Diplomarbeit, 2013
87 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Vorbemerkungen
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Gliederung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Migration
2.2 Zum Gewaltbegriff
2.3 Gewalt im Flüchtlingskontext
3. Ort der Erhebung: Das Flüchtlingscamp Kakuma
3.1 Zugang zum Feld
3.2 Gatekeeper
3.3 Beschreibung der Zielgruppe
3.4 Sampling
4. Methodik und Forschungsdesign
4.1 Zur Anwendung qualitativer versus quantitativer Forschung
4.2 Das narrative Interview
4.3 Grounded Theory
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1 Gründe und Ursachen
5.2 Formen der Gewaltbetroffenheit
5.3 Bewältigungsstrategien - Das aktive Schützen
5.4 Rahmenbedingungen
5.5 Konsequenzen
5.6 Falldarstellung
6. Fazit
Diese qualitative Studie untersucht das Phänomen der Gewalt im Flüchtlingscamp Kakuma in Kenia. Das primäre Ziel ist es, die Gewalterfahrungen der Bewohner aus ihrer eigenen Perspektive zu beleuchten, die Handlungsstrategien der Betroffenen (insbesondere das "aktive Schützen") zu identifizieren und die Rolle internationaler Organisationen sowie lokaler Machtstrukturen im Kontext dieser Gewaltbetroffenheit zu analysieren.
4.2.2 Interviewablauf
Die Interviewten wurden gebeten, mittels einer Stegreiferzählung, ihre Geschichten zum Objektbereich zu erzählen. Die Interviewerin regte zunächst die Erzählung der erlebten Ereignisse an. War den Interviewten zunächst unklar, was sie erzählen sollten, wurden sie durch erzählgenerierenden Fragen animiert, den Schwerpunkt der Erzählung selbst zu setzen. Der große Vorteil dieser Herangehensweise liegt darin, dass keine Informationen durch eventuell falsche Schwerpunktsetzung seitens des Interviewers verloren gehen. Um Störungen möglichst gering zu halten, wurde der Erzählfluss während des Interviews nicht unterbrochen. Das Gesagte wurde lediglich mit einem Nicken quittiert oder wiederholt um zu verstehen zu geben, dass der Inhalt verstanden wurde (Lamnek 2010: 340). Dieses Vorgehen dient dazu Vertrauen zu generieren und dem Interview den Charakter eines Gesprächs zu verleihen, was die Situation weniger künstlich macht. Es sollten möglichst alle relevanten Ereignisse mit Bezug zu dem untersuchten Objektbereich geschildert werden.
Hierbei könnten bestimmte Episoden der (Lebens-) Geschichte und unterschiedliche Interaktionszusammenhänge, an denen der Informant teilgenommen hat, zur Erforschung des Objektbereichs besonders relevant sein. Auch wenn die Geschichte beendet ist, können nach kurzer Bedenkzeit weitere Ergänzungen durch den Interviewten folgen. Es empfiehlt sich daher, auch nach dem scheinbaren Ende des Erzählens, noch kurz mit Nachfragen zu warten, da wichtige resümierende oder bilanzierende Erzählpassagen folgen können (Hermanns 1992: 119–120).
Im Anschluss an die freie Erzählung wurden erzählgenerierende Fragen gestellt, die sich aus den Stichpunkten ergaben, die während der Interviews notiert wurden. Entsprechend des von Fischer-Rosenthal und Fischer (Fischer-Rosenthal 1997: 418, zit. n. Hopf 2010: 356) dargestellten zweiten Typs des Nachfragens in biografisch-narrativen Interviews wurden in der vorliegenden Arbeit vor allem Fragen zu erwähnten Situationen, in der Gewalt eine Rolle spielte, gestellt. In dieser „Rückgriffphase“ (Schnell et. al. 2011: 380) können auch vom Interviewer unverstandene Erzählpassagen angesprochen werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Gewalt in Flüchtlingscamps ein, definiert das Forschungsinteresse und formuliert die zentralen Fragestellungen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsbestimmung zu Migration, Gewalt und den spezifischen Bedingungen im Flüchtlingskontext, einschließlich der Rolle internationaler Organisationen.
3. Ort der Erhebung: Das Flüchtlingscamp Kakuma: Hier werden der Standort des Camps, seine organisatorischen Besonderheiten und die Lebensbedingungen der dort ansässigen Flüchtlinge beschrieben.
4. Methodik und Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert den methodischen Ansatz des narrativen Interviews und der Grounded Theory zur Erforschung subjektiver Gewaltbiografien.
5. Darstellung der Ergebnisse: Die zentralen Befunde zur Gewaltbetroffenheit, den Bewältigungsstrategien, Rahmenbedingungen und Konsequenzen werden anhand des Kodierparadigmas strukturiert präsentiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die methodischen Stärken sowie die Grenzen der Studie im Forschungskontext.
Gewalt, Flüchtlingscamp, Kakuma, Grounded Theory, narratives Interview, aktive Schützen, Gender Based Violence, Flüchtlingsstatus, Camporganisation, soziale Netzwerke, Gewaltbiografie, humanitäre Hilfe, Empowerment, interpersonale Gewalt, Migrationssoziologie.
Die Arbeit untersucht die Erfahrungen mit Gewalt von Flüchtlingen im Camp Kakuma in Kenia und die Strategien, die diese Menschen anwenden, um sich davor zu schützen.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Definition von Gewalt, die Organisationsstrukturen im Flüchtlingscamp sowie die individuellen Gewaltbiografien der Interviewten.
Ziel ist es, die Bedingungen und Formen von Gewalt aus Sicht der Betroffenen zu verstehen und aufzuzeigen, wie sie aktiv versuchen, ihre Situation zu beeinflussen.
Die Studie nutzt das narrative Interview zur Datengewinnung und die Grounded Theory nach Strauss/Corbin zur Analyse und Kategorisierung der Ergebnisse.
Der Hauptteil widmet sich der Darstellung der Analyseergebnisse, inklusive der Ursachen, Formen der Gewaltbetroffenheit und der Bewältigungsstrategien wie Flucht oder die Inanspruchnahme offizieller Stellen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gewalt, Flüchtlingscamp, aktive Schützen, Grounded Theory und Gewaltbiografien.
Diese Areale dienen als geschützte Räume für akut bedrohte Flüchtlinge, führen jedoch auch zu einer starken Isolation und Einschränkung der persönlichen Freiheit.
Sie fungieren als Gatekeeper, die den Zugang zu Hilfeleistungen steuern und oft versuchen, Gewaltfälle intern nach kulturellen Regeln zu schlichten, anstatt sie an offizielle Instanzen weiterzuleiten.
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