Magisterarbeit, 2014
186 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Stalking
Alexandra, die erotomane Stalkerin: „Christine Fehér – Jeder Schritt von dir (2009)“
Aufbau / Paratext
Figuren / Der Beziehungskonflikt
Der Stalkingaspekt innerhalb des Beziehungskonflikts
Alexandra und das Erotomanie-Konzept nach Hoffmann
Fazit: Christine Fehér – Jeder Schritt von dir
Portrait einer Borderline-Erotomanie: „Dianne Bates – Liebt mich (2008)“
Aufbau / Paratext
Sophies Krankheitsgeschichte und der Beziehungskonflikt
Der Stalkingaspekt innerhalb des Beziehungskonflikts
Sophie und das Borderline-Erotomanie-Konzept nach JR Meloy
Fazit: Dianne Bates – Liebt mich!
Till, der inkompetente Verehrer: „Brigitte Blobel – Liebe wie die Hölle (2003)“
Aufbau / Paratext
Figuren / Der Beziehungskonflikt
Der Stalkingaspekt innerhalb des Beziehungskonflikts
Der inkompetente Verehrer
Fazit: Brigitte Blobel – Liebe wie die Hölle
Kevin, der morbide, krankhafte Stalker: „Margot Berger – Schwere Zeiten für Julia (2008)“
Aufbau / Paratext
Figuren / Der Beziehungskonflikt
Der Stalkingaspekt innerhalb des Beziehungskonflikts
Stalking und Gewalt: Kevin, der morbide, krankhafte Stalker
Fazit: Margot Berger – Schwere Zeiten für Julia
Caroline, die psychotische erotomane Stalkerin: „Patricia Mennen – Du gehörst mir allein (2007)“
Aufbau / Paratext
Figuren / Der Beziehungskonflikt
Der Stalkingaspekt innerhalb des Beziehungskonflikts
Erotomanie und psychotische Störung
Fazit: Patricia Mennen – Du gehörst mir allein
Portrait eines Prominentenstalkers: „Monika Feth – Der Schattengänger (2009)“
Aufbau / Paratext
Figuren / Der Beziehungskonflikt
Der Stalkingaspekt innerhalb des Beziehungskonflikts
Prominentenstalking
Fazit: Monika Feth – Der Schattengänger
Ausblick: Stalking in der Erwachsenenliteratur
Fazit
Diese Arbeit untersucht die Darstellung und psychologische Spezifik von Stalking-Phänomenen in aktueller Kinder- und Jugendliteratur. Im Fokus steht dabei die Analyse der Beziehungskonflikte zwischen Tätern und Opfern, um zu ermitteln, ob die Handlungen psychologisch nachvollziehbar dargestellt werden und welche Interventionsstrategien die Romane anbieten.
Stalking
Das englische Wort ,Stalking‘ stammt aus der Jägersprache und bedeutet ursprünglich „sich anpirschen“, „anschleichen“ (Hoffmann 2006b: 9), Wild aufspüren und es verfolgen (Hoffmann 2006a: 1). Der Anglizismus hat sich – wie das Wort ,Mobbing‘ – als Begriff im Deutschen etabliert (Hoffmann 2006b: 9). Es ist jedoch schwierig, den Begriff eindeutig zu definieren. Man assoziiert damit ständige einseitige Telefonversuche, lange und häufige E-Mails und Briefe, Auflauern, Verfolgen, abwechselnde Drohungen und Liebesbekundungen. Jedoch ist keiner dieser Kontaktversuche wie auch andere Verhaltensweisen immer präsent, denn jeder Stalker ist anders. Es gibt keine eindeutige Ursache und Motivation für das Stalking. Es handelt sich jedes Mal um ein unterschiedliches Bündel an Emotionen, Beweggründen und Verhaltensweisen, welche sich hinter dem Handlungsmuster verbergen. Hauptsächlich handelt es sich um einseitiges Kontaktstreben: Der Stalker möchte eine Verbindung zum Opfer aufbauen oder aufrecht erhalten, dieses versucht jedoch, jenen aus seinem Leben und Gedächtnis zu verbannen. Stalking ist also eine Interaktion, welche von einer auffälligen Asymmetrie geprägt ist (Hoffmann 2006a: 1).
In einer der ersten Definitionen von Stalking spricht Michael A. Zona von einem „unnormal langen Muster von Bedrohung und Belästigung, das gegen ein bestimmtes Individuum gerichtet ist“ (Zona 1993: 896). Man kann also von Stalking sprechen, wenn das Verhalten, welches als grenzverletzend und unerwünscht wahrgenommen wird, mehr als einmal auftritt und Angst oder Besorgnis auslöst. Es handelt sich dabei um mehrfache Kontaktaufnahme, Annährung oder Belästigungen, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg ziehen, sich auf eine spezifische Person richten und dabei die Regeln sozialer Interaktion überschreiten. Heutzutage wird in zahlreichen Publikationen der Begriff ,obsessive Belästigung‘ anstelle von Stalking verwendet, um auch den psychologischen Aspekt der Obsession hervorzuheben (Hoffmann 2006a: 2,3).
Einleitung: Einführung in das Phänomen Stalking und die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung in der Jugendliteratur.
Stalking: Definition des Begriffs sowie historische und psychologische Einordnung des Stalking-Phänomens.
Alexandra, die erotomane Stalkerin: „Christine Fehér – Jeder Schritt von dir (2009)“: Analyse einer erotomanen Stalkerin, die ihr Opfer Arved aufgrund eines Kindheitstraumas verfolgt.
Portrait einer Borderline-Erotomanie: „Dianne Bates – Liebt mich (2008)“: Untersuchung der Stalking-Beziehung zwischen einer jungen Schülerin mit Borderline-Symptomatik und ihrer Therapeutin.
Till, der inkompetente Verehrer: „Brigitte Blobel – Liebe wie die Hölle (2003)“: Porträt eines inkompetenten Verehrers, der sein Opfer Marcia durch psychischen Druck und Gewalt verfolgt.
Kevin, der morbide, krankhafte Stalker: „Margot Berger – Schwere Zeiten für Julia (2008)“: Analyse eines Täters, der das Pferd seines Opfers als Druckmittel für seine Obsession nutzt.
Caroline, die psychotische erotomane Stalkerin: „Patricia Mennen – Du gehörst mir allein (2007)“: Fallstudie über eine Schülerin, die in einer Schüler-Lehrer-Beziehung erotomane Wahnvorstellungen entwickelt.
Portrait eines Prominentenstalkers: „Monika Feth – Der Schattengänger (2009)“: Untersuchung der spezifischen Dynamik von Prominentenstalking, bei dem der Täter das Leben der Autorin Imke Thalheim ins Visier nimmt.
Ausblick: Stalking in der Erwachsenenliteratur: Kurzer Abriss über Stalking-Motive in der Erwachsenenliteratur und Vergleiche zum Jugendbuch.
Fazit: Zusammenfassende Analyse der Ergebnisse hinsichtlich der verschiedenen Stalking-Typen und der didaktischen Vermittlung in den untersuchten Romanen.
Stalking, Jugendliteratur, Erotomanie, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Beziehungskonflikt, Obsession, Problemliteratur, Bindungsstörung, Adoleszenz, Gewaltprävention, Intervention, Prominentenstalking, Psychologie, Opferrolle, Täter-Opfer-Dynamik.
Die Magisterarbeit untersucht die Darstellung von Stalking als zentrales Thema in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur sowie die zugrunde liegende Beziehungsdynamik zwischen Täter und Opfer.
Die Arbeit fokussiert sich auf die psychologischen Hintergründe von Stalkern, die Auswirkung auf die Opfer, die verschiedenen Stalking-Typologien sowie die Darstellung dieser Problematik in unterschiedlichen literarischen Genres.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Stalkingverhalten in den ausgewählten Romanen psychologisch fundiert dargestellt wird und wie die Romane als "Problembücher" didaktisch mit dem Thema umgehen.
Die Autorin nutzt eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Analyse von sechs ausgewählten Jugendromanen, unterlegt mit psychologischen Theorien zu Stalking, Bindungsstörungen und Persönlichkeitstypen.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Einzelanalyse der sechs Romane, unterteilt in Struktur, Paratext, Figurenzeichnung, Beziehungskonflikt und die jeweilige spezifische Stalking-Typologie.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Stalking, Erotomanie, Borderline, Bindungsstörung, Adoleszenzkrise, Opfer-Täter-Dynamik und Literaturdidaktik.
Im Gegensatz zu den anderen Romanen gibt es hier keine reale Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer, und die Bedrohung ist durch die Öffentlichkeit der Zielperson besonders durch die Medien vermittelt.
Dieser Roman verknüpft ein problemorientiertes Stalking-Thema mit einer Pferdeerzählung, wobei das Pferd als psychologisches Druckmittel eine zentrale Rolle in der Beziehungsdynamik spielt.
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