Masterarbeit, 2015
86 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Untersuchungsziel
1.2 Gang der Untersuchung
2. Grundlagen der Europäischen Union
2.1 Rechtliche Grundlage der EU
2.2 Ziele der EU
2.3 Rechtsetzung in der EU
3. Das europäische Bilanzrecht
3.1 Grundlagen der Rechnungslegung
3.1.1 Zwecke der Rechnungslegung
3.1.2 Informationsinteressen der Rechnungslegungsadressaten
3.1.3 Internationale Rechnungslegungskonzepte
3.2 Harmonisierung und Standardisierung der Rechnungslegung innerhalb der EU
3.2.1 Harmonisierung durch EU-Bilanzrichtlinien
3.2.1.1 Zweck und Konzeption der Harmonisierung
3.2.1.2 Die Jahresabschlussrichtlinie
3.2.1.3 Die Konzernabschlussrichtlinie
3.2.1.4 Die Abschlussprüferrichtlinie
3.2.1.5 Der Kompromisscharakter der Jahresabschlussrichtlinie
3.2.1.6 Die Entwicklung der Richtlinien
3.2.2 IAS-Verordnung der EU
3.3 Die EU-Reform der Rechnungslegung
3.3.1 Die Micro-Richtline
3.3.1.1 Hintergrund und Entstehung der Richtlinie
3.3.1.2 Inhalt der Richtlinie
3.3.1.3 Umsetzung der Micro-Richtlinie in deutsches Recht
3.3.2 IFRS für KMU
3.3.3 Die neue EU-Bilanzrichtlinie
3.3.3.1 Zielsetzung, Hintergrund und Entstehung der Richtlinie
3.3.3.2 Wesentliche Inhalte der neuen EU-Bilanzrichtlinie
3.3.3.3 Umsetzung ins deutsche Recht
4. Analyse der neuen EU-Bilanzrichtlinie
4.1 Analyse der Bilanzrichtlinie anhand ihrer Struktur
4.1.1 Anwendungsbereich, Begriffsbestimmungen und Kategorien von Unternehmen und Gruppen
4.1.2 Allgemeine Bestimmungen, Angaben und Grundsätze
4.1.3 Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung
4.1.4 Anhang und Lagebericht
4.1.5 Konsolidierte Abschlüsse und Berichte
4.1.6 Offenlegung und Abschlussprüfung
4.1.7 Befreiungen und Einschränkungen
4.1.8 Neuer Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen und Schlussbestimmungen
4.2 Analyse der Bilanzrichtlinie anhand seiner Auswirkungen auf das deutsche Bilanzrecht
5. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Änderungen der neuen EU-Bilanzrichtlinie im Vergleich zu den vorherigen Vierten und Siebenten Richtlinien zu analysieren und zu prüfen, inwieweit die neue Richtlinie die von der EU formulierten Zielsetzungen erreicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewertung der Auswirkungen dieser Reformen auf das deutsche Bilanzrecht sowie der Untersuchung weiterer europäischer Entlastungsbemühungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
3.1.3 Internationale Rechnungslegungskonzepte
Unter einem Rechnungslegungssystem wird in der Literatur die Gesamtheit aller Rechnungslegungsregelungen und -prinzipien, die von einem bestimmten Kreis von Unternehmen angewendet werden, verstanden.68 Darüber hinaus werden häufig auch die Art und Weise der Regulierung nationaler Rechnungslegungsregelungen und die Vorschriften und Maßnahmen zur Regeldurchsetzung als Bestandteil von Rechnungslegungssystemen gesehen.69 Unterschiede zwischen existierenden Rechnungslegungssystemen begründen sich bspw. in divergierenden Ausprägungen und Gewichtungen länderspezifischer Einfluss- und Umweltfaktoren. Diese unterschiedlichen Faktoren führen zu uneinheitlichen Zielsetzungen der Rechnungslegung, weshalb sich infolgedessen auch unterschiedliche Rechnungslegungsnormen entwickeln. Zur Darlegung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Rechnungslegungssystemen eignet sich die Klassifizierung in kontinentaleuropäisch und anglo-amerikanisch geprägte Rechnungslegungssysteme. Die Klassifizierung erlaubt es außerdem Länder anhand ihres Rechnungslegungssystems in möglichst homogene Gruppen einzuteilen und erleichtert das Verständnis von Rechnungslegungssystemen. Dementsprechend findet man bspw. in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien eine kontinentaleuropäisch geprägte Rechnungslegung vor, wohingegen in Ländern wie Australien, Großbritannien, Kanada und den USA eine anglo-amerikanisch geprägte Rechnungslegung praktiziert wird.70
Als ein wichtiger Einflussfaktor bezüglich des Rechnungslegungssystems ist das Rechtssystem zu nennen. Das Rechtssystem wirkt sich auf die formale Ausgestaltung der Rechnungslegungsnormen und den Normierungsprozess selbst aus. Hierbei ist das kontinentaleuropäische Rechtssystem des „code law“ vom anglo-amerikanischen System des „case law“ abzugrenzen. Das sogenannte code law baut auf verbindlich, vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, Normen auf. Diese besitzen einen hohen Abstraktionsgrad, so dass sie auf eine Vielzahl gleichartiger Einzelfälle angewendet werden können.71 Die Auslegung der Normen findet in erster Linie über ihre praktische Anwendung statt. Lediglich In Zweifelsfällen entscheiden Gerichte und Verwaltungen über die Auslegung der Normen.72 Das sogenannte case law basiert hingegen prinzipiell auf einzelfallbezogene Gerichtsentscheidungen.73 Einzelne Rechtsstreitigkeiten werden demzufolge separat entschieden und die Ergebnisse anschließend auf ähnliche Fälle übertragen.74 Darüber hinaus werden aus dieser Vielzahl von Einzelfallentscheidungen allgemeine Rechtsprinzipien bzw. Standards abgeleitet.75 Der Abstraktionsgrad der Regelungen, die aus diesen Rechtsstreitigkeiten hervorgehen, bleibt allerdings begrenzt, so dass es sich beim case law im Gegensatz zum code law eher um eine detaillierte Regelung von Einzelfragen handelt.76
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Arbeit, welche in der Harmonisierung des europäischen Bilanzrechts sowie der Kritik an bestehenden Richtlinien und deren Anpassung an internationale Standards liegt.
2. Grundlagen der Europäischen Union: Hier werden die rechtlichen Grundlagen der EU, die daraus resultierenden wirtschaftspolitischen Ziele und die Mechanismen der europäischen Rechtsetzung dargelegt, um das Handeln der EU im Bilanzbereich zu legitimieren.
3. Das europäische Bilanzrecht: Dieses Kapitel behandelt grundlegende Rechnungslegungszwecke, unterschiedliche Informationsinteressen der Adressaten sowie die Notwendigkeit der Harmonisierung durch verschiedene Richtlinien und die IAS-Verordnung.
4. Analyse der neuen EU-Bilanzrichtlinie: Das Kernstück der Arbeit untersucht die neue EU-Bilanzrichtlinie detailliert anhand ihrer Struktur und bewertet ihre spezifischen Auswirkungen auf das deutsche Handelsgesetzbuch und die Rechnungslegungspraxis.
5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und kommt zu dem Schluss, dass die Reform zwar einige Vereinfachungen bietet, aber das Ziel einer umfassenden Harmonisierung und Entlastung aufgrund zahlreicher Wahlrechte nur begrenzt erreicht wurde.
EU-Bilanzrichtlinie, Rechnungslegung, Harmonisierung, Jahresabschluss, Konzernabschluss, KMU, HGB, IAS-Verordnung, Informationsfunktion, Gläubigerschutz, BilRUG, Micro-Richtlinie, IFRS für KMU, True-and-fair-view, Wesentlichkeitsgrundsatz.
Die Arbeit befasst sich mit der EU-Reform der Rechnungslegung, insbesondere mit der neuen EU-Bilanzrichtlinie, und untersucht, wie diese Reformen das europäische Bilanzrecht beeinflussen und wie sie in deutsches Recht umgesetzt werden.
Zu den Themenfeldern gehören die rechtlichen Grundlagen der EU, die Harmonisierung des Bilanzrechts, die spezifischen Anforderungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die praktische Umsetzung von Richtlinien in nationales Recht.
Das Ziel ist die Diskussion der Änderungen der neuen EU-Bilanzrichtlinie im Vergleich zu ihren Vorgängern und die kritische Würdigung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen bezüglich der Vergleichbarkeit von Abschlüssen und der Verwaltungsvereinfachung.
Die Arbeit stützt sich auf eine strukturierte Analyse von EU-Richtlinien, Rechtsvorschriften (insbesondere HGB) sowie Fachliteratur und Stellungnahmen zu Reformvorhaben wie dem BilRUG.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der neuen Bilanzrichtlinie, der Micro-Richtlinie sowie der IFRS für KMU, wobei auch deren theoretische Hintergründe und Auswirkungen auf die deutsche Bilanzierungspraxis beleuchtet werden.
Schlüsselbegriffe sind EU-Bilanzrechtsreform, Harmonisierung, Jahresabschluss, KMU-Erleichterungen, Gläubigerschutz und Informationsfunktion.
Die neue Richtlinie führt unter anderem einheitlichere Kataloge für Anhangangaben ein, hebt Schwellenwerte für Unternehmensgrößen an und integriert expliziter Grundsätze wie den des wirtschaftlichen Gehalts (Substance over Form) und den Wesentlichkeitsgrundsatz.
Die Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die EU-Richtlinie viele Wahlrechte lässt, die mit der deutschen Rechnungslegungstradition und den bestehenden "Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung" (GoB) in Einklang gebracht werden müssen, um einerseits Erleichterungen zu ermöglichen, andererseits aber das Ziel des Gläubigerschutzes nicht zu gefährden.
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