Bachelorarbeit, 2005
53 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung und Fragestellung
2 Historischer Abriss
3 Die Bedeutung von nationaler Identität für den Kulturraum Triest
3.1 Allgemeine Definitionen und Eigenschaften des Nationenbegriffs
3.1.1 Nationalität als Grundlage für Identität
3.1.2 Die Bedeutung von Sprache als nationales Identifikationsmoment
3.1.3 Die national geprägte Wahrnehmung (Der nationale Blick)
4 Die kulturelle und nationale Konstellation in Triest um 1900
4.1 Die Dominanz der Italianità im multinationalen Triest
4.1.1 Die Italianità als kulturelle und alltägliche Bewegung
4.1.2 Die Italianità als politische Bewegung und ihre radikale Ausformung im Irredentismus
4.1.3 Die Diskrepanz zwischen dem vorgestellten Italien und der Realität nach 1918
4.1.4 Die Chancen des Multikulturalismus und ihre Umsetzung – Entstehung einer literarischen Metropole
5 Die literarische Umsetzung der nationalen Vielfalt
5.1 Eine theoretische Einführung in die Literatur als kulturhistorische Quelle
5.2 Die Selbstwahrnehmung eines Triestiners: Italo Svevo und seine Sicht auf Triest
5.2.1 Ein Biographischer Abriss und Überblick über das Werk Italo Svevos
5.2.2 Die Selbstwahrnehmung Italo Svevos am Beispiel von Zeno Cosini
5.2.3 Kritik an der italienischen Sprache in Svevos Romanen
5.3 Die Fremdwahrnehmung eines Iren: James Joyce und seine Sicht auf Triest
5.3.1 Ein Biographischer Abriss
5.3.2 Der Einfluss des Triest-Aufenthalts auf das literarische Werk von James Joyce
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Selbst- und Fremdwahrnehmung des multinationalen Kulturraums Triest um 1900. Ziel ist es, aus einer kulturhistorischen Perspektive zu beleuchten, wie nationale Identitätskonstruktionen und das Zusammenspiel verschiedener kultureller Einflüsse das Selbstverständnis der Stadt und ihrer Bewohner prägten, wobei insbesondere die literarische Auseinandersetzung von Italo Svevo und James Joyce analysiert wird.
3.1.2 Die Bedeutung von Sprache als nationales Identifikationsmoment
Die gemeinsame Nationalsprache ist eine der gewichtigsten kulturellen Komponenten im Prozess der Nationenbildung. Hobsbawm begegnet ihr als „archaisches Fundament einer Nationalkultur“, das in manchen Nationalstaatsbildungen zum Moment der Vereinigung wird, so zum Beispiel in Italien. Damit hat Hobsbawm gewiss nicht unrecht, zumindest insofern, als die gemeinsame Sprache eine der wenigen Komponenten ist, die wir klar umreißen können und die uns in Bezug auf Nationen und Kulturnationen Grenzen liefert. Anderson argumentiert aus der wirtschaftlichen Perspektive: Hochsprachen, die Dialekte in eine nationale Einheitssprache zusammenführen, entstünden zunächst zur Erleichterung des Handels, also zum Ankurbeln des kapitalistischen Systems. In Folge wird die Nationalsprache zum Kommunikationsmittel in Büchern und Zeitungen, so Grundlage für eine nationale Literatur und damit Vermittler einer gemeinsamen Kultur.
In einem nächsten Schritt erfolgt nach Anderson eine Bewertung der verschiedenen Sprachen und so bilden sich Machtsprachen und Machtkulturen heraus, ein Phänomen, das im Stadtgefüge Triests in der Rivalisierung zwischen slowenischer und italienischer Sprache und Kultur deutlich wird. Im Grunde dient die ungleiche, jedoch willkürlich definierte, Wertigkeit der Orientierung und der Rechtfertigung für Exklusion der „Anderen“. Auch in Bildungseinrichtungen ist die Sprache von großer Bedeutung. Nationales Bewusstsein wird besonders an Schulen und Universitäten vermittelt und gefördert und genau diese Institutionen basieren auf dem System einer gemeinsamen Sprache. Für das Bürgertum, ist die Qualifikation, in der Hochsprache lesen und schreiben zu können, entscheidend. Diese Fähigkeit ermöglicht einen Aufstieg in höhere Berufslaufbahnen. So impliziert der sichere Umgang mit Sprache einen Machtanspruch und die Freiheit, selbst über seinen Lebensweg als Bürger einer Nation bestimmen zu können.
1 Einleitung und Fragestellung: Diese Einleitung führt in die historische Besonderheit der Stadt Triest um 1900 ein und legt die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2 Historischer Abriss: Dieser Abschnitt skizziert die wechselvolle Geschichte Triests von der römischen Zeit über die Zugehörigkeit zur Habsburgermonarchie bis hin zur Situation nach dem Ersten Weltkrieg.
3 Die Bedeutung von nationaler Identität für den Kulturraum Triest: Es werden theoretische Grundlagen zu Nation und Identität erörtert, um die komplexen Prozesse der nationalen Identitätsbildung im spezifischen Kontext Triests verständlich zu machen.
4 Die kulturelle und nationale Konstellation in Triest um 1900: Dieses Kapitel untersucht die Dominanz der Italianità sowie die Auswirkungen des Irredentismus auf das soziale und politische Gefüge der Stadt.
5 Die literarische Umsetzung der nationalen Vielfalt: Anhand der Werke von Italo Svevo und James Joyce wird analysiert, wie die nationale Zerrissenheit und die multinationale Identität literarisch verarbeitet wurden.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Triestinità als Resultat einer heterogenen Grenzlage und deren heutige Bedeutung.
Triest, Italianità, Irredentismus, nationale Identität, Multikulturalismus, Italo Svevo, James Joyce, Triestinità, Habsburgermonarchie, Kulturraum, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Nationenbildung, Literaturgeschichte, Grenzregion.
Die Arbeit untersucht die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Stadt Triest um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und analysiert, wie multinationale Einflüsse und nationale Identitätskonzepte das Stadtleben prägten.
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Abriss der Stadt Triest, die Bedeutung der Italianità, das Aufkommen des Irredentismus sowie die literarische Verarbeitung von Identität und Fremdheit.
Ziel ist es, aus einer kulturhistorischen Perspektive zu klären, welche Faktoren das spannungsreiche kulturelle Gefüge Triests bestimmten und wie diese durch die Werke von Italo Svevo und James Joyce reflektiert wurden.
Die Autorin/der Autor nutzt einen kulturhistorischen Ansatz sowie eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, um die untersuchten Phänomene und Primärquellen einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Identität und Nation, eine detaillierte Analyse der politischen und kulturellen Lage in Triest sowie eine Untersuchung literarischer Primärquellen bezüglich der Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Die zentralen Begriffe sind Triest, Italianità, Irredentismus, nationale Identität, multinationale Identität, Italo Svevo und James Joyce.
Svevo thematisiert die Zerrissenheit des Triestiners zwischen verschiedenen kulturellen Einflüssen, während Joyce Triest als inspirierende, wenn auch komplexe Umgebung wahrnimmt, die ihm half, seine künstlerische Identität zu formen.
Die Sprache fungiert als zentrales Identifikationsmerkmal und Machtinstrument, das sowohl zur Abgrenzung gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen (wie den Slowenen) als auch zur Konstruktion nationaler Zugehörigkeit genutzt wurde.
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