Bachelorarbeit, 2015
80 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Sexueller Missbrauch
Eingrenzung der Zielgruppe
1.1 Missbrauch bedeutet Gewalt
1.2 Sexuelle Gewalt
1.2.1 Sexueller Missbrauch - Definitionskriterien nach Bange und Deegener
1.2.2 Definition des sexuellen Missbrauchs in dieser Arbeit
1.3 Der sexuelle Missbrauch aus juristischer Sicht - Strafrechtsbestimmung nach dem StGB
1.4 Formen von sexuellem Missbrauch
1.5 (Bewertungs-) Dimensionen
1.6 TäterInnen und Täterstrategien
2. Traumatisierungen
2.1 Was ist ein Trauma/Kindheitstrauma?
2.2 Traumatisierungsfaktoren bei sexuellem Missbrauch
2.2.1 Primäre Traumatisierungsfaktoren
2.2.2 Sekundäre Traumatisierungsfaktoren
2.2.3 Traumatogene Dynamiken nach Finkelhor
2.3 Trauma als Folge von sexuellem Missbrauch – Vergangenheit und Lebenslaufdeterminierung
2.4 Risiko- und Schutzfaktoren bei Kindern
3. Traumapädagogik als Fachdisziplin im Rahmen der Heimerziehung
3.1 Gesetzliche Grundlagen bei einer Fremdunterbringung
3.2 Das Arbeitsfeld Heimerziehung
3.3 Was ist Traumapädagogik? Geschichtliche Entwicklung und Definition
3.4 Elementare Aufträge traumapädagogischer Konzepte
4. Möglichkeiten der Traumabearbeitung durch traumapädagogi-sches Handeln
4.1 Standards für traumapädagogische Konzepte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
4.2 Traumapädagogische Ziele
4.3 Kompetenzen der Fachkräfte und ihre traumapädagogische Grundhaltung und als wesentlicher Wirkfaktor traumapädagogischer Methoden
4.4 Soziale Teilhabe der Kinder
4.4.1 Bindungspädagogik und Bindungssicherheit
4.4.2 Elternarbeit
4.5 Selbstbemächtigung als Methode und zentraler Bestandteil von Traumabearbeitung in der Traumapädagogik
4.5.1 Sich gegenseitig Kraft geben – Selbstbemächtigung in der Gruppe
4.5.2 Aufbau des ‚Selbst‘ des Kindes – Voraussetzungen für eine Selbstbemächtigung
4.5.3 Selbstbemächtigung – Wieder Subjekt des eigenen Lebens werden
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von sexuellem Kindesmissbrauch und die Möglichkeiten, diese durch traumapädagogische Interventionen innerhalb der stationären Jugendhilfe zu bearbeiten, mit dem primären Ziel, dem betroffenen Kind durch Selbstbemächtigung eine autonome Lebensführung zu ermöglichen.
1.1 Missbrauch bedeutet Gewalt
Sexueller Missbrauch ist eine Form der Gewalt gegen Kinder. Dabei stellt sich die Frage, was genau den Gewaltbegriff auszeichnet. Um auf den Begriff des Missbrauchs eingehen zu können, soll allem voran ein einheitliches Verständnis von Gewalt gewährleistet werden.
Noch vor einigen Jahren war Gewalt nicht strikt verboten, sondern eine gesetzlich geduldete Erziehungsform in der Familie und in Schulen. Erst durch die seit November 2000 geltende Fassung des Bürgerlichen Gesetzbuches haben Kinder das Recht auf eine absolut gewaltfreie Erziehung; die Anwendung von körperlicher und seelischer Gewalt gegen Kinder wurde somit komplett verboten. (Weltgesundheitsorganisation 2003: 5; § 1631 Abs. 2 BGB)
Eine exakte Definition von Gewalt darzustellen erweist sich als schwierig, da sie weder im Alltag noch wissenschaftlich eindeutig definiert wird und sich ihr Verständnis im Wandel der Zeit stets verändert hat. (Imbusch 2002: 34) Um in dieser Arbeit jedoch ein einheitliches Verständnis von Gewalt zu gewährleisten, soll vom Gewaltverständnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgegangen werden. Demnach ist Gewalt „[d]er absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen […] eine andere Person, […] die entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklungen oder Deprivation führt.“ (Weltgesundheitsorganisation 2003: 6)
Einleitung: Einführung in die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit und Darlegung des Forschungsinteresses bezüglich der Traumabearbeitung bei missbrauchten Kindern.
1. Sexueller Missbrauch: Definition von sexuellem Missbrauch aus fachlicher und juristischer Sicht sowie Differenzierung der Formen und Täterstrategien.
2. Traumatisierungen: Analyse der Folgen für das Kind, inklusive der Bedeutung von Traumatisierungsfaktoren und der langfristigen Auswirkungen auf den Lebenslauf.
3. Traumapädagogik als Fachdisziplin im Rahmen der Heimerziehung: Einordnung der Traumapädagogik in den Kontext der Heimerziehung und Erläuterung der gesetzlichen und fachlichen Rahmenbedingungen.
4. Möglichkeiten der Traumabearbeitung durch traumapädagogi-sches Handeln: Detaillierte Darstellung der therapeutischen Ziele, der Bedeutung der Fachkräfte-Grundhaltung und der zentralen Methode der Selbstbemächtigung.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit traumapädagogischer Konzepte zur Heilung und zur Ermöglichung eines positiven Lebensweges nach traumatischen Erfahrungen.
Sexueller Kindesmissbrauch, Traumapädagogik, Heimerziehung, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Selbstbemächtigung, Schutzfaktoren, Resilienz, Traumatisierungsfaktoren, Kindeswohlgefährdung, Sozialpädagogik, Lebenslaufdeterminierung, Bindungspädagogik, Interventionskonzepte.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den traumatischen Folgen von sexuellem Missbrauch im Kindheitsalter und wie betroffene Kinder in der stationären Jugendhilfe durch traumapädagogisches Handeln unterstützt werden können.
Die zentralen Themen sind die Definition sexuellen Missbrauchs, die psychischen Folgen wie Traumatisierungen und die Implementierung traumapädagogischer Konzepte in Heimeinrichtungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder durch traumapädagogische Methoden ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten und durch Selbstbemächtigung wieder zum Subjekt ihres eigenen Lebens werden können.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Fachliteratur, psychotraumatologischer Erkenntnisse und rechtlicher Rahmenbedingungen eine theoretische Fundierung für das Handeln in der Traumapädagogik erarbeitet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Formen von Missbrauch, die Analyse der Traumatisierung sowie die Vorstellung traumapädagogischer Ansätze, Methoden und Ziele im stationären Rahmen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Traumapädagogik, sexueller Kindesmissbrauch, Selbstbemächtigung, Resilienz und Traumafolgen.
Die Traumapädagogik setzt explizit bei der Heilung traumatischer Erfahrungen an und nutzt spezifische Methoden, um durch Sicherheit und Bindungsarbeit die kindliche Selbstregulation und Selbstbemächtigung zu fördern, was über die Standardbetreuung hinausgeht.
Dieses Prinzip hilft Fachkräften, auch schwierige oder deviante Verhaltensweisen der Kinder als notwendige Anpassungsleistung an ihre traumatische Vergangenheit zu verstehen, statt sie nur als störend zu bewerten, was eine wertschätzende Beziehungsarbeit erst ermöglicht.
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