Bachelorarbeit, 2014
57 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Freihandelsabkommen
2.1. Hintergrund
2.2. Formierung eines Freihandelsabkommens
2.3. Vergleich eines Freihandelsabkommen und einer Zollunion
3. Rules of Origin (ROO)
3.1. Hintergrund
3.2. Gründe für und gegen die Aufnahme von ROO in ein FTA
3.3. Arten der Bemessungsgrundlage für den LC
4. Wohlfahrtseffekte eines FTA ohne ROO
4.1. Modellaufbau
4.2. Auswirkungen auf die Importe
4.3. Wohlfahrtseffekte
5. Wohlfahrtseffekte eines FTA mit ROO
5.1. Model Outline
5.2. Wohlfahrtseffekte bei perfektem Wettbewerb
5.2.1. Kostenbasierte Bemessung
5.2.2. Preisbasierte Bemessung
5.3 Wohlfahrtseffekte bei einem ausländischem Monopol
5.3.1. Kostenbasierte Bemessung
5.3.2. Preisbasierte Bemessung
6. Modellvergleich zwischen einer FTA-Formierung mit und ohne ROO
7. Kritische Würdigung
8. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse der wohlfahrtstheoretischen Auswirkungen von Freihandelsabkommen (FTA), wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss von Ursprungsregeln (Rules of Origin, ROO) liegt. Die Forschungsfrage untersucht, wie sich die Formierung von Freihandelszonen – mit und ohne diese spezifischen Handelshemmnisse – auf die Wohlfahrt der beteiligten Partnerländer unter unterschiedlichen Marktbedingungen wie perfektem Wettbewerb und Monopolstellungen auswirkt.
3.2. Gründe für und gegen die Aufnahme von ROO in ein FTA
Nachdem ROO definiert wurden, kann man nun auf die Gründe für die Aufnahme von ROO eingehen.
Ein bereits erwähnter Aspekt für die Aufnahme von ROO in ein FTA ist die Verhinderung von TDE. Hierbei werden Güter in das Land mit dem geringeren Zollsatz exportiert, um diese von dort aus, unter Verwendung des FTA weiter zu exportieren. Ohne ROO würde es laut Krishna (2005), bei Vernachlässigung von Transportkosten, in diesem Fall zu einem Handelskrieg kommen, weil jede Reduzierung des Zollsatzes in einem Land zu einer vollständigen Verschiebung der Warenströme in dieses Land führt. Dementsprechend wird das Land mit den marginal geringeren Zollsätzen die gesamten Zolleinnahmen erzielen. Das Resultat wäre eine Reduktion der Zollsätze des Partnerlandes, sodass es die gesamten Einnahmen für sich generieren kann. Die Länder konkurrieren um die Einnahmen mit dem finalen Ergebnis einer vollständigen Elimination aller Zölle. Dann wird keines der Partnerländer mehr, ohne ROO, Zölle einnehmen.
Des Weiteren verhindern ROO, dass Produkte oberflächlich bearbeitet werden, nur um sie für die reduzierten FTA-Zollsätze zu qualifizieren (Cadot et al., 2002). So wird vermieden, dass beispielsweise ein fertiges Auto ohne Reifen aus Deutschland in den USA mit Reifen ausgestattet wird und sich allein dadurch für NAFTA-Zollsätze qualifiziert.
Außerdem bieten sie Produzenten einen Anreiz, lokale Vorprodukte zu kaufen um den geforderten LC-Anteil zu erreichen (Krishna, 2005). Ohne die lokalen Vorprodukte können die LC-Anforderungen nicht erreicht werden. Sie bieten somit den heimischen Produkten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Produkten aus nicht FTA Partnerländern. Es kann zu dem Fall kommen, dass Firmen teurere Vorprodukte aus dem FTA-Partnerland kaufen, um den LC-Anteil zu erreichen und somit das finale Produkt zollfrei dort verkaufen zu können (Krueger, 1993). Krueger, (1995) bezeichnet dies als „'export' protection from one country to the other through the incentives created by rules of origin“. Diese Effekte wirken sich auch politisch aus. Die Absicherung der heimischen Produktion gegen die Verlagerung von Produktionsschritten ins Ausland macht ein FTA mit ROO, wie bereits erwähnt, leichter durchsetzbar (Krishna, 2005). Nichtsdestotrotz gibt es auch Gründe, die gegen die Verankerung von ROO in einem FTA sprechen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wachsende Bedeutung regionaler Handelsabkommen ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Wohlfahrtseffekte von Ursprungsregeln.
2. Freihandelsabkommen: Dieses Kapitel definiert Grundlagen von Freihandelsabkommen und grenzt diese von anderen Integrationsformen wie Zollunionen ab.
3. Rules of Origin (ROO): Hier werden die Definition, Hintergründe sowie die Bemessungsmethoden für Ursprungsregeln in internationalen Handelsabkommen detailliert dargelegt.
4. Wohlfahrtseffekte eines FTA ohne ROO: Dieses Kapitel analysiert anhand eines Modells von Ju & Krishna die Auswirkungen von Freihandelsabkommen ohne Ursprungsregeln auf Importe und Wohlfahrt.
5. Wohlfahrtseffekte eines FTA mit ROO: Basierend auf dem Modell von Krishna & Krueger werden hier die Wohlfahrtseffekte unter Berücksichtigung von Ursprungsregeln bei perfektem Wettbewerb und Monopolstrukturen untersucht.
6. Modellvergleich zwischen einer FTA-Formierung mit und ohne ROO: In diesem Kapitel werden die verwendeten ökonomischen Modelle gegenübergestellt, um Unterschiede in der Spezifikation und den Ergebnissen herauszuarbeiten.
7. Kritische Würdigung: Hier werden die Annahmen der Modelle sowie die Realitätsnähe der theoretischen Ergebnisse einer kritischen Analyse unterzogen.
8. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsbedarfe.
Freihandelsabkommen, Ursprungsregeln, Rules of Origin, Wohlfahrtseffekte, Trade Creation, Trade Diversion, Lokale Wertschöpfung, Local Content, Internationaler Handel, Zollunion, Industriepolitik, Handelshemmnisse, Preisbildung, Monopol, Wettbewerb
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Wohlfahrtseffekte, die bei der Bildung von Freihandelsabkommen auftreten, wobei insbesondere die Rolle von Ursprungsregeln (Rules of Origin) untersucht wird.
Die Arbeit behandelt Themen wie Handelsliberalisierung, Ursprungsregeln, die Kostenstruktur der lokalen Wertschöpfung sowie die Auswirkungen auf Konsumentenrente und Produzentenwohlfahrt.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Freihandelsabkommen mit Ursprungsregeln wohlfahrtstechnisch vorteilhaft sind oder ob sie durch ineffiziente Produktionsanreize die Wohlfahrt mindern, im Vergleich zu Abkommen ohne diese Regeln.
Es wird eine komparativ statische Analyse auf Basis bestehender mikroökonomischer Handelsmodelle (insbesondere Ju & Krishna sowie Krishna & Krueger) angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Freihandelsabkommen ohne Ursprungsregeln sowie die detaillierte Analyse von Abkommen mit solchen Regeln unter Annahme von perfektem Wettbewerb oder Monopolmacht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Freihandelsabkommen", "Ursprungsregeln", "Wohlfahrtseffekte", "Trade Creation" und "Local Content" charakterisiert.
Sie dienen als Instrument, um heimische Industrien vor unerwünschten Warenströmen zu schützen und sicherzustellen, dass die Vorteile eines Abkommens tatsächlich den Mitgliedsländern zugutekommen, statt von Drittländern "durchgereicht" zu werden.
In einer Monopolsituation können Produzenten versuchen, durch gezielte Preissetzung die Kriterien für Ursprungsregeln zu manipulieren, was zu komplexen und teilweise entgegenlaufenden Wohlfahrtseffekten führt.
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