Masterarbeit, 2009
106 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
TEIL I – SOZIOLOGISCHE PERSPEKTIVEN
1. Kontext und Fragestellungen
1.1 Kontext
1.2 Hypothesen
2. Methode der Datenerhebung
2.1 Erstellung des Leitfadens
2.2 Auswahl der Interviewpartner
2.3 Kontaktaufnahme zu den Gesprächspartnern
2.4 Durchführung der Interviews
3. Auswertung
3.1 Auswahl und Erläuterung der Methode
3.2 Konkretes Prozedere in der vorliegenden Arbeit
3.3 Die rechtliche Stellung der Missionen
3.4 Interaktionseinbettung
3.5 Fall 1: Integrationssemantik
3.6 Fall 2: Das Verhältnis zwischen Priester und Gemeinde
3.7 Ergebnis
3.8 Ausblick aus soziologischer Perspektive
3.9 Schlussfolgerung
TEIL II – THEOLOGISCHE PERSPEKTIVEN
4. Die Migrantenseelsorge in den kirchlichen Dokumenten
4.1 Gesamtkirchliche Dokumente
4.2 Dokumente der Deutschen Bischofskonferenz
5. Ansatz einer theologischen Verhältnisbestimmung
6. Bibeltheologische Überlegungen zum Thema des Fremden
7. In allem uns gleich ...
7.1 Assimilation und Liebe
7.2 „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15,12)
7.3 Die Frage nach dem Identitätsverbleib
7.4 Die Teilkirche als Abbild der Weltkirche
Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen einheimischen Ortsgemeinden und muttersprachlichen Missionen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland. Im Zentrum steht die Frage, wie der innerkirchliche Diskurs über Integration, der oft politisch-soziale Forderungskategorien übernimmt, das Miteinander belastet und welche theologischen Alternativen, insbesondere durch den Begriff der „Communio“ und eine liebesbedingte Assimilation, eine Versachlichung und Vertiefung der Gemeinschaft ermöglichen können.
Die Frage nach dem Identitätsverbleib
Die Frage nach dem Verbleib der Identität des Liebenden ist im Sinne der von der Kirche zu Grunde gelegten Vorstellung einer dynamischen Identität zu erklären. Dies bedeutet konkret, dass der Wille zur Liebe stets die Bereitschaft zur Veränderung einschließen sollte, wobei Veränderung nicht notwendig Anpassung impliziert. Vielmehr entstehen auf diesem Weg völlig neue, nie da gewesene Identitäten. Andere Erklärungsversuche, welche implizit die Möglichkeit multipler Identitäten suggerieren, sind m.E. auszuschließen.
Die Vorstellung einer dynamischen Identität passt gut zum christlichen Liebesverständnis, wonach die menschliche Selbstverwirklichung nur um den Preis der Selbsthingabe erreicht werden kann: „[...] wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“ (Mt 16,25). Denselben Gedanken formuliert ein Text aus dem Buch Deuteronomium folgendermaßen: „Der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden. Dann wirst du den Herrn, deinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele lieben können, damit du Leben hast“ (Dtn 30,6). In dem hier zitierten Text kommt das Bewusstsein zum Tragen, dass das menschliche Herz, um wahrhaft lieben zu können, einer Verwandlung bedarf. Erst diese Verwandlung schenkt das (wahre) Leben. Für den vorliegenden Zusammenhang bedeutet dies, dass die Begegnung mit den je Anderen eine willkommene Chance darstellt, in der damit einhergehenden Beschneidung des Herzens die eigene Liebesfähigkeit auszubauen.
1. Kontext und Fragestellungen: Legt die Ausgangslage der Untersuchung dar, basierend auf soziologischen Beobachtungen zur Situation von Missionen und Ortsgemeinden im Erzbistum Köln.
2. Methode der Datenerhebung: Beschreibt das explorative Leitfadeninterview als methodisches Instrument zur Untersuchung der Forschungsfragen bei ausgewählten Priestern.
3. Auswertung: Analysiert mittels Objektiver Hermeneutik empirische Sequenzen, um die Konfliktlinien zwischen Integrationsanspruch und kirchlicher Identität aufzuzeigen.
4. Die Migrantenseelsorge in den kirchlichen Dokumenten: Bietet einen Überblick über die kirchenrechtliche und theologische Entwicklung der Migrantenpastoral in gesamtkirchlichen und bischöflichen Dokumenten.
5. Ansatz einer theologischen Verhältnisbestimmung: Skizziert einen theologischen Entwurf, der Erkenntnisse der interkulturellen Pädagogik für eine multikulturelle Pastoral nutzbar machen will.
6. Bibeltheologische Überlegungen zum Thema des Fremden: Beleuchtet die biblische Tradition des Schutzes des Fremden und die Herausforderung zur Identitätsöffnung auf beiden Seiten.
7. In allem uns gleich ...: Entwickelt eine neue theologische Deutung, die Assimilation positiv als liebesbedingte Angleichung nach dem Vorbild der Inkarnation interpretiert.
Katholische Kirche, Migration, Migrantenseelsorge, Integration, Assimilation, Liebe, Inkarnation, Communio, Identität, Priester, Ortsgemeinde, Mission, Soziologie, Theologie, Pfarrgemeinderat.
Die Arbeit analysiert das angespannte Verhältnis zwischen deutschen Ortsgemeinden und muttersprachlichen Missionen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland aus soziologischer und theologischer Sicht.
Zentrale Themen sind die Migrantenseelsorge, die Verwendung des Integrationsbegriffs in kirchlichen Diskursen, die strukturelle Organisation der Seelsorge und die theologische Bedeutung von Assimilation und Liebe.
Ziel ist es, die soziologischen Hürden für ein Miteinander der Gemeinden zu verstehen und zu prüfen, ob der verwendete Integrationsbegriff den kirchlichen Dokumenten entspricht oder sich eher politisch-sozialen Forderungen annähert.
Es werden qualitative, explorative Leitfadeninterviews mit Priestern geführt, deren Ergebnisse mithilfe der Methode der Objektiven Hermeneutik sequenzanalytisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Teil I bietet die soziologische Auswertung von Interviewsequenzen (Integrationssemantik und Priester-Gemeinde-Verhältnis), Teil II liefert eine theologische Verhältnisbestimmung und biblische Fundierung für das Miteinander.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migrantenseelsorge, Integration, Assimilation, Inkarnation, Communio und Identität charakterisiert.
Die Arbeit identifiziert Unterschiede in der Professionalisierung, Rollenverteilung und im Umgang mit Beratungsgremien, wobei die Missionen stärker als Helferkreise und die Ortsgemeinden als arbeitsteilige Organisationen erscheinen.
Der Autor schlägt vor, Assimilation nicht als erzwungene Anpassung zu verstehen, sondern als spontane, durch Liebe motivierte gegenseitige Annäherung nach dem Vorbild der Menschwerdung Gottes (Inkarnation).
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