Bachelorarbeit, 2012
66 Seiten, Note: 1,7
1. Soziale Kompetenz
1.1 Definitionen und Dimensionen sozialer Kompetenz
1.2 Entwicklung sozialer Kompetenzen
1.3 Folgen von Defiziten in der Kompetenzentwicklung
1.4 Förderung und Training sozialer Kompetenzen
1.5 Zusammenfassung
2. Mensch – Tier – Beziehung
2.1 Historische Entwicklung der Mensch – Tier – Beziehung
2.2 Erklärungsmodelle
2.2.1 Biophilie
2.2.2 Schichtenlehre
2.2.3 Du-Evidenz
2.2.4 Bindungstheorie
2.3 Mensch – Tier – Kommunikation
2.3.1 Dialog zwischen Mensch und Tier
2.4 Warum Kinder Tiere brauchen
2.4.1 Entwicklungsrisiken und Lernbedingungen
2.4.2 Bedeutung von Tieren für Kinder
2.4.3 Einflüsse von Tieren auf Kinder
2.5 Zusammenfassung
3. Der therapeutische Einsatz von Tieren
3.1 Bio – psycho – soziale Wirkungen von Tieren auf Menschen
3.1.1 Physische und Physiologische Ebene
3.1.2 Psychische und Psychologische Ebene
3.1.3 Soziale Ebene
3.2 Tiere als therapeutische Helfer
3.3 Entwicklung der Tiergestützten Therapie
3.4 Formen der therapeutischen Mensch – Tier – Kontakte
3.4.1 Animal – Assisted – Activities
3.4.2 Animal – Assisted – Therapie
3.4.3 Tiergestützte Pädagogik
3.5 Beispiele für Tiere im therapeutischen Einsatz
3.5.1 Selbstgesteuertes Lernen mit Tieren
3.5.2 Tiere in der forensischen Resozialisation
3.5.3 Besuchshunde im Alten- und Pflegeheim
3.6 Zusammenfassung
4. Konzept einer Kinder- und Jugendfarm im Dortmunder Norden
4.1 „Landleben – Mitten in der Stadt“
4.1.1 Zielgruppe
4.1.2 Mitarbeiter der Kinder- und Jugendfarm
4.2 Örtliche und räumliche Gegebenheiten
4.2.1 Therapeutisch eingesetzte Tiere
4.3 Methode
4.3.1 Grobziele zur Förderung der Fähigkeiten zur sozialen Kompetenz
4.3.2 Feinziele zum Erwerb grundsätzlicher Fertigkeiten
4.3.3 Übertragung der erworbenen Kompetenzen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen
4.4 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Fragestellung, inwiefern der Einsatz von Tieren als therapeutische Helfer bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen hilfreich sein kann. Dabei wird der Fokus auf die Beziehung zum Tier im therapeutischen Kontext gelegt und anhand des Konzepts einer Kinder- und Jugendfarm in Dortmund veranschaulicht.
2.4.1 Entwicklungsrisiken und Lernbedingungen
Kinder sind einer Vielzahl von verschiedenen Entwicklungsrisiken ausgesetzt, die nachweisbar eine gesunde Entwicklung gefährden. In Deutschland verschlechtern sich beispielsweise gegenwärtig die Entwicklungsbedingungen, die unmittelbar an den sozioökonomischen Status der Kernfamilie gekoppelt sind. Bereits 2004 zeigte sich, dass der Anteil der Kinder, die bei allein erziehenden Eltern und in nicht ehelichen Lebensgemeinschaften leben, um 3 % zugenommen hat. Von 20,7 Millionen Kindern wächst fast jedes dritte Kind in Deutschland ohne Geschwister auf. Dabei leben diese Kinder obendrein häufiger bei allein erziehenden Eltern, während die Kinder mit Geschwistern bei verheirateten Eltern leben.
Immer mehr dieser Kinder leben in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen mit wachsender Armut. Seit 1990 ist die relative Kinderarmut mit 2,7 % in Deutschland stärker gestiegen als in den meisten anderen Industrienationen. Insgesamt wachsen 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche – mehr als jedes zehnte Kind - in relativer Armut auf. Dabei sind Kinder alleinerziehender Eltern wesentlich häufiger arm als Kinder, die in Familien mit beiden Elternteilen aufwachsen. Die Verarmung schreitet bei den Kindern schneller als bei den Erwachsenen voran.
Solch schwierige soziale und ökonomische Bedingungen stellen Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung dar. Denn die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung geht hoch signifikant mit den Daten zum sozialökonomischen Status einher (Prothmann, 2008).
Als weitere Risikofaktoren kindlicher Entwicklung durch das Elternverhalten führt Bergler (1994) auf: Erziehungsunsicherheit, Gleichgültigkeit, Laissez-faire Erziehung, Überbehütung, Vernachlässigung, Gewalt / Aggression, Abhängigkeit. Einsamkeit, Elternkonflikte, Inkonsequentes Verhalten, Defizite an Vorbildern.
1. Soziale Kompetenz: Dieses Kapitel definiert soziale Kompetenz als mehrdimensionales Konstrukt, erläutert dessen Entwicklung und geht auf Ansätze zur Förderung sowie die Folgen mangelnder Kompetenzentwicklung ein.
2. Mensch – Tier – Beziehung: Hier werden wissenschaftliche Erklärungsmodelle wie die Biophilie-Hypothese, Schichtenlehre und Bindungstheorie diskutiert, um die Verbindung zwischen Mensch und Tier zu begründen.
3. Der therapeutische Einsatz von Tieren: Das Kapitel beleuchtet die bio-psycho-sozialen Wirkungen von Tieren, definiert Formen tiergestützter Arbeit und führt Praxisbeispiele für den therapeutischen Einsatz auf.
4. Konzept einer Kinder- und Jugendfarm im Dortmunder Norden: Das Kapitel stellt ein konkretes präventives Konzept zur Förderung sozialer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen durch den täglichen Umgang mit Tieren in einem belasteten sozialen Umfeld vor.
Soziale Kompetenz, Mensch-Tier-Beziehung, Tiergestützte Therapie, Bindungstheorie, Kinder- und Jugendfarm, Sozialverhalten, Prävention, Entwicklung, Biophilie, Kommunikation, Resozialisation, Empathie, Ressourcenaktivierung, Interaktion, Pädagogik
Die Arbeit untersucht, wie Tiere als therapeutische Helfer gezielt eingesetzt werden können, um die sozialen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, die Entwicklung sozialer Kompetenzen sowie die tiergestützte Therapie und Pädagogik.
Das Ziel ist es, den Nutzen der Mensch-Tier-Beziehung für die Persönlichkeitsentwicklung herauszuarbeiten und anhand eines Konzepts für eine Kinder- und Jugendfarm in einem sozialen Brennpunkt praktisch anzuwenden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Aufarbeitung bestehender psychologischer Studien, Theorien und empirischer Ansätze zur tiergestützten Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Kompetenzmodelle, Bindungstheorie, Kommunikation) und eine detaillierte konzeptionelle Planung für eine Kinder- und Jugendfarm in Dortmund.
Die Arbeit fokussiert auf soziale Kompetenz, Bindungstheorie, Mensch-Tier-Beziehung und tiergestützte Interventionsmethoden.
Da der Dortmunder Norden durch soziale Risikofaktoren wie Arbeitslosigkeit und multikulturelle Herausforderungen geprägt ist, dient die Kinder- und Jugendfarm dort als notwendige präventive Maßnahme zur Stärkung der sozialen Kompetenzen.
Die Bindungstheorie erklärt, wie durch den Kontakt zum Tier neue, sichere internale Arbeitsmodelle entstehen können, die Kindern dabei helfen, positive Beziehungserfahrungen auf zwischenmenschliche Interaktionen zu übertragen.
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