Examensarbeit, 2013
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Vlad III. Drăculea – Woiwode der Walachei
2.1 Vlad III. Drăculea in zeitgenössischen Quellen
2.1.1 Die Überlieferung aus dem Byzantinischen und Osmanischen Reich
2.1.2 Die europäischen Quellen
2.1.2.1 Dokumentarische Quellen
2.1.2.2 Narrative Quellen
2.2 Vlad Ţepeş‘ Biographie – blutdürstiger Tyrann oder Verteidiger des christlichen
Abendlandes?
2.3 Die Diskussion um die Gefangennahme durch Matthias Corvinus
3. Der „literarische Weg“ Vlad III. Drăculeas in der zentraleuropäischen Überlieferung
3.1 „Vnd deme quaden thyrane Dracole wyda“ - Vlad III. Drăcuela als Exempel des
Bösen– antitürkische Propaganda in Literatur und Bild
3.1.1 Handschriften und Drucke
3.1.2 Abbildungen
3.2 Vlad III. Drăculea in der spätmittelalterlichen Exempelliteratur
3.2.1 Das mittelalterliche Exemplum
3.2.2 Die Verwendung des Dracula-Exempels in der Kanzelrhetorik
3.2.3 Die Blutdurstmetapher in der Exempelliteratur
3.3 Vlad III. Drăculea in Rumänien
3.3.1 Die rumänische schriftliche Überlieferung
3.3.2 Die rumänische mündliche Überlieferung
3.3.3 Vlad Ţepeş in der rumänischen und in der westlichen Historiographie
4. Bram Stokers Dracula – Untersuchung des Romans und der Arbeitsnotizen in Bezug
auf die Vorbildthese
4.1 Die Veröffentlichung des Romans und der literaturgeschichtliche Kontext
4.2 Analyse der Arbeitsnotizen
4.2.1 Allgemeine Informationen
4.2.2 Erwähnungen Vlad Ţepeş‘ in den Arbeitsnotizen
4.3 Weitere Theorien
4.3.1 Die Theorie über Arminius Vambery
4.3.2 Die Bibliothek des Britischen Museums
4.4 Die Untersuchung des Romantextes
4.4.1 Kurze Inhaltszusammenfassung
4.4.2 Die Physiognomie des Grafen im Romantext
4.4.3 Die Biographie des Grafen im Romantext
4.4.3.1 Transsilvanien als Schauplatz in Dracula
4.4.3.2 Das Motiv der Grausamkeit im Text des Romans
4.4.3.3 Die Herkunft des Grafen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, ob Bram Stoker die historische Figur Vlad III. Drăculea als konkrete Vorlage für seinen Roman „Dracula“ verwendet hat. Dabei wird analysiert, wie das Bild des walachischen Woiwoden in der Literatur und Geschichtswissenschaft über Jahrhunderte konstruiert wurde und inwiefern tatsächliche historische Informationen oder lediglich zeitgenössische Mythen in Stokers Arbeitsnotizen und Romantext eingeflossen sind.
3.1.1 Handschriften und Drucke
Mit dem Erscheinen von Stokers Roman 1897 verdichtete sich das Interesse um die historische Person. Mit Vlad III. Drăculea glaubte man die Vorlage für Graf Dracula gefunden zu haben und ließ sich ohne kritische Beurteilung der Quellen dazu hinreißen, die Übereinstimmung der Eigenschaften des Grafen bei Stoker mit denen der historischen Figur für wahr hinzunehmen. Beeinflusst von der Romanfigur wurde Vlad im Westen somit zunehmend zum Sinnbild eines grausamen und blutdürstigen Herrschers.
Um die Entstehung des Bildes des blutdürstigen Tyrannen aus der Walachei verstehen zu können, muss der „literarische Weg“ Vlads vom Anfang der westlichen Überlieferungstradition bis hin zu Stokers Roman nachvollzogen werden. Die bereits beschriebenen Handschriften und Drucke führten Vlad III. Drăculea zunächst als Inbegriff des Bösen ein. Im 15. Jahrhundert stellt ihn Beheim in seinem Gedicht Von ainem wutrich der hies Trakle waida von der Walachei nicht nur als „tirannen“ dar, sondern bezichtigt ihn noch grausamer zu sein als die bisherigen heidnischen Tyrannen der Geschichte: Nero, Herodes und Diokletian. Er mache keinen Unterschied zwischen „man und weib mit den kinden“ und habe wahllos „iung und alt gross und klain“ hingerichtet. Auch Enea Silvio Piccolomini beschreibt in den Commentarii rerum memorabilium „die ungeheuere[] Ruchlosigkeit und der[n] schrecklichen Charakter des Johannes Dragula“, dessen „Freveltaten […] unter den Walachen, deren Herrscher er war, dermaßen berühmt [waren], dass sie von keiner Tragödie übertroffen werden können“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der widersprüchlichen Wahrnehmung Vlad III. Drăculeas als historische Figur sowie als literarischer Vampir ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2. Vlad III. Drăculea – Woiwode der Walachei: Das Kapitel bietet eine fundierte Übersicht der quellenkritischen Grundlage zu Vlad III. Drăculea, unterteilt in osmanische, europäische und narrative Überlieferungen, sowie eine biographische Einordnung.
3. Der „literarische Weg“ Vlad III. Drăculeas in der zentraleuropäischen Überlieferung: Hier wird die Konstruktion von Vlad als Inbegriff des Bösen und als „Tyrann“ in Literatur, Exempelliteratur und bildenden Künsten des Spätmittelalters analysiert, insbesondere im Kontext antitürkischer Propaganda.
4. Bram Stokers Dracula – Untersuchung des Romans und der Arbeitsnotizen in Bezug auf die Vorbildthese: Der Hauptteil untersucht kritisch die Hypothese, dass Stoker Vlad als Vorlage nutzte, unter Einbeziehung seiner Arbeitsnotizen und literaturgeschichtlicher Einflüsse wie der Schauerliteratur und Reiseliteratur der Zeit.
Vlad III. Drăculea, Bram Stoker, Dracula, Vampirismus, Exempelliteratur, Historiographie, Quellenanalyse, Walachei, Tyrannenbild, Vorbildthese, Schauerliteratur, Osmanisches Reich, Transsilvanien, Literaturgeschichte, Rezeption.
Die Arbeit untersucht kritisch die weit verbreitete Annahme, dass der irische Autor Bram Stoker die historische Figur des walachischen Woiwoden Vlad III. Drăculea als direkte Vorlage für seinen Roman „Dracula“ genutzt hat.
Das Spektrum reicht von der quellenkritischen Analyse der historischen Person über die spätmittelalterliche Exempelliteratur und antitürkische Propaganda bis hin zur Untersuchung von Stokers konkreten Arbeitsnotizen und literarischen Einflüssen des 19. Jahrhunderts.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob die „Vorbildthese“ historisch haltbar ist oder ob sie ein Konstrukt der späteren Rezeptionsgeschichte darstellt, das erst lange nach der Veröffentlichung des Romans entstand.
Die Autorin verwendet eine vergleichende Quellenanalyse, wertet zeitgenössische Dokumente und Handschriften aus und kombiniert diese mit einer literaturgeschichtlichen Untersuchung von Stokers Aufzeichnungen, um die Entstehung des Dracula-Mythos zu rekonstruieren.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Entstehung des negativen „Tyrannen-Bildes“ von Vlad in Deutschland und Zentraleuropa sowie auf einer detaillierten Analyse von Stokers Notizen, die zeigt, dass er primär fiktionale und stereotype Bausteine nutzte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Vlad III. Drăculea, Dracula, Vorbildthese, Quellenanalyse, Exempelliteratur, Schauerliteratur, Historiographie und Rezeptionsgeschichte.
Dies ist ein entscheidender Wendepunkt in der Überlieferung: Die Arbeit argumentiert, dass die Diffamierung Vlads als blutrünstiger Tyrann ein gezieltes politisches Instrument war, um seine Gefangennahme durch den ungarischen König zu rechtfertigen.
Die Arbeit zeigt auf, dass Transsilvanien bei Stoker weniger auf historischer Kenntnis der Walachei basiert, sondern vielmehr als ein damals in der britischen Reiseliteratur etablierter Topos für einen „abergläubischen, unzivilisierten Osten“ diente.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

