Bachelorarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Fragestellungen der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise
2 Begriffsdefinitionen und Begriffsklärungen
2.1 Was ist Pflege?
2.2 Was ist Komplexität?
2.3 Kompliziert versus Komplex – der Unterschied: Emergenz
2.4 Kennzeichen von Komplexität und komplexen Problemen
2.4.1 Vielzahl an Variablen und Elementen und deren Vernetztheit
2.4.2 Dynamik
2.4.3 Intransparenz
2.4.4 Polytelie oder Vielzieligkeit
2.5 Was ist eine Pflegesituation?
2.5.1 Akute Pflegesituationen
2.5.2 Problematische Pflegesituationen
2.5.3 Nicht-problematische Pflegesituationen
2.5.4 Problemidentifizierende Pflegesituationen
3 Der Zusammenhang zwischen Pflege und Komplexität – ist Pflege komplex?
3.1 Das Metaparadigma der Krankenpflege
3.1.1 Person oder Mensch
3.1.2 Umwelt
3.1.3 Gesundheit
3.1.4 Pflege
3.1.5 Der Zusammenhang von Metaparadigma und Komplexität
3.2 Pflegemodell nach Jean Orlando
4 Methoden zur Reduktion von Komplexität
4.1 Der Pflegeprozess
4.2 Das Modell professioneller Fallarbeit in der Pflege
4.3 Kritisches Denken
4.4 Deutsche Nationale Expertenstandards in der Pflege
5 Schlussfolgerung und Empfehlungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Komplexität in der Pflegepraxis, um zu klären, ob Pflege als komplexes Handlungsfeld definiert werden kann und welche Anforderungen dies an Pflegende stellt, wobei methodische Ansätze zur Komplexitätsreduktion im Fokus stehen.
2.4.1 Vielzahl an Variablen und Elementen und deren Vernetztheit
Als ein charakteristisches Merkmal von Komplexität führen Dörner (2012, S. 58) und Reither (1997, S.9) aus, dass komplexe Systeme aus sehr vielen Variablen bestehen, die untereinander vernetzt sind und sich dadurch gegenseitig auf unterschiedliche Weise beeinflussen.
Funke (2003, S. 126) erwähnt, dass der Grad der Komplexität einer Problemsituation traditionell durch die Anzahl der vorhandenen und beteiligten Variablen bestimmt wird und führt weiter aus, dass eine verlässlichere Aussage zur Komplexität einer Situation, oder eines Systems, erst durch die Berücksichtigung weiterer Kennzeichen möglich ist.
Vester (1999, S. 40f) sieht einen der größten Fehler im Umgang mit komplexen Gegebenheiten im mangelnden Verständnis an kybernetischen Vorgängen und begründet dies mit folgender Aussage:
„Bis in die Aufgabenbereiche der Verwaltung hinein betrachten wir sowohl unsere Umwelt, also Wasser, Boden, Wärme, Licht, Pflanzen, Tierwelt, Bodenlebewesen und Mikroorganismen als auch uns selbst mit unseren Städten und Fabriken, Produkten und Abfällen als ein Nebeneinander einzelner Bestandteile, scharf getrennt in Behörden und Branchen, und erkennen nicht, dass jeder Lebensraum ein in seiner Gesamtheit ein komplexes System, ein Organismus ist.“ (Vester, 1999, S. 41).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die steigende Komplexität in der Pflege und die Notwendigkeit einer klaren wissenschaftlichen Einordnung dieses Phänomens.
2 Begriffsdefinitionen und Begriffsklärungen: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Grundlagen der Begriffe Pflege, Komplexität, Kompliziertheit sowie die verschiedenen Typen von Pflegesituationen.
3 Der Zusammenhang zwischen Pflege und Komplexität – ist Pflege komplex?: Hier wird analysiert, wie sich das Metaparadigma der Krankenpflege zu den Prinzipien der Komplexitätsforschung verhält.
4 Methoden zur Reduktion von Komplexität: Dieses Kapitel stellt praktische Instrumente wie den Pflegeprozess, professionelle Fallarbeit, kritisches Denken und Expertenstandards vor, die Pflegenden bei der Bewältigung komplexer Situationen helfen.
5 Schlussfolgerung und Empfehlungen: Zusammenfassende Erkenntnisse über die Komplexität der Pflege sowie Empfehlungen zur Integration von Fallbesprechungen und akademischer Bildung in der Ausbildung.
Pflege, Komplexität, Pflegesituation, Kompliziertheit, Systemtheorie, Pflegeprozess, Fallarbeit, Kritisches Denken, Expertenstandards, Pflegediagnostik, Emergenz, Handlungskompetenz, Pflegepraxis, Prävention, Patientenbetreuung
Die Arbeit untersucht, ob die berufliche Pflege als komplexes Phänomen bezeichnet werden kann und wie Pflegende in der Praxis mit der Komplexität verschiedener Pflegesituationen professionell umgehen können.
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Komplexität und Kompliziertheit, die Typologisierung von Pflegesituationen sowie die Vorstellung praktischer Methoden wie der Pflegeprozess und Expertenstandards zur Komplexitätsreduktion.
Das Ziel ist es, zu klären, was eine „komplexe Pflegesituation“ definiert, welche Merkmale dabei eine Rolle spielen und welche Kompetenzen Pflegende benötigen, um diese Situationen erfolgreich zu bewältigen.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft sowie Bezugswissenschaften wie Soziologie, Systemtheorie und Pädagogik integriert und analysiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Fachbegriffen, der Einordnung der Pflege in das Metaparadigma sowie der detaillierten Beschreibung von Instrumenten zur Komplexitätsreduktion, wie etwa dem Modell der Fallarbeit.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pflege, Komplexität, Systemtheorie, Pflegeprozess, Expertenstandards und kritisches Denken charakterisiert.
Komplizierte Situationen sind durch stabile Elemente und Berechenbarkeit gekennzeichnet, während komplexe Situationen durch Eigendynamik, Vernetztheit und Unvorhersehbarkeit geprägt sind.
Der Autor argumentiert, dass diese Besprechungen den Blickwinkel erweitern, die Identifikation individueller Pflegeprobleme fördern und somit die Pflegequalität durch fundierte, gemeinsam entwickelte Lösungen steigern.
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