Bachelorarbeit, 2013
87 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definitionen und Grundlagen
2.1. Commodities
2.2. Finanzmarktbegriffe
2.2.1. Spekulation
2.2.2. Volatilität
2.2.3. Liquidität
2.2.4. Arbitrage
2.2.5. Spot- und Terminmarkt
2.3. Einblick in die Rohstoffmärkte
2.3.1. Rohöl
2.3.2. Getreide
2.3.3. Handelsplätze und Volumen
3. Finanzialisierung der Commodity-Märkte
3.1. Der Begriff der Finanzialisierung
3.2. Spekulative Anlageinstrumente
3.2.1. Derivate
3.2.2. Indexfonds
3.3. Marktteilnehmer
3.4. Regulierung und Reporting
4. Theoretische Erklärungskonzepte
4.1. Das Cost-of-Carry Modell
4.2. Das Modell der Erwartungen
4.3. Spekulation durch Lagerbestandsänderung
4.4. Preisblasen in Commodity-Märkten
5. Empirische Untersuchungen
5.1. Masters Hypothese
5.2. Diskussion der empirischen Forschungsliteratur
5.2.1. Erklärungskraft der Fundamentalfaktoren
5.2.2. Spekulation und Preisniveau
5.2.3. Rolliervorgänge von Indexfonds
5.2.4. Co-Movement von Commodity-Preisen
5.2.5. Spekulation und Volatilität
5.3. Implikationen und Maßnahmen
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Spekulation auf Commodity-Märkte, um die kontroversen Debatten zwischen Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu klären. Das zentrale Forschungsziel besteht darin zu ergründen, ob Spekulanten für Preissteigerungen, extreme Preisschwankungen und Vernetzungseffekte (Co-Movement) auf Rohstoffmärkten verantwortlich sind.
3.1. Der Begriff der Finanzialisierung
Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden die Commodity-Märkte für Finanzakteure aller Art interessant. Auch wenn die Instrumente zur Teilnahme an diesem Markt teilweise schon seit dem neunzehnten Jahrhundert bestehen, ist nach der Jahrtausendwende ein Run auf Commodity-Märkte zu verzeichnen. Einerseits brauchten Anleger schlicht Orte, wo sie ihr Geld investieren konnten, nachdem die Dotcom Blase geplatzt und die Euphorie an den Aktienmärkten verschwunden war (SOMO, 2010, S. 3). Investoren sahen darüber hinaus in den Commodity-Märkten eine Diversifikationsmöglichkeit aufgrund äußerst geringer Korrelationen zu den bisherigen Finanzmärkten und untereinander (Tang & Xiong, 2012, S. 54). Das bedeutet, dass eventuelle Kurseinbrüche von Aktienmärkten oder eines bestimmten Rohstoffes nur sehr geringe Auswirkungen auf die Kurse der restlichen Commodities haben.
Ferner sind die Gewinnmöglichkeiten bei Commodities stark an die Entwicklung der Inflation gekoppelt (Stoll & Whaley, 2010, S. 5). Bei einer hohen Inflation bietet solch eine Anlage somit Schutz vor dem Wertverlust des Geldes. Diese Verbindung ist allerdings durch die Natur der Inflation bedingt: Steigende Rohstoffpreise haben Auswirkungen auf Preisindizes, mit denen die Inflation gemessen wird und erhöhen somit die Inflation. Schutz bietet sich demnach, wenn man in Rohstoffen investiert ist.
Durch die hohe Attraktivität der Commodity-Märkte sind nun nicht nur klassische Marktteilnehmer wie Erzeuger investiert, sondern auch Privatanleger und Finanzinstitutionen. Dieser Trend wird als Finanzialisierung bezeichnet.
1. Einleitung: Beleuchtung der gesellschaftlichen Debatte um Rohstoffspekulation und die Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur Validität der Vorwürfe gegen Spekulanten.
2. Definitionen und Grundlagen: Erläuterung elementarer Begriffe wie Commodities, Spekulation und Arbitrage sowie ein Überblick über die Handelsstrukturen bei Rohöl und Getreide.
3. Finanzialisierung der Commodity-Märkte: Analyse der zunehmenden Bedeutung von Finanzinstrumenten wie Derivaten und Indexfonds und deren Einfluss auf die Marktteilnehmerstruktur.
4. Theoretische Erklärungskonzepte: Untersuchung der ökonomischen Zusammenhänge durch das Cost-of-Carry-Modell und das Modell der Erwartungen sowie Analyse der Preisblasenbildung.
5. Empirische Untersuchungen: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Masters-Hypothese und Diskussion aktueller Studien zu Preisen, Volatilität und Co-Movement.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass Spekulation keine ursächliche Rolle für Preissprünge spielt, bei gleichzeitigem Appell für mehr Daten-Transparenz.
Rohstoffspekulation, Commodity-Märkte, Finanzialisierung, Indexfonds, Derivate, Masters-Hypothese, Preisvolatilität, Co-Movement, Arbitrage, Cost-of-Carry, CFTC, Preisblasen, Rohöl, Getreide, Finanzmärkte
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Spekulation auf die Preisentwicklung an internationalen Rohstoffmärkten und prüft kritisch die Vorwürfe, dass Spekulanten für Hunger und hohe Lebensmittelpreise verantwortlich sind.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Rohstoffmärkte zu Finanzmärkten, die Rolle von Finanzinstrumenten (Futures, Swaps, Indexfonds), theoretische Preisfindungsmodelle und die empirische Überprüfung der Auswirkungen auf Preisniveau und Volatilität.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu untersuchen, inwieweit die populären Anschuldigungen gegen Spekulanten durch empirische Daten und ökonomische Modelle gestützt werden können.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturrecherche und wertet eine Vielzahl empirischer Studien sowie statistische Daten der CFTC aus, um Kausalzusammenhänge mittels Modellen wie dem Granger-Kausalitätstest zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die theoretische Modellierung mittels Cost-of-Carry-Modellen sowie eine umfangreiche empirische Diskussion, die verschiedene Studien zur Masters-Hypothese gegenüberstellt.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Finanzialisierung, Volatilität, Arbitrage, Index-Investment, Co-Movement und das Cost-of-Carry-Modell.
Die Masters-Hypothese postuliert, dass das hohe, preis-unempfindliche Investitionsvolumen von Indexfonds künstliche Nachfrage erzeugt und damit die Preise auf den Rohstoffmärkten unnatürlich in die Höhe treibt.
Rohöl gilt als systemrelevanter Energieträger. Über Kosten für Transport und Düngemittel sowie die Produktion von Biosprit (Substitutionskonkurrenz) überträgt sich der Rohölpreis direkt auf Agrarrohstoffe wie Getreide.
Der OTC-Handel (Over-the-Counter) wird als weitgehend intransparent kritisiert. Da hier keine zentralen Handelsregeln wie bei Börsen gelten, wird vermutet, dass Spekulanten Positionslimits der Aufsichtsbehörden leichter umgehen können.
Die Arbeit warnt vor übereilten Verboten. Sie argumentiert, dass eine Limitierung des Marktzutritts von Indexfonds wichtige Liquidität entziehen würde und stattdessen eine datengestützte, dynamische Regulierung sinnvoller wäre.
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