Bachelorarbeit, 2011
56 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Beschreibung: Der Rote Punkt
3. Aspekte und Akzente von Kunst im Kontext religiösen Lernens
4. Zwei Voraussetzungen für die Erschließung von Erkenntnispotenzialen der abstrakten Kunst
4.1 Aufmerksamkeit
4.2 Ein neues Verstehen von Kunstwerken
5. Methodische Schritte zur adäquaten Annäherung an abstrakte Kunst
5.1 Spontane Wahrnehmung
5.2 Analyse der Formensprache
5.3 Innenkonzentration
5.4 Analyse des Bildgehaltes
5.5 Identifizierung mit dem Bild
6. Fazit
7. Bildteil
8. Anhang: Auszug aus einer Predigt von Pfarrer Bernhard Honsel
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen für die religionspädagogische Einbindung moderner abstrakter Kunst am Beispiel des Werks „Gerundetes Rot“ von Rupprecht Geiger in der St. Ludwig-Kirche in Ibbenbüren.
2. Beschreibung: Der Rote Punkt
Im Jahr 1971 wurde der Innenraum der St. Ludwig-Kirche in Ibbenbüren renoviert. Dabei ging es nicht nur um die Beseitigung von Abnutzungsmängeln und entsprechend dem Wiederherstellen des ursprünglichen Standes der Nutzbarkeit. Vielmehr ging mit den Maßnahmen eine völlige Neugestaltung einher.
Eines der markantesten Bestandteile stellt sicherlich die Chorraumwand dar. Sie ist mit einer ca. sechs Meter durchmessenden, intensiv leuchtenden roten Kreisfläche bemalt. Realisiert wurde die Wandgestaltung von Rupprecht Geiger, und zwar nach Entwürfen des Münsteraner Architekten Dieter G. Baumewerd – welcher bei der Konzeption der Gestaltung übrigens an eine Sonne dachte.
Die umgangssprachliche Bezeichnung dieser Wandgestaltung: Roter Punkt. Gestalterisch präziser ist die Bezeichnung Gerundetes Rot, mit der das monochrome Bild in verschiedenen einschlägigen Publikationen betitelt wird. Denn die rein geometrische Grundform der Kreisfläche (so man diese als flächige Erweiterung eines Punktes – im geometrischen Sinne zwar falsch, aber im künstlerischen Kontext nicht unüblich – ansieht) wird vom Künstler verändert: „Das Rot rundet sich weder genau kreisförmig, noch elliptisch, noch ungleichseitig wie ein Oval, sondern plattet sich vorbildlos an vier Seiten ab“ (siehe z.B. Abb. 04). Diese Formgebung muss bezüglich ihrer Intention aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Neben der Eröffnung des möglichen Assoziationsraumes ‚Sonne’ entschied sich der Architekt in seinem Entwurf dafür, mit der monochromen Farbfläche auf die baulichen Gegebenheiten einzugehen.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema der Chorraumwandbemalung in der St. Ludwig-Kirche ein und definiert den Begriff der abstrakten Kunst für diese Arbeit.
2. Beschreibung: Der Rote Punkt: Dieser Abschnitt beschreibt das Kunstwerk „Gerundetes Rot“ von Rupprecht Geiger, seine formale Gestaltung und die Intention der Wandbemalung.
3. Aspekte und Akzente von Kunst im Kontext religiösen Lernens: Hier wird untersucht, wie die Strahlkraft des Kunstwerks als Lernort fungieren kann und welche theoretischen Grundlagen dies stützen.
4. Zwei Voraussetzungen für die Erschließung von Erkenntnispotenzialen der abstrakten Kunst: Das Kapitel behandelt die notwendige Aufmerksamkeit und die Entwicklung neuer Sehgewohnheiten für den Zugang zu moderner Kunst.
5. Methodische Schritte zur adäquaten Annäherung an abstrakte Kunst: Dieser Hauptteil erläutert die fünf Stufen der Bildbegegnung nach Günther Lange und ihre Anwendung auf abstrakte Kunstwerke.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, insbesondere im Hinblick auf die religiöse Relevanz der Wahrnehmungsschulung durch moderne Kunst.
Abstrakte Kunst, Kirchenraum, Religionspädagogik, Rupprecht Geiger, Gerundetes Rot, Bilddidaktik, Ästhetische Wahrnehmung, Bildrezeption, religiöse Bildung, moderne Kunst, Erkenntnispotenzial, Farbe, St. Ludwig-Kirche, Bildbetrachtung, Anthropologische Wende.
Die Arbeit untersucht das Werk „Gerundetes Rot“ des Künstlers Rupprecht Geiger in der St. Ludwig-Kirche in Ibbenbüren unter religionspädagogischen Gesichtspunkten.
Die Themen umfassen die Bilddidaktik, die Wahrnehmungstheorie, die christliche Ästhetik und die Frage, wie abstrakte Kunst im religiösen Kontext verstanden werden kann.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie abstrakte Kunst durch methodische Annäherungsprozesse Erkenntnispotenziale entfalten kann, die auch für religiöse Bildungsprozesse relevant sind.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fächerübergreifende Analyse, die theologische, didaktische, kunstwissenschaftliche und wahrnehmungspsychologische Ansätze kombiniert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Voraussetzungen der Bildbetrachtung und leitet daraus konkrete methodische Schritte ab, um sich anspruchsvoller abstrakter Kunst adäquat zu nähern.
Die Kernbegriffe sind abstrakte Kunst, religiöse Bildung, Bilddidaktik, Wahrnehmung und ästhetische Erschließung.
Das abstrakte Bild dient dazu, Sehgewohnheiten aufzubrechen und durch die ästhetische Konzentration auf die Farbe einen Raum für neue Erfahrungen zu schaffen, die über konventionelle Darstellungen hinausgehen.
Anders als bei abbildender Kunst, die oft eine eindeutige inhaltliche Deutung zulässt, erfordert Geigers Werk eine bewusste Verlangsamung des Sehens und die Bereitschaft, die eigene Wahrnehmung als Teil der Deutung zu begreifen.
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