equity
2. Beschreibung meiner Praxissituation und Definition der Fragestellungen
2.1. Kurzbeschreibung meiner Aktivitäten im Bereich Private Equity
2.2. Konkret erfahrene ethische Dilemmatas
2.3. Fragestellungen dieser Arbeit
3. Philosophie
3.1. Auswahl der relevanten Autoren
3.2. Theoretische Grundlagen der Wirtschaftsethik von Peter Ulrich
3.3. Theoretische Grundlagen der Wirtschaftsethik von Karl Homann
3.4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Positionen Ulrichs und Homanns
3.5. Gewinnmaximierung aus der Sicht der Autoren Ulrich und Homann
4. Private Equity aus der Sicht der wirtschaftsethischen Positionen
4.1. Vertretbarkeit des Handels mit Unternehmen
4.2. Vertretbarkeit hoher Gewinne
4.3. Zusammenhang zwischen Finanzkraft und ethischem Verhalten
4.4. Ethische Problematik der bewusst hohen Verschuldung
4.5. Gesamtbeurteilung von Private Equity aus wirtschaftsethischer Sicht
4.6. Persönliche Schlussfolgerungen des Autors
4.7. Klärungsbedarf/ mögliche weiterführende Arbeiten
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der wirtschaftlichen Tätigkeit von Private-Equity-Investoren und den ethischen Anforderungen einer sozial verantwortlichen Marktwirtschaft, um zu prüfen, ob die in der öffentlichen Debatte oft als "Heuschrecken" bezeichneten Akteure aus wirtschaftsethischer Sicht kritisch zu beurteilen sind.
4.4. Ethische Problematik der bewusst hohen Verschuldung
PEF werden häufig dafür kritisiert, dass von ihnen übernommene Unternehmen eine hohe Verschuldung aufweisen. Regelmässig setzen die finanzstarken Investoren bei den Übernahmen minimale eigene Mittel ein. Ein möglichst hoher Anteil der Kaufpreise wird durch Bankkredite finanziert. Der Grund dafür ist der sogenannte Leverage-Effekt. Im Falle einer Unternehmenswertsteigerung wird mittels einer möglichst tiefen Eigenfinanzierung eine optimale Rendite erzielt. Der Leverage-Effekt wird in der Beilage 3 anhand eines einfachen Beispiels (Kauf und Verkauf eines Hauses mit unterschiedlich hohen Hypotheken) erklärt.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Nutzung des Leverage-Effekts nachvollziehbar und sinnvoll. Das Vorgehen ist legal und die Banken gehen die entsprechenden Risiken bewusst ein. Für die hohen Bankkredite müssen hohe periodische Rückzahlungen geleistet werden, welche durch die Unternehmen zu erwirtschaften sind.
Aufgrund dieser Finanzierungsstrukturen sind die Spielräume der Unternehmen bezüglich Liquidität oftmals stark begrenzt. Eine Verschlechterung des Geschäftsgangs oder die Notwendigkeit einer nicht geplanten Investition können dazu führen, dass Liquiditätsprobleme entstehen.
Aus ökonomischer Sicht wird argumentiert, dass diese Ressourcenknappheit das Management motiviert, mit den vorhandenen Mitteln haushälterisch umzugehen und keine sinnlosen Investitionen wie beispielsweise Prestige-Projekte zu tätigen. Es resultiert eine disziplinierende Wirkung und häufig eine Effizienzsteigerung.
Aus ethischer Sicht ist die Praxis der bewusst hohen Verschuldung jedoch zu hinterfragen. Leider nehmen weder Ulrich noch Homann zum Thema der Verschuldung bei den von PEF strukturierten Transaktionen Stellung. Es muss also der Versuch unternommen werden, aufgrund ihrer allgemeinen Positionen entsprechende Thesen abzuleiten.
1. Persönliche Verbindung zu Private Equity: Der Autor erläutert seine berufliche Vergangenheit als Mitakteur bei verschiedenen Investitionen und seine erste Berührung mit der öffentlichen "Heuschrecken"-Debatte.
2. Beschreibung meiner Praxissituation und Definition der Fragestellungen: Darstellung der eigenen Investitionstätigkeit sowie Identifikation von Dilemma-Situationen, aus denen vier zentrale Forschungsfragen abgeleitet werden.
3. Philosophie: Umfassende theoretische Auseinandersetzung mit den Wirtschaftsethik-Ansätzen von Peter Ulrich und Karl Homann, inklusive eines Vergleichs ihrer Positionen.
4. Private Equity aus der Sicht der wirtschaftsethischen Positionen: Anwendung der theoretischen Grundlagen auf die Praxis des Private Equity, unter Berücksichtigung von Handel, Gewinn, Finanzkraft und Verschuldung.
Private Equity, Wirtschaftsethik, Peter Ulrich, Karl Homann, Gewinnmaximierung, Leverage-Effekt, Unternehmensethik, Finanzkapitalismus, Soziale Marktwirtschaft, Unternehmenshandel, Stakeholder-Ansatz, Standortwettbewerb, Moral, Wirtschaftsordnung, Verschuldung.
Die Arbeit beleuchtet die Private-Equity-Branche aus einer wirtschaftsethischen Perspektive, um die Kritik an solchen Investoren auf ihre moralische Haltbarkeit hin zu prüfen.
Die Arbeit behandelt die ethischen Grundlagen der Marktwirtschaft, die Rolle der Gewinnmaximierung, die Auswirkungen von hoher Fremdfinanzierung sowie die moralische Verantwortung von Investoren.
Das Ziel ist es, objektiv zu untersuchen, ob Private-Equity-Investoren ethisch als "Heuschrecken" verurteilt werden müssen oder ob ihr Handeln innerhalb einer Marktwirtschaft ethisch vertretbar bleibt.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse der wirtschaftsethischen Konzepte von Peter Ulrich und Karl Homann, die er auf seine eigene praktische Erfahrung und konkrete Dilemma-Situationen anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Diskussion der Ansätze von Ulrich und Homann sowie eine praxisnahe Anwendung dieser Theorien auf die spezifischen Geschäftspraktiken von Private-Equity-Fonds.
Zu den Kernbegriffen zählen Private Equity, Wirtschaftsethik, Gewinnmaximierung, Leverage-Effekt sowie die Begriffe Unternehmensethik und soziale Marktwirtschaft.
Er erkennt an, dass der Effekt betriebswirtschaftlich legal und oft disziplinierend wirkt, räumt jedoch ein, dass die damit verbundene hohe Verschuldung ethisch problematisch ist, da sie das Management unter existenziellen Druck setzt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Begriff der "Heuschrecken" für Private-Equity-Investoren unangemessen ist, da diese sich meist gesetzeskonform verhalten und ihr Handeln in der Regel keinen intrinsisch unethischen Tatbestand darstellt.
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