Masterarbeit, 2015
74 Seiten
1. Einleitung
2. Investitionsentscheidung
2.1. Portfoliowahl ohne Steuern
2.2. Vermögenselastizität und Risikoaversion
3. Partialanalyse der Steuerwirkung
3.1. Vermögensteuer
3.2. Einkommensteuer
3.2.1. Domar-Musgrave-Effekt
3.2.2. Vermögenseffekt
3.3. Beschränkter Verlustausgleich
3.4. Begünstigung von Risikokapitalanlagen
3.5. Beschränkte Haftung
4. Totalanalyse der Steuerwirkung
4.1. Systematische Risiken
4.2. Individuelle Risiken/Fehlende Kapitalmärkte
4.3. Beschränkte Haftung
5. Unvollständige Informationen
5.1. Moral Hazard
5.2. Adverse Selektion
6. Schlussfolgerungen
7. Anhang
Die Masterarbeit analysiert die Auswirkungen staatlicher Steuerpolitik auf die Risikoallokation bei Investitionsentscheidungen unter Berücksichtigung verschiedener Marktbedingungen und Annahmen. Das primäre Ziel ist es, die steuerliche Beeinflussung des Risikoverhaltens privater Akteure zu durchleuchten und theoretisch fundierte Aussagen über die Wirkungsweise sowie mögliche wohlfahrtsökonomische Folgen zu treffen.
2.1. Portfoliowahl ohne Steuern
Betrachtet wird ein repräsentativer Investor mit der Anfangsausstattung bzw. dem Anfangsvermögen W0, das er durch die Wahl eines Portfolios möglichst vorteilhaft investieren möchte. Die Höhe der Anfangsausstattung W0 ist exogen gegeben und per Annahme unabhängig von einer später zu untersuchenden Steuerwirkung. Die Wirkung der Steuer auf die intertemporale Allokationsentscheidung, wie viel überhaupt investiert und konsumiert werden soll, wird dadurch explizit ausgeklammert. Zwei konkurrierende Anlageoptionen stehen dem Investor zur Verfügung, die sich in möglichem Ertrag und Risiko unterscheiden: eine risikofreie und eine risikobehaftete Anlageoption. Für jede Einheit, die der Investor in die sichere und risikofreie Anlageform investiert, erhält er in jedem Fall den garantierten Ertrag in Höhe von (1 + r) Einheiten. Im Allgemeinen ist r > 0, wobei in späteren Analysen zur Vereinfachung davon ausgegangen wird, dass die sichere Anlageform keinen Ertrag einbringt (r = 0). In vielen Darstellungen wird die sichere Anlageoption dann als Bargeld in einer Welt ohne Inflationswirkung verstanden. Alternativ sind auch relativ sichere Staatsanleihen oder festverzinste Kapitalanlagen vorstellbar. Für jede Einheit, die der Investor in die unsichere und riskante Anlageform investiert, erhält er den Ertrag in Höhe von (1 + xs) Einheiten. Hierbei ist xs eine Zufallsvariable, die je nach Umweltzustand s verschiedene Werte annehmen kann.
Zur Vereinfachung und grafischen Darstellung wird im Folgenden angenommen, dass die Variable xs nur zwei Werte s = 1,2 mit positiven Wahrscheinlichkeiten annehmen kann: Im günstigen Umweltzustand, der mit der Erfolgswahrscheinlichkeit π eintritt, nimmt xs den Wert x1 an und im ungünstigen Umweltzustand, der mit der Misserfolgswahrscheinlichkeit (1 - π) eintritt, den Wert x2. Dabei ist der Ertrag der riskanten Anlage im günstigen Umweltzustand größer (x1 > r) und im ungünstigen Umweltzustand kleiner (x2 < r) als der Ertrag der sicheren Anlage. Wenn der Ertrag der unsicheren Anlageform in beiden Umweltzuständen größer bzw. kleiner als der Ertrag der sicheren Anlageform wäre, würde sich für den Investor kein Entscheidungsproblem ergeben. Er würde seine gesamte Anfangsausstattung in die riskante bzw. in die sichere Anlageoption investieren.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet das Sicherheitsbedürfnis von Investoren und formuliert die zentrale Forschungsfrage zum Einfluss der Steuerpolitik auf die Risikoallokation.
2. Investitionsentscheidung: Hier wird das Grundmodell der Portfoliowahl zwischen zwei Anlageoptionen vorgestellt sowie die Rolle der Risikoaversion und der Vermögenselastizität erörtert.
3. Partialanalyse der Steuerwirkung: Dieser Teil untersucht isoliert die Effekte verschiedener Steuern, Verlustausgleichsmodelle und der beschränkten Haftung auf das Investitionsrisiko.
4. Totalanalyse der Steuerwirkung: Das Kapitel erweitert die Betrachtung auf eine Welt mit Steuer-Transfer-Systemen, wobei zwischen systematischen und individuellen Risiken unterschieden wird.
5. Unvollständige Informationen: Hier wird analysiert, wie Informationsasymmetrien (Moral Hazard, Adverse Selektion) die Wirksamkeit steuerlicher Eingriffe in Kapitalmärkten beeinflussen.
6. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und leitet wirtschaftspolitische Implikationen ab.
7. Anhang: Enthält mathematische Herleitungen zur Vermögenselastizität sowie zur Reaktion von Marktpreisen bei Informationsasymmetrien.
Steuerpolitik, Risikoallokation, Investitionsentscheidung, Portfolio, Risikoaversion, Vermögenselastizität, Einkommensteuer, Verlustausgleich, beschränkte Haftung, Moral Hazard, Adverse Selektion, Informationsasymmetrie, Kapitalmärkte, Risikoneigung, Domar-Musgrave-Effekt.
Die Arbeit untersucht, wie steuerpolitische Maßnahmen die Bereitschaft von Investoren beeinflussen, Risiken bei ihren Anlageentscheidungen einzugehen.
Die zentralen Themen umfassen Portfoliowahlmodelle, die Wirkung von Ertrags- und Vermögenssteuern, die Bedeutung von Verlustverrechnung sowie Informationsprobleme auf Finanzmärkten.
Das Ziel ist es, zu klären, unter welchen Bedingungen Steuern risikofördernd oder risikodämpfend wirken und welche Rolle dabei Annahmen wie Risikoaversion oder Marktunvollkommenheiten spielen.
Es werden mathematisch-theoretische Portfoliomodelle (Zwei-Zustands-Diagramme) verwendet, um Wirkungen von Steuern in Partial- und Totalanalysen herzuleiten.
Der Hauptteil analysiert die Steuerwirkung ausgehend von einem Grundmodell, erweitert um Szenarien wie Verlustausgleich, beschränkte Haftung sowie Effekte bei Informationsasymmetrien.
Wesentliche Begriffe sind Steuerpolitik, Risikoallokation, Portfolio, Moral Hazard, Adverse Selektion und Vermögenselastizität.
Sie bestimmt maßgeblich, ob ein Investor bei steigendem Vermögen oder geänderten Steuersätzen seinen riskanten Portfolioanteil anpasst, was über das Vorzeichen des Steuereffekts entscheidet.
Er beschreibt das kontraintuitive Phänomen, dass eine proportionale Besteuerung mit vollem Verlustausgleich die private Risikobereitschaft erhöhen kann, da sich der Staat am Verlustrisiko beteiligt.
Beschränkte Haftung führt tendenziell zu einer exzessiven Risikoneigung, da der Investor nicht den vollen Verlust trägt, was durch hohe Steuersätze moderiert werden kann.
Bei Moral Hazard oder Adverse Selektion kann eine Steuer die Anreizstrukturen zerstören, die ursprünglich eine halbwegs effiziente Diversifizierung erst möglich machten.
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