Bachelorarbeit, 2010
52 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Kind beim rechten Namen nennen — zur Terminologie
2.1 Adverbiale Adjektive
2.2 Adjektivadverb
2.3 Das terminologische Adjektiv-Adverb-Kontinuum
3 Historische Entwicklung der Adjektiv/Adverb-Problematik
3.1 Althochdeutsch
3.2 Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch
4 Adverbendungen in anderen europäischen Sprachen
5 Die Verortung im Adjektiv-Adverb-Kontinuum: Argumentationsgänge in Grammatiken des Deutschen
5.1 Grammatik verstehen Wort (BOETTCHER)
5.2 Deutsche Syntax (PITTNER / BERMAN)
5.3 Deutsche Grammatik (GALLMANN / SITTA)
5.4 Grundriss der deutschen Grammatik (EISENBERG)
5.5 Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht (HELBIG / BUSCHA)
6 Ein kritischer Vergleich zwischen den Wortarteneinteilungen zugrundeliegenden Kriterien
6.1 Das morphologische Kriterium der Flektierbarkeit
6.2 Das morphologische Kriterium der Komparierbarkeit
6.3 Das syntaktische Kriterium der Distribution
6.4 Das syntaktische Kriterium der Funktion im Satz
6.5 Das semantische Kriterium der Bedeutung im Satz
7 Adjektiv oder Adverb? Eine syntaktisch motivierte Antwort!
7.1 Wie grammatisch sind Wörter?
7.2 Wortarten: strukturelle Kategorien — syntaktisch gesteuert
8 Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kategorisierungsproblematik prozessbezogener Modaladverbiale im Deutschen und analysiert, warum die Zuordnung zu Wortarten wie Adjektiv oder Adverb in der linguistischen Literatur so uneinheitlich gehandhabt wird. Ziel ist es, die Schwachstellen gängiger morphologischer und syntaktischer Klassifikationskriterien aufzudecken und einen alternativen, syntaktisch motivierten Lösungsansatz zu formulieren.
Die Verortung im Adjektiv-Adverb-Kontinuum: Argumentationsgänge in Grammatiken des Deutschen
Nachdem Kap. 2 gezeigt hat, dass in jedem Fall auf terminologischer Ebene ein Adjektiv-Adverb-Kontinuum vorliegt, soll Kap. 5 nun veranschaulichen, wie einschlägige Gebrauchsgrammatiken des Deutschen schnell in Beispiel (1) hier zitiert als (28) im Hinblick auf seine Wortart klassifizieren, ergo in diesem Kontinuum verorten.
(28) Niels läuft schnell.
Hierzu werden die Argumentationsgänge der einzelnen Grammatiken in puncto Wortartenklassifikation lediglich referiert, ohne dabei mögliche „Schwachstellen“ der angeführten Kriterien besonders hervorzuheben und zu diskutieren; dies wird in Kap. 6 ausführlich geschehen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Wortartenklassifikation bei prozessbezogenen Modaladverbialen ein und stellt die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen vor.
2 Das Kind beim rechten Namen nennen — zur Terminologie: Dieses Kapitel problematisiert die verwirrende und inkonsequente Terminologie wie "Adverbiales Adjektiv" oder "Adjektivadverb".
3 Historische Entwicklung der Adjektiv/Adverb-Problematik: Es wird dargelegt, wie morphologische Sprachwandelprozesse vom Althochdeutschen zum Neuhochdeutschen die heutige Konfusion verursachten.
4 Adverbendungen in anderen europäischen Sprachen: Ein Exkurs zeigt, dass andere Sprachen explizite Adverbmarkierungen etablieren konnten, was das Deutsche im Vergleich als Sonderfall erscheinen lässt.
5 Die Verortung im Adjektiv-Adverb-Kontinuum: Argumentationsgänge in Grammatiken des Deutschen: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie fünf ausgewählte Grammatiken die Wortartbestimmung in ihren Werken handhaben.
6 Ein kritischer Vergleich zwischen den Wortarteneinteilungen zugrundeliegenden Kriterien: Die zentralen Kriterien Flektierbarkeit, Komparierbarkeit, Distribution, syntaktische Funktion und semantische Bedeutung werden kritisch auf ihre Validität geprüft.
7 Adjektiv oder Adverb? Eine syntaktisch motivierte Antwort!: Der Autor präsentiert einen eigenen Lösungsansatz, der die Wortart als syntaktisch induzierte strukturelle Kategorie versteht.
8 Konklusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit eines distributionell-motivierten Ansatzes in der Grammatik.
Adjektiv, Adverb, Modaladverbiale, Wortartenklassifikation, Distribution, Flektierbarkeit, Syntax, Sprachwandel, strukturelle Kategorie, Grammatik, Linguistik, syntaktische Funktion, Komparierbarkeit, Sprachsystem, Theoriebildung.
Die Arbeit untersucht die Schwierigkeiten bei der eindeutigen Zuordnung von Wörtern wie "schnell" zu den Wortarten Adjektiv oder Adverb in der deutschen Sprache.
Das Werk deckt die Terminologie, die historische Sprachentwicklung, den Vergleich mit anderen europäischen Sprachen sowie die theoretischen Argumentationslinien moderner Standardgrammatiken ab.
Die Arbeit fragt danach, wie prozessbezogene Modaladverbiale korrekt kategorisiert werden können und warum bestehende Klassifikationssysteme dabei oft an ihre Grenzen stoßen.
Es erfolgt eine deskriptive Analyse sowie ein kritischer Vergleich linguistischer Konzepte, ergänzt durch einen eigenen theoretischen Entwurf, der auf strukturalistischen und generativen Prinzipien basiert.
Der Hauptteil evaluiert die gängigen Kriterien der Wortarteneinteilung – namentlich Flektierbarkeit, Komparierbarkeit, Distribution und syntaktische Funktion – und deckt dabei theoretische Inkonsistenzen in den untersuchten Grammatiken auf.
Zu den prägenden Begriffen zählen Adjektiv-Adverb-Problematik, Distribution, syntaktische Kategorie und der Streit um lexikalisch inhärente vs. syntaktisch induzierte Wortarten.
Er argumentiert, dass die Kombination dieser beiden Ebenen (z.B. in Begriffen wie "adverbiales Adjektiv") didaktisch und linguistisch inadäquat ist, da sie die strukturellen Gegebenheiten der deutschen Syntax verkennt.
Der Autor schlägt vor, Wortarten als "strukturelle Kategorien" zu begreifen, die nicht lexikalisch im mentalen Lexikon verankert sind, sondern erst durch die spezifische syntaktische Konfiguration eines Satzes induziert werden.
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