Masterarbeit, 2014
86 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Der Wert des Wissens
2.1 Der Wissensbegriff in der Philosophie
2.2 Wissen, Zufall, gerechtfertigte Meinung
2.3 Lösungsversuche
2.4 Der Wert des Wissens
2.5 Das Wissen und seine Grenzen
2.6 Wissenserwerb
3 Dummheit und Torheit
3.1 Die Begriffe „Dummheit“ und „Torheit“
3.2 Dummheit und Torheit in Literatur und Philosophie
3.3 Wissenwollen und Interessenehmen
3.4 Nichtwissen-wollen
3.5 Die Unauffälligkeit epistemischer Werte
3.6 Ironie – eine Reaktion auf die Torheit
3.7 Aktuelle Debatten zu Dummheit und Torheit
4 Schluss
Diese Masterarbeit untersucht die philosophischen Begriffe Wissen, gerechtfertigte Meinung und Nichtwissen, wobei sie diese mit klassischen Problemen wie dem Menon-Dialog und dem Gettier-Problem in einen erkenntnistheoretischen Kontext setzt. Das Ziel besteht darin, Nichtwissen sowie die damit verbundenen Phänomene Dummheit und Torheit systematisch einzuordnen und ihren epistemischen Status innerhalb des wissenschaftlichen Umfelds zu beleuchten.
Der Wissensbegriff in der Philosophie
Im Alltag wird der Begriff Wissen ungenau verwendet. Bei Schülerinnen und Schülern wird das Wissen abgeprüft. Manche Dinge, wie z.B. der Name eines Menschen, werden als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt. Auch wird oft Tieren Wissen unterstellt, wie z.B. einer Katze, die weiß, was sie nicht darf. Lehrerinnen und Lehrer werden als Wissensvermittler dargestellt.
Schließlich zieren auch viele Zitate über Wissen so manches Buch und letztendlich wird dem Wissen Macht („Wissen ist Macht“) und dem Nichtwissen eine geringe Rolle („Nichtwissen macht auch nichts“) zugesprochen.
Verlässt man diesen Alltagsdiskurs gerät man in ein Forschungsfeld, das nicht mehr in dieser Selbstverständlichkeit von Wissen sprechen kann. Es stellt sich die Frage, ob die Dinge, die einem erscheinen, und von denen wir behaupten, Wissen um diese zu besitzen, tatsächlich gewusst werden. Dieses Wissen bezieht sich schließlich auf die menschliche Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist aber bei Tieren eine andere, da diese die Welt mit vom Menschen unterschiedlichen Sinnesorganen wahrnehmen. Ein Text von Kant, der von einem Tonbandgerät wiedergegeben wird, kann für den Zuhörer einen Erkenntnisprozess eröffnen, so dass er dann sagen kann, dass er nun weiß, was Kant gemeint habe. Für die Hauskatze stellt sich dieser philosophische Hörtext nur als Schall dar. Hiermit soll keineswegs der Diskurs zur Tierethik eröffnet werden, es soll nur gezeigt werden, dass der Skeptizismus, der das Wissen systematisch in Zweifel zieht, eine Basis für die Diskussion um das Wissen darstellt. Schließlich sollen die Überzeugungen, die wir durch die Erkenntnis erlangen, hinterfragt werden.
Kant sieht in der Kritik der reinen Vernunft die menschliche Erkenntnis als Erscheinung des Dings an sich. Dieses Ding an sich bleibt dem Menschen verborgen. Nur durch ein System (die Kategorien) erlangen wir Erkenntnis von einer Sache und behaupten, dass wir über diese Affektion von dieser Wissen besitzen. Dies führt zu den beiden Fragen der Erkenntnistheorie: Was können wir wissen? Was ist Wissen?
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder Wissen, Meinung und Nichtwissen ein und stellt die methodische Herangehensweise der Arbeit dar.
2 Der Wert des Wissens: Dieses Kapitel untersucht den klassischen Wissensbegriff, die Problematik von Zufall und Rechtfertigung sowie die Grenzen der Erkenntnis.
2.1 Der Wissensbegriff in der Philosophie: Es wird die ungenaue alltägliche Verwendung von Wissen kritisch hinterfragt und die Basis für eine erkenntnistheoretische Analyse gelegt.
2.2 Wissen, Zufall, gerechtfertigte Meinung: Hier werden die Bedingungen für Wissen anhand der Standardanalyse und des Gettier-Problems analysiert.
2.3 Lösungsversuche: Dieses Kapitel erörtert Ansätze, um das Gettier-Problem zu bewältigen und den Wissensbegriff zu stabilisieren.
2.4 Der Wert des Wissens: Platonisch inspiriert wird der Mehrwert von Wissen gegenüber bloß wahrer Meinung und deren praktische Relevanz untersucht.
2.5 Das Wissen und seine Grenzen: Hier werden die metaphysischen und empirischen Schranken menschlicher Erkenntnis diskutiert.
2.6 Wissenserwerb: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie soziale Faktoren und persönliches Interesse den Prozess des Wissenserwerbs beeinflussen.
3 Dummheit und Torheit: Dummheit und Torheit werden als eigenständige, philosophisch unterrepräsentierte Forschungsfelder eingeführt und gegen das Wissen abgegrenzt.
3.1 Die Begriffe „Dummheit“ und „Torheit“: Es erfolgt eine lexikalische und begriffliche Differenzierung beider Phänomene.
3.2 Dummheit und Torheit in Literatur und Philosophie: Die Darstellung dieser Begriffe in verschiedenen kulturellen und philosophischen Werken wird analysiert.
3.3 Wissenwollen und Interessenehmen: Dieses Kapitel untersucht die psychologischen und affektiven Motivationen, die dem Streben nach Wissen zugrunde liegen.
3.4 Nichtwissen-wollen: Hier wird Nichtwissen-wollen als bewusste Entscheidung gegen epistemische Werte und als strukturelles Merkmal der Torheit dargestellt.
3.5 Die Unauffälligkeit epistemischer Werte: Die Problematik, dass Wissen und Erkenntnisinteresse oft unauffällig im Hintergrund agieren, wird hier thematisiert.
3.6 Ironie – eine Reaktion auf die Torheit: Ironie wird als spezifische, wenn auch ambivalente Antwortform auf törichtes Handeln identifiziert.
3.7 Aktuelle Debatten zu Dummheit und Torheit: Ein Überblick über zeitgenössische Diskussionen und die Schwierigkeiten, diese Begriffe wissenschaftlich zu fassen.
4 Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Kontextualisierung von Wissen und Nichtwissen komplex bleibt und weiterführende Fragen in der Philosophie aufwirft.
Erkenntnistheorie, Wissen, gerechtfertigte Meinung, Gettier-Problem, Dummheit, Torheit, Nichtwissen, Wissenserwerb, Wahrheitstheorie, Erkenntnisgrenzen, epistemischer Wert, Ironie, Interesse, Philosophie, Wissenwollen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der erkenntnistheoretischen Einordnung von Wissen und Nichtwissen sowie der Untersuchung der bisher vernachlässigten Begriffe Dummheit und Torheit.
Die zentralen Felder sind die klassische Wissensanalyse, der Wert des Wissens, die Motivation des Wissenserwerbs und die philosophische Differenzierung von Dummheit und Torheit.
Ziel ist es, den Wissensbegriff durch die Kontextualisierung mit Nichtwissen zu schärfen und Dummheit sowie Torheit als ernsthafte philosophische Gegenstände zu etablieren.
Die Arbeit nutzt erkenntnistheoretische Analysen, führt Gedankenexperimente (wie das Gettier-Problem) durch und interpretiert literarische sowie philosophische Texte zur Begriffsbestimmung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Wissensbedingungen (Teil 2) und eine anschließende Auseinandersetzung mit der Phänomenologie von Dummheit, Torheit und deren bewusster Ablehnung von Wissen (Teil 3).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erkenntnistheorie, Gettier-Problem, Dummheit, Torheit, Wissenwollen und Nichtwissen-wollen geprägt.
Dummheit wird meist als mangelnde Intelligenz oder kognitive Unfähigkeit verstanden, während Torheit als bewusstes Laster und aktive Ablehnung epistemischer Werte durch den ansonsten intelligenten Akteur definiert wird.
Die Ironie wird als eine Reaktion des Beobachters auf die Torheit analysiert, die jedoch selbst eine kognitive Herausforderung darstellt, da sie schwer zweifelsfrei zu identifizieren ist.
Es beschreibt den bewussten Akt eines Subjekts, sich einem Erkenntnisprozess zu entziehen oder kognitive Werte zu negieren, um das eigene Handeln oder Weltbild zu schützen.
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