Masterarbeit, 2009
158 Seiten, Note: ausgezeichnet
0. Einführung
0.1. Vorwort
0.2 Problemstellung
0.3 Forschungsgegenstand und Belegmaterial
0.4 Ziel der Arbeit
0.5. Aufbau der Arbeit
1. Titelbezogene Begriffe und Definitionen
1.1 "Wiedergabe" versus "Übersetzung"
1.2 Terminus, Begriff, Ausdruck, und ihre Äquivalente im Arabischen
1.3. Die islamischen Fachtermini
1.3.1. Zur Charakteristik der "islamischen Fachtermini"
1.3.2. Entstehung islamischer Fachtermini
1.3.3. Klassifizierung der islamischen Begriffe
1.4. Zu einsprachigen Wörterbüchern
1.4.1. Das Wort Wörterbuch
1.4.2. Aufgaben von einsprachigen Wörterbüchern
1.4.3. Geschichte des allgemeinen einsprachigen Wörterbuchs
1.4.4. Struktur des allgemeinen einsprachigen Wörterbuchs
1.4.5. Zum "Duden-Universalwörterbuch"
2. Zur Aufnahme islamischer Fachtermini in deutschen Wörterbüchern
2.1. Zur Aufnahme Fachwortschatz in den deutschen Allgemeinwortschatz
2.2. Warum kommen islamische Fachtermini in deutsche Lexika?
2.2.1. Historischer Kontakt zwischen Europa und der arabischen Welt
2.2.2 Übersetzung als kultureller Transfer
2.2.3. Massenmedien und Internationalisierung der Alltagskultur der arabisch islamischen Welt
2.2.4. Die Vielzahl der Muslime in Deutschland
2.2.5. Orientalistische Studien in Europa
2.2.6 Der deutsche Tourismus in Ägypten
3. Problematik der Wiedergabe islamischer Fachtermini
3.0. Einleitung
3.1. Schreibart des Terminus in der Zielsprache
3.2. Kultureller und religiöser Unterschied
3.3. Kein Äquivalent in der Zielsprache
3.4. Kulturspezifik als Übersetzungsproblem
3.5. Mehrere Äquivalente desselben Terminus
3.6. Übersetzungsproblem der Synonyme
3.7. Keine Hilfsmittel in der Ausgangsprache
3.8. Islamfeindbild und seine Rolle beim Erschweren der Wiedergabe
3.9. Unterschiedliche Interpretierungen seitens der Muslime
4. Zur semantischen Beschreibung islamischer Fachtermini im „Duden-Deutsches Universalwörterbuch“.
4. 0. Einleitung
4.1. Termini, die zum Original äquivalent wiedergegeben sind
4.1.1 Muezzin [... i:n, auch,ِ sterr. Nur - - -:], der; -s, -s [arab. mu'addin, eigtl. = der (zum Gebet) Aufrufende] (islam. Religion): Ausrufer, der vom Minarett die Zeiten zum Gebet verkündet.
4.1.2. Sunna, die; - [arab. sunnah, eigtl. = Brauch; Satzung]: Gesamtheit der überlieferten Aussprüche, Verhaltens- u. Handlungsweisen des Propheten Mohammed als Richtschnur muslimischer Lebensweise.
4.1.3. Iman, das; -s [arab. iman]: Glaube (im Islam.)
4.1.4. Hadsch, (auch:) Haddsch, der; -, -e u. Hidschad [arab. hagg]: Wallfahrt nach Mekka zur Kaaba, der zentralen Kultstätte des Islam, die jeder Moslem wenigstens einmal in seinem Leben unternehmen soll
4.1.5 Su|re, die; -, -n [arab. surah]: Kapitel des Korans.
4.1.6. He|dschra, Hidschra, die; - [arab. higrahÿ= Auswanderung]: Auswanderung Mohammeds im Jahre 622 von Mekka nach Medina, Beginn der islamischen Zeitrechnung.
4.1.7. Haram, der; -s, -s [arab. haram, eigtl. = (das, was) verboten (ist); heilig (u. für Ungläubige verboten)]: geweihter Bezirk im islamischen Orient (z. B. die Gebiete von Mekka u. Medina).
4.2. Termini, die zum Original teil-äquivalent wiedergegeben sind
4.2.1. Fetwa, Fatwa, das; -s, -s [arab. fatwa]: (in arabischen Ländern) Rechtsgutachten des Muftis, in dem festgestellt wird, ob eine Handlung mit den Grundsätzen des islamischen Rechts vereinbar ist.
4.2.2. Hadith, der, auch: das; -, -e [arab. hadit = Mitteilung, Erzählung]: einer der gesammelten Aussprüche, die dem Propheten Mohammed zugeschrieben werden u. die neben dem Koran die wichtigste Quelle für die religiösen Vorschriften im Islam sind.
4.2.3. Dju|ma [...], die; - [arab. gum`ah = Freitag] (islam. Rel.): Zusammenkunft der Gläubigen zu Predigt u. gemeinsamem Gebet am Freitagmittag; Freitagsgebet.
4.2.4. Scheich, der; -s, -s u. -e [arab. sayh= ältester; Stammesoberhaupt]: 1a) Oberhaupt eines arabischen Herrschaftsgebietes [mit dem Titel eines Königs, Prinzen o. ä.];
4.2.5. Islam [auch: '곬¡], der; -[s] [arab. islam, eigtl],. = völlige Hingabe (an Allah)]: auf die im Koran niedergelegte Verkündigung des arabischen Propheten Mohammed zurückgehende Religion: die Welt des -s; vom I. beeinflusste Kunst im spanischen Barock; er ist zum I. übergetreten.
4.2.6. Ka|fir, der; -s, -n [arab. kafir] (abwertend): (im Islam) jmd, der nicht dem islamischen Glauben angehört.
4.2.7. Al|lah; -s [arab., wohl zusgez. aus al-ilah = der Gott od. aram. alelaha = der Gott] (islam. Rel. ): Gott (1): sie beten zu A.
4.3. Termini, die zum Original nicht äquivalent wiedergegeben sind
4.3.1. Fakih, der; -s, -s [arab. faqih = Lehrer, Kenner des Fikh]: Lehrer der islamischen Rechtswissenschaft
4.3.2. Fikh, das; - [arab. fiqh]: Rechtswissenschaft des Islam.
4.3.3. Muf|ti, der; -s, -s [arab. mufti]: islamischer Rechtsgelehrter
4.3.4. Sunnit, der; -en, -en: Anhänger der orthodoxen Hauptrichtung des Islams, die sich auf die Sunna stützt
4.3.5. Ko|ran der; -s, -e [arab. qur'an=Lesung]: 1.
4.3.6. Scharia, Scheria, die; - [arab. sari`ah]: religiöses Gesetz des Islam, das Normen u. Rechtsgrundsätze für alle Lebensbereiche enthält.
4.3.7. Dschi|had, der; - [arab. gihad]: heiliger Krieg der Muslime zur Verteidigung u. Ausbreitung des Islams.
Dschi|had, Djihad, der; - [arab. gih =zielgerichtetes Mühen :[oft als »heiliger Krieg« bezeichneter, zu den muslimischen Grundpflichten gehörender Kampf der Muslime zur Verteidigung u. Verbreitung des Islams :großer D) .religiöse u. ethische Pflicht zur Selbstbeherrschung u. Selbstvervollkommnung).
4.3.8. Mud|scha|hed, der; -, ...din [arab. mugahid=Kämpfer]: Freischärler (im islamischen Raum).
4.3.9 Islamismus, der; -: dem islamischen Fundamentalismus zugrunde liegende Ideologie.
4.3.10. Mu|ham|me|da|nis|mus, der; - (bes. Fachspr.): Islam.
Die Arbeit untersucht die Problematik der lexikalischen Wiedergabe islamischer Fachtermini im "Duden-Deutsches Universalwörterbuch". Ziel ist es, die kulturellen und sprachlichen Diskrepanzen zwischen den arabischen Originalbegriffen und deren deutschen Entsprechungen aufzuzeigen, um die Bedingungen und Schwierigkeiten bei der Aufnahme fremdsprachiger Lexika zu analysieren.
3.1. Schreibart des Terminus in der Zielsprache
Bei der Wiedergabe der islamischen Termini begegnen den Lexikografen und Übersetzern viele Schwierigkeiten. Der Schwierigkeitsgrad wächst an, wenn die islamischen Termini keine Entsprechung in der Zielsprache haben. Die Schreibart unterscheidet sich im Arabischen stark von der deutschen Sprache. In diesem Fall muss sich der Übersetzer oder die Übersetzerin darüber entscheiden, welche Möglichkeit er/sie auswählt, um den Terminus ins Deutsche zu übertragen. Wie soll man den arabischen Terminus im Deutschen wiedergeben? Soll der Übersetzer den Terminus in deutscher Umschrift wiedergeben oder durch die Transkription des Begriffes übertragen? Als Beitrag zur Auflösung solcher Schwierigkeiten, stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung.
1. Die direkte wörtliche Übersetzung, z.B. الكتاب (das Buch).
2. Das direkte Äquivalent kommt mit einem erläuternden Wort, das zu bezeichnende Wort erklärt, im Falle es dem ausländischen Leser schwer verständlich ist. z.B. صوم رمضان (das Fasten im Monat Ramadan) Hier ist das Wort "im Monat" zur Erklärung des Lemmas "Ramadan" beigefügt.
3. Das direkte Äquivalent z.B. الصوم (das Fasten).
4. Die direkte wörtliche Übersetzung kommt mit Paraphrasierung, wenn die Übersetzung den Zweck nicht sättigt und eine Interpretierung braucht z.B. الطواف (Rundlauf um die Kaaba bei den Wallfahrtszermonien). Hier wird der Ausdruck "um die Kaaba bei den Wallfahrtszermonien" beigefügt, damit der Rezipient bestimmen kann, worum man herumläuft.
0. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die allgemeine Bedeutung von Wörterbüchern und führt in die Thematik der problematischen Erfassung fremdkultureller Fachbegriffe ein.
1. Titelbezogene Begriffe und Definitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen wie "Wiedergabe", "Übersetzung" und "Terminus" definiert und die islamischen Fachtermini klassifiziert.
2. Zur Aufnahme islamischer Fachtermini in deutschen Wörterbüchern: Das Kapitel untersucht die Gründe für die Aufnahme islamischer Begriffe in den deutschen Wortschatz, wie historische Kontakte, Tourismus und orientalistische Studien.
3. Problematik der Wiedergabe islamischer Fachtermini: Hier werden die methodischen Schwierigkeiten der Übersetzung, wie Schreibarten, kulturelle Unterschiede und das Fehlen von Hilfsmitteln in der Ausgangssprache, diskutiert.
4. Zur semantischen Beschreibung islamischer Fachtermini im „Duden-Deutsches Universalwörterbuch“.: Das vierte Kapitel liefert die zentrale Analyse einzelner Termini im Duden, vergleicht diese mit den arabischen Ursprüngen und bewertet die Qualität der lexikografischen Erfassung.
Islamische Fachtermini, Duden-Universalwörterbuch, Wiedergabe, Übersetzungsproblematik, Arabisch-Deutsch, Kulturtransfer, Lexikografie, Islamfeindbild, Religion, Terminologie, Sprachwissenschaft, Orientalistik, interkulturelle Kommunikation, Begriffsdefinition.
Die Untersuchung befasst sich mit der Art und Weise, wie islamische Fachtermini in das deutsche "Duden-Universalwörterbuch" aufgenommen und dort semantisch definiert werden.
Zentrale Themen sind die lexikografische Praxis der Wörterbucherstellung, der interkulturelle Transfer von Begriffen sowie die Problematik des Islam- und Orientbildes in deutschen Medien und Nachschlagewerken.
Das Ziel ist es, die kulturellen und sprachlichen Unterschiede bei der Wiedergabe islamischer Begriffe zu untersuchen und aufzuzeigen, wie diese zu Missverständnissen oder unpräzisen Definitionen im Duden führen können.
Es wird eine historisch-analytische Methode verwendet, um islamische Fachtermini sowohl aus lexikografischer als auch aus semantischer Sicht zu untersuchen und deren Ursprünge im Arabischen mit der Darstellung im Deutschen zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Klassifizierung islamischer Begriffe, die soziokulturellen Gründe für deren Aufnahme in deutsche Lexika sowie die konkrete Problematik der Wiedergabe anhand ausgewählter Beispiele (z.B. "Dschihad", "Scharia").
Schlüsselwörter sind unter anderem: Islamische Fachtermini, Duden-Universalwörterbuch, Übersetzungsproblematik, Kulturtransfer und Lexikografie.
Der Autor kritisiert, dass frühere Ausgaben den Begriff verkürzt als "heiligen Krieg" darstellten, was eine negative Konnotation verstärkt, während neuere Versionen zwar eine differenziertere Bedeutung hinzufügen, das "Feindbild" jedoch weiterhin bestehen bleibt.
Der Autor argumentiert, dass die Definition im Duden den Begriff unpräzise mit anderen Fachausdrücken vermischt und als "Ungläubiger" die religiöse Nuance und den spezifischen islamischen Kontext des "bewussten Leugnens" nicht korrekt abbildet.
Massenmedien beeinflussen die Bedeutung, indem sie islamische Termini häufig auf negative Ereignisse und politische Konflikte reduzieren, was die fachliche Neutralität der Wörterbuchdefinitionen beeinträchtigt.
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