Doktorarbeit / Dissertation, 2015
223 Seiten, Note: 1.3
1 Theorie
1.1 Einführung und Ziele der Studie
1.2 Begriffsdefinitionen
1.2.1 Unterscheidung von Belastung und Beanspruchung
1.2.2 Belastbarkeit
1.2.3 Erholung
1.2.4 Überbeanspruchung (Overreaching)
1.2.5 Infektanfälligkeit
1.3 Das Transaktionale Stressmodell
1.3.1 Ressourcen und individuelle Voraussetzungen
1.3.1.1 Theorie der Ressourcenerhaltung
1.3.2 Belastungsbewältigung als aktiver Prozess
1.4 Das Modell zur Wechselbeziehung von Beanspruchungszuständen und Erholungsanforderungen
1.5 Empirische Befunde im Sport
1.5.1 Belastung und Beanspruchung im Sport
1.5.1.1 Physiologische Maße der Beanspruchung im Sport
1.5.1.2 Psychische Maße der Beanspruchung im Sport
1.5.1.3 Zusammenhang psychischer und physiologischer Maße im Sport
1.5.2 Erholungsprozesse im Sport
1.5.3 Individuelle psychische Voraussetzungen und Ressourcen im Sport
1.5.3.1 Personenmerkmale im Sport
1.5.3.2 Umweltmerkmale im Sport
1.6 Sportimmunologie - Infektanfälligkeit
1.6.1 Der Einfluss der Trainingsbelastung auf die Infektanfälligkeit
1.6.2 Der Einfluss der wahrgenommenen Beanspruchung auf die Infektanfälligkeit
1.7 Ein Belastungs- Beanspruchungsmodell für den Sport und Konsequenzen für die Praxis
1.8 Fazit
2 Empirische Studie
2.1 Forschungsfragen & Hypothesen
2.2 Aufbau der Studie
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Studiendesign und Datenerhebung
3.2.1 Forschungsmodell
3.2.2 Messinstrumente
3.2.3 Datenverarbeitung
3.3 Testverfahren
4 Ergebnisse
4.1 Teilbereich I: Gesamterhebung
4.1.1 Prüfung der Voraussetzungen und deskriptive Ergebnisse
4.1.2 Prüfung der Hypothese 1 und Hypothese 2
4.1.3 Prüfung der Hypothese 3 bis Hypothese 6
4.1.4 Prüfung der Hypothese 7 und Hypothese 8
4.1.5 Prüfung der Hypothese 9 und Hypothese 10
4.1.6 Diskussion Gesamtstichprobe
4.2 Teilbereich II: Das Metabolische Äquivalent (MET) als Trainingsbelastung
4.2.1 Deskriptive Beschreibung der Teilstichprobe
4.2.2 Analysen zum metabolischen Äquivalent (MET) und Trainingsumfang
4.2.3 Prüfung der Hypothese 1 und Hypothese 2
4.2.4 Prüfung der Hypothese 3 bis Hypothese 6
4.2.5 Prüfung der Hypothese 9 und Hypothese 10
4.2.6 Diskussion
4.3 Teilbereich III: Extremgruppen
4.3.1 Spezifizierte Hypothesen
4.3.2 Prüfung der Voraussetzungen
4.3.3 Deskriptive Beschreibung der Extremgruppen
4.3.4 Prüfung der spezifizierten Hypothese 1 und Hypothese 2
4.3.5 Prüfung der Hypothese 3 und Hypothese 4
4.3.6 Prüfung der Hypothese 5 und Hypothese 6
4.3.7 Prüfung der Hypothese 7 und Hypothese 8
4.3.8 Diskussion
5 Abschlussdiskussion
5.1 Übersicht: Überprüfung der Hypothesen auf Grundlage der Ergebnisse aus Teilbereich I und II sowie der Ergebnisse aus der Extremgruppenanalyse aus Teilbereich III
5.2 Besonderheiten und Grenzen der Studie
5.3 Implikationen für die Praxis
5.4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Trainingsbelastung, psychischen Voraussetzungen, wahrgenommener Beanspruchung und der Infektanfälligkeit bei jungen Leistungssportlern. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die individuelle Belastbarkeit zu entwickeln, um Athleten gezielt vor Überbeanspruchung und gesundheitlichen Risiken zu schützen.
1.2.1 Unterscheidung von Belastung und Beanspruchung
Zunächst ist die Unterscheidung von Belastung als objektivem Reiz und ihrer individuellen Wirkung auf das Individuum wichtig. Entsprechend wurden bereits Mitte der siebziger Jahre in der Arbeitswissenschaft Belastung und Beanspruchung als zwei Konzepte betrachtet (vgl. z. B. Rohmert & Rutenfranz, 1975). Umwelt- und Arbeitsbelastungen wie Lärm oder Arbeitsaufgaben stellen Belastungen dar, die unmittelbare physiologische Auswirkungen auf die Person haben. Die unmittelbare physiologische Auswirkung der Belastung auf die Person stellt die Beanspruchung dar. Aussagen zum Beanspruchungsgrad lassen sich damit anhand physiologischer Parameter (Nervensystem, Haut-Muskel-System, Herz-Kreislauf-System) treffen (vgl. Rohmert & Rutenfranz, 1975). Seit den achtziger Jahren werden auch psychische Belastungen und deren Beanspruchung betrachtet (vgl. Rohmert, 1984).
Anfangs wurde angenommen, dass der Beanspruchungszustand zuverlässig durch Belastungsfaktoren, beispielsweise Lärmbelastung, vorausgesagt werden kann (vgl. Schönpflug, 1985). Dabei wurde von einem linearen Ursache-Wirkung-Zusammenhang zwischen Belastung und Beanspruchung ausgegangen (vgl. Rohmert & Rutenfranz, 1975). Je höher die individuelle Höhe und Dauer einer Belastung (zum Beispiel Lärmbelastung), desto höher ist eine individuelle bestimmte Beanspruchung (zum Beispiel Stress).
Es zeigte sich allerdings, dass der Zusammenhang zwischen Belastung und Beanspruchung komplexer zu sein scheint. Rohmert (1984) wies auf individuelle Voraussetzungen (zum Beispiel Stresstoleranz, Habituation) hin, die auf den Zusammenhang zwischen Belastung und Beanspruchung wirken. So kann eine exogene Belastung (zum Beispiel 20 Minuten Dauerlauf) abhängig vom individuellen Trainingszustand einen hohen oder niedrigen Grad der Beanspruchung zur Folge haben.
1 Theorie: Stellt das theoretische Fundament dar, definiert zentrale Begriffe wie Belastung, Beanspruchung und Erholung und führt das Transaktionale Stressmodell sowie das Belastungs-Beanspruchungs-Modell ein.
2 Empirische Studie: Formuliert die konkreten Forschungsfragen und Hypothesen auf Basis der theoretischen Modelle.
3 Methode: Beschreibt detailliert die Stichprobe, das Studiendesign, die Messinstrumente und die angewandten statistischen Testverfahren.
4 Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Befunde unterteilt in Gesamterhebung, MET-basierte Analyse und Extremgruppen, inklusive Hypothesenprüfung und Diskussion.
5 Abschlussdiskussion: Führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert Grenzen der Studie und leitet Implikationen für die sportpsychologische Praxis ab.
Nachwuchsleistungssport, Trainingsbelastung, Beanspruchung, Erholung, Infektanfälligkeit, Stressmodell, Selbstregulation, Coping, Soziale Unterstützung, Belastbarkeit, Überbeanspruchung, Sportpsychologie
Die Dissertation untersucht die Belastbarkeit junger Leistungssportler im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Trainingsbelastung, psychischen Faktoren und gesundheitlichen Auswirkungen, insbesondere Infektanfälligkeit.
Die zentralen Felder sind die Stress- und Erholungsforschung im Sport, die psychologische Belastungssteuerung, individuelle Schutz- und Risikofaktoren sowie die Sportimmunologie.
Ziel ist es, den Zusammenhang von individuellen psychischen Voraussetzungen auf die Beziehung von Trainingsbelastung und Beanspruchung sowie deren Folge, die Infektanfälligkeit, im Nachwuchsbereich zu analysieren.
Es handelt sich um eine empirische Längsschnittstudie mit 146 Athleten aus deutschen D-Kadern, ergänzt durch multivariate statistische Analysen wie Regressionen und Mediationsanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theorie, die empirische Studienplanung und die detaillierte Darstellung sowie Diskussion der Ergebnisse aus drei unterschiedlichen Teilbereichen.
Die wichtigsten Begriffe sind Nachwuchsleistungssport, Trainingsbelastung, Beanspruchung, Infektanfälligkeit und individuelle psychische Ressourcen.
Das MET dient als differenzierteres Belastungsmaß, da es neben der Zeitdauer auch Intensität, Körperparameter und Geschlecht berücksichtigt und somit eine genauere Analyse als der reine Zeitumfang erlaubt.
Soziale Unterstützung fungiert als wichtiger Schutzfaktor, der bei hoher Trainingsbelastung die beanspruchungsmindernde Wirkung auf Athleten signifikant positiv beeinflussen kann.
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