Magisterarbeit, 2015
128 Seiten, Note: 1,3
1.0 Einleitung
2.0 Euskadi Ta Askatasuna: Ziele und Hintergründe
2.1 Die Geschichte des baskischen Nationalismus
Historisches
Die Gründung der ETA während der Diktatur
Die blutigste Phase der ETA
Der sukzessive Untergang der ETA
Die ETA vor ihrem endgütigen Aus?
3.0 Terrorismus: Geschichte und Definition des Begriffs
Geschichte des Begriffs
Was ist Terrorismus?
Neuere Entwicklungen
3.1 Fiktionalisierung von Terrorismus
Der Autor und der Terrorist
Funktionen
3.2 Romandefinition
4.0 Baskische Literatur
Literatur auf Baskisch
Historischer Abriss und Zahlen
4.1 Die ETA in der Literatur
Einige Beispiele
Die kaum berücksichtigten Perspektiven
Neue Werke nach “Twist”
Schlussfolgerung
5.0 Rául Guerra Garrido – La Carta (1990)
Biographie des Autors
Inhalt
Paratext
Aufbau, Struktur, Stimme, Metaphern
5.1 Die Darstellung der ETA
Bezeichnungen für die ETA
ETA im Alltag
Der Brief
Luis und die ETA
Die Familie und die ETA
Die Freunde und die ETA
Zwischenfazit
6.0 Bernardo Atxaga – El hombre solo (1993)
Biographie des Autors
Inhalt
Paratext
Aufbau, Struktur, Stimme, Metaphern
6.1 Die Darstellung der ETA
Bezeichnungen für die ETA
Carlos und die ETA
Die Freunde und die ETA
Die Darstellung der Polizisten
Die Etarras
Zwischenfazit
7.0 Harkaitz Cano – Twist (2011)
Biographie des Autors
Inhalt
Historischer Hintergrund
Paratext
Aufbau, Struktur, Stimme, Metaphern
7.1 Die Darstellung der ETA
Bezeichnungen für die ETA
Diego und die ETA
Soto und Zeberio
Die ETA
Die Rolle der Politik
Die GAL
Zwischenfazit
8.0 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetische Repräsentation der baskischen Terrororganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA) in der zeitgenössischen Literatur. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Darstellung von Terrorismus in den Romanen „La carta“ von Raúl Guerra Garrido, „El hombre solo“ von Bernardo Atxaga und „Twist“ von Harkaitz Cano über die Jahrzehnte gewandelt hat und welche Auswirkungen dies auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der Opfer sowie der Täter hat.
Was ist Terrorismus?
Der Terrorismus ist auf vielerlei Art definiert worden, aber mit Gewißheit läßt er sich nur als Anwendung von Gewalt durch eine Gruppe bezeichnen, die zu politischen oder religiösen Zwecken gewöhnlich gegen eine Regierung, zuweilen auch gegen andere ethnische Gruppen, Klassen, Religionen oder politische Bewegungen vorgeht. Jeder Versuch, sich spezifischer zu äußern, ist einfach deshalb zum Scheitern verurteilt, weil es nicht einen, sondern viele verschiedene Terrorismen gibt.
Das Zitat des amerikanischen Historikers und Terrorismusexperten Walter Laqueur liefert eine erste Definition, die aber zugleich auch das Ursprungsproblem thematisiert: Eine genaue terminologische Begriffsbestimmung ist nicht möglich und wurde bis dato international nicht konstatiert. Vielmehr ist die Bedeutung durch einen inflationären Gebrauch in zahllosen Kontexten durch Politiker, Medien und in der Alltagssprache so unscharf geworden, dass sie beinahe gänzlich ihren Sinn verloren hat. Ein weiterer Punkt ist die ebenfalls in diesem Zitat von Laqueur angeschnittene Problematik, dass es sehr divergierende Motive, Mittel, Umstände und Ziele der Terroristengruppen gibt, denn Terrorismus kann “take place in a war context, in an insurgency context, and in a ‘pure’ context, that is, in a context where popular support for the struggle is almost completely absent”. Dennoch lassen sich die Hauptmerkmale des Terrorismus auf einige grundsätzliche Eigenschaften festlegen, die auch Laqueur schon andeutet.
Bei Terrorismus handelt es sich um eine (substaatisch motivierte) Gewalthandlung oder Androhung von Gewalt, die auf die Erzeugung von Angst und Verunsicherung einer breiten Öffentlichkeit ausgerichtet ist, also nicht explizit das getroffenen Opfer, ins Visier nimmt. Diese Angst wird zum Erreichen eines bestimmten Ziels eingesetzt – “[a]ction for action’s sake becomes a credo. Not words, not nice theories, not paper programs, but rather it is the doing that matters. Action is positive, nothing is of value unless it’s done”.
1.0 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, die ETA in der Literatur anhand dreier ausgewählter Romane zu untersuchen und legt das methodische Vorgehen dar.
2.0 Euskadi Ta Askatasuna: Ziele und Hintergründe: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte historische Aufarbeitung der Ziele und der Entwicklung der ETA, von ihren Anfängen während der Diktatur bis zu ihrem Niedergang.
3.0 Terrorismus: Geschichte und Definition des Begriffs: Hier wird der theoretische Rahmen gesetzt, indem der Begriff Terrorismus historisch hergeleitet, definiert und in seinem literarischen Kontext beleuchtet wird.
4.0 Baskische Literatur: Das Kapitel widmet sich der Frage, wie baskische Literatur definiert ist und welchen Stellenwert die Thematisierung der ETA in diesem literarischen Korpus einnimmt.
5.0 Rául Guerra Garrido – La Carta (1990): Die Analyse dieses Romans konzentriert sich auf die Perspektive eines Opfers, das von der ETA erpresst wird, und beleuchtet das Schweigen im Baskenland.
6.0 Bernardo Atxaga – El hombre solo (1993): Dieses Kapitel untersucht die psychologische Zerrissenheit eines Ex-Terroristen, der mit seiner Vergangenheit und einer neuen, kapitalistischen Lebenswirklichkeit kämpft.
7.0 Harkaitz Cano – Twist (2011): Der Roman von Cano wird als ein komplexes Werk analysiert, das Schuld und Verrat vor dem Hintergrund historischer Verbrechen der GAL thematisiert.
8.0 Fazit: Das Fazit fasst die literarische Entwicklung der ETA-Darstellung zusammen und stellt fest, dass mit dem Schwinden der Terrorgefahr eine offenere literarische Auseinandersetzung möglich geworden ist.
ETA, Baskenland, Terrorismus, Euskera, Fiktionalisierung, Gewalt, Opferperspektive, Nationalismus, Identität, Literatur, Geschichte, Raúl Guerra Garrido, Bernardo Atxaga, Harkaitz Cano, Spanien.
Die Arbeit untersucht die fiktionale Darstellung der baskischen Terrororganisation ETA in drei bedeutenden baskischen Romanen, um die Entwicklung der literarischen Aufarbeitung von Terrorismus zu analysieren.
Die zentralen Themen sind die Geschichte der ETA, die Definition von Terrorismus, das Verhältnis zwischen Literatur und Politik, das Schweigen in der baskischen Gesellschaft sowie der Wandel der Opfer- und Täterperspektiven.
Die Arbeit fragt danach, wie Autoren der baskischen Literatur den Terrorismus der ETA in ihren Werken ästhetisieren und welche Rollen dabei Aspekte wie Schuld, Identität und die Aufarbeitung politischer Gewalt spielen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische und soziologische Kontexte mit narratologischen Untersuchungen der ausgewählten Romane kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Terrorismusdiskurs, einen Überblick über die baskische Literaturlandschaft sowie die intensive werkimmanente Analyse der drei Romane von Guerra Garrido, Atxaga und Cano.
Neben dem Kernbegriff ETA sind Schlagworte wie baskischer Nationalismus, literarische Fiktionalisierung, das Verhältnis von Opfer und Täter sowie der historische Kontext der „Jahre des Bleis“ entscheidend für diese Arbeit.
„La carta“ wird gewählt, weil er eine der frühesten und persönlichsten Perspektiven eines Opfers liefert, das von der ETA erpresst wird, und so die Angst und soziale Isolation im Baskenland der 1980er Jahre greifbar macht.
„Twist“ unterscheidet sich durch eine ausgewogenere, distanziertere Haltung, die sowohl den Terrorismus der ETA als auch die staatlichen Verbrechen der GAL kritisch beleuchtet, anstatt eine Seite zu romantisieren.
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