Masterarbeit, 2014
134 Seiten, Note: 1
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
1 Einleitung
2 Relevanz und wissenschaftlicher Hintergrund der Aufwertung urban-industrieller Flächen
2.1 Aktuelle Projekte und Ansätze zur naturschutzfachlichen Aufwertung von Unternehmensarealen
2.2 Das Thema der Arbeit im Kontext der Renaturierungsökologie
2.3 Urban-industrielle Landschaften in der Renaturierungsökologie
2.4 Flächenanteil urban-industrieller Gebiete in Bayern
2.5 Abiotische Eigenschaften urban-industrieller Ökosysteme
2.5.1 Klima
2.5.2 Böden
2.5.3 Wasserhaushalt
2.6 Besonderheiten der Flora urban-industrieller Ökosysteme
2.7 Besonderheiten der Fauna urban-industrieller Ökosysteme
2.8 Die ökologischen Eigenschaften und Besonderheiten urban-industrieller Landschaften im Kontext der Arbeit
3 Theorie und Methodik der Zielfindung
3.1 Zielsysteme
3.1.1 Leitbilder
3.1.2 Umweltqualitätsziele
3.1.3 Umweltqualitätsstandards
3.1.4 Das Zielartenkonzept
3.2 Zielfindung zur naturschutzfachlichen Aufwertung von Unternehmensarealen
3.2.1 Die bayerische Biodiversitätsstrategie als umweltpolitische Leitlinie
3.2.2 Leitbild der naturschutzfachlichen Aufwertung von Unternehmensarealen
3.2.3 Erläuterungen zum Nutzungsfokus des Leidbildes
3.2.3.1 Nutzungsansprüche an Unternehmensareale
3.2.3.2 Aufwand zur Umsetzung und Erhaltung eines Lebensraumes
3.2.4 Adaption des Zielartenkonzeptes
3.2.5 Gesamtspektrum förderungswürdiger Arten in der Region
3.2.6 Konkrete Maßnahmen für ausgewählte Zielarten
4 Theorie und Methodik der Datenerhebung und Auswertung
4.1 Grundlagen der Datenerhebung und Auswertung
4.1.1 Strukturkartierung
4.1.2 Vegetationsaufnahme
4.1.3 Lokale Besonderheiten und Schutzziele
4.1.3.1 Das Arten und Biotopschutzprogramm
4.1.3.2 Potentielle natürliche Vegetation
4.1.4 Die Methode der Zeigerarten nach Ellenberg und ihr ökologischer Hintergrund
4.2 Umsetzung der Datenerhebung
4.2.1 Aufnahmebogen
4.2.2 Anwendung der Methode der Zeigerarten nach Ellenberg
5 Best Practice: Roche Diagnostics, Penzberg (Obb.)
6 Charakterisierung der Untersuchungsflächen
6.1 Rapunzel, Legau
6.1.1 Lage und Beschreibung des Areals (allgemein)
6.1.2 Strukturtypen und deren Standortbedingungen
6.1.3 Zusammenfassung der Standortbedingungen
6.2 Bergader, Waging
6.2.1 Lage und Beschreibung des Areals (allgemein)
6.2.2 Strukturtypen und deren Standortbedingungen
6.2.3 Zusammenfassung der Standortbedingungen
7 Entwicklungsziele für die einzelnen Untersuchungsflächen
7.1 Rapunzel, Legau
7.1.1 Bilanzen, Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen des Naturschutzes in und um Legau
7.1.2 Zielarten für das Areal von Rapunzel, Legau
7.1.2.1 Schleiereule (Tyto alba)
7.1.2.2 Neuntöter (Lanius collurio)
7.2 Bergader, Waging
7.2.1 Bilanzen, Ziele, Maßnahmen und Schwerpunkte des Naturschutzes in und um Waging
7.2.2 Zielarten für das Areal von Bergader, Waging
7.2.2.1 Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)
7.2.2.2 Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous)
8 Empfehlungen zur Aufwertung der Untersuchungsflächen
8.1 Rapunzel, Legau
8.2 Bergader, Waging
9 Diskussion
10 Zusammenfassung und Ausblick
11 Literatur
12 Anhang
Ziel der Masterarbeit ist die Entwicklung eines Konzepts zur naturschutzfachlichen Aufwertung von Unternehmensarealen, das lokale Naturschutzziele effektiv in das betriebliche Arealmanagement integriert. Die Arbeit adressiert die Forschungsfrage, wie durch ein systematisches Auswahlverfahren für Zielarten – basierend auf lokalen Arten- und Biotopschutzprogrammen – standortgerechte Lebensräume auf Betriebsgeländen geschaffen und die Biodiversität gefördert werden kann, ohne die betrieblichen Nutzungsanforderungen zu gefährden.
2.1 Aktuelle Projekte und Ansätze zur naturschutzfachlichen Aufwertung von Unternehmensarealen
Der Ansatz, im Betrieb befindliche Unternehmensareale naturschutzfachlich aufzuwerten, wird derzeit im deutschsprachigen Raum von verschiedenen Projekten verfolgt. Diese unterscheiden sich in ihren Kriterien bzw. Schwerpunkten und ihrer Organisation, bzw. Struktur. Alle Ansätze umfassen jedoch unter anderem das Ziel, heimischen Arten neue Lebensräume zu schaffen, bzw. diese zu erweitern. Ich versuche in diesem Unterkapitel einen Überblick über die wichtigsten Programme und Projekte im deutschsprachigen Raum zu geben und dabei verschiedene Regionen und Ansätze abzudecken. Ziel dieses Kapitels ist es außerdem, die Relevanz dieser Arbeit aufzuzeigen, da sie mit dem Einbeziehen lokaler Naturschutzziele in die Planung von Aufwertungsmaßnahmen einen Aspekt behandelt, der in keinem der angeführten Ansätze, Programme und Projekte eingeschlossen wird.
Eines der älteren Projekte ist die 1995 in der Schweiz gegründete Stiftung Natur&Wirtschaft. Sie verfolgt das Ziel auf Unternehmensarealen die Lebensqualität für Tiere, Pflanzen und Menschen zu erhöhen. Der Erfolg ist beachtlich: bereits 318 Unternehmen wurden für die naturnahe Gestaltung ihrer Areale ausgezeichnet (STIFTUNG NATUR&WIRTSCHAFT: 2013). Die Gestaltungskriterien sind hier sehr klar definiert:
mindestens 30% der Umgebungsfläche sind naturnah zu gestalten (incl. Flachdächer)
auf naturnahen Flächen nur einheimische und standortgerechte Pflanzen verwenden
auf Biozide, Düngemittel und Herbizide verzichten
max. 2 Schnitte pro Jahr
Verkehrsflächen mit möglichst durchlässigen Bodenbelägen von regionaler Herkunft
Dach- und Regenwasser weitgehend oberflächlich versickern, wenn das Wasser nicht verschmutzt ist und Untergrund für eine Versickerung geeignet ist
wo immer möglich, werden aktiv Lebensräume für Wildtiere geschaffen
fachgerechte Planung, Realisation und Pflege des naturnahen Areals sind gewährleistet (LOCHER, R.: 2007).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den wirtschaftlichen Kontext Bayerns, den daraus resultierenden Flächenverbrauch und die Zielsetzung, ökologische Aufwertungen sinnvoll in das unternehmerische Arealmanagement zu integrieren.
2 Relevanz und wissenschaftlicher Hintergrund der Aufwertung urban-industrieller Flächen: Dieses Kapitel verortet das Vorhaben in der Renaturierungsökologie und definiert die ökologischen Rahmenbedingungen sowie Besonderheiten von urban-industriellen Ökosystemen hinsichtlich Klima, Boden und Wasserhaushalt.
3 Theorie und Methodik der Zielfindung: Es werden die Grundlagen von Zielsystemen im Naturschutz behandelt, insbesondere die Adaption des Zielartenkonzepts, um eine methodisch fundierte Auswahl geeigneter Arten für Betriebsgelände zu ermöglichen.
4 Theorie und Methodik der Datenerhebung und Auswertung: Dieses Kapitel erläutert die praktische Datenerhebung, einschließlich Strukturkartierung, Vegetationsaufnahme und die Anwendung der Zeigerartenmethode nach Ellenberg zur Interpretation von Standortfaktoren.
5 Best Practice: Roche Diagnostics, Penzberg (Obb.): Anhand des Beispiels Roche Penzberg wird demonstriert, wie naturschutzfachliche Aspekte und technisches Wassermanagement in einem industriellen Kontext erfolgreich koordiniert werden können.
6 Charakterisierung der Untersuchungsflächen: Es erfolgt die detaillierte Beschreibung und Analyse der Unternehmensareale von Rapunzel und Bergader auf Basis der erhobenen Strukturtypen und ökologischen Zeigerwerte.
7 Entwicklungsziele für die einzelnen Untersuchungsflächen: Aufbauend auf den Analysen werden für die Standorte Legau und Waging spezifische Zielarten identifiziert, die als Grundlage für gezielte Aufwertungsmaßnahmen dienen.
8 Empfehlungen zur Aufwertung der Untersuchungsflächen: In diesem Kapitel werden konkrete Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung für die ausgewählten Zielarten an beiden Standorten kompakt und anwendungsorientiert aufgelistet.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei Probleme der Anwendbarkeit, ethische Fragen der Artenwahl und der Nutzen von Maßnahmen reflektiert werden.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Diese Kapitel fassen die Arbeit zusammen und betonen das Potenzial des entwickelten Konzepts für die zukünftige naturnahe Gestaltung von Unternehmensarealen.
Naturnahe Gestaltung, naturschutzfachliche Aufwertung, Betriebsgelände, Unternehmensareal, Firmengelände, Arten und Biotopschutzprogramm, Zielart, repräsentative Art, Renaturierungsökologie, Stadtökologie, Naturschutz, Stadtnatur.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Konzepts zur naturnahen Umgestaltung von Unternehmensarealen, um diese als Lebensräume für gefährdete oder geschützte Arten aufzuwerten.
Das zentrale Thema liegt an der Schnittstelle von betrieblichem Arealmanagement und ökologischer Aufwertung im urban-industriellen Kontext, wobei besonderer Wert auf lokale Naturschutzziele gelegt wird.
Das Hauptziel ist die Erarbeitung einer methodisch fundierten Strategie, mit der Unternehmen ihre Außenflächen gezielt so gestalten können, dass sie einen nachvollziehbaren Beitrag zur Biodiversität leisten.
Die Autorin nutzt eine mehrstufige Methodik, die auf dem Zielartenkonzept basiert, ergänzt durch Strukturkartierungen, Vegetationsaufnahmen und die Auswertung ökologischer Zeigerwerte nach Ellenberg.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einbettung die Untersuchungsflächen (Rapunzel in Legau, Bergader in Waging) charakterisiert, Zielarten ausgewählt und konkrete Maßnahmenempfehlungen für diese Standorte entwickelt.
Wichtige Begriffe sind naturschutzfachliche Aufwertung, Unternehmensareal, Zielart, Renaturierungsökologie, Stadtökologie und das Arten- und Biotopschutzprogramm.
Im Gegensatz zu vielen allgemeineren Ansätzen bezieht dieses Konzept explizit lokale Schwerpunkte des Naturschutzes und die spezifischen Lebensraumansprüche lokal vorkommender Arten ein, um kosteneffiziente und wirksame Maßnahmen zu gewährleisten.
Sie dienen als bewährtes Werkzeug, um aus der spontanen Vegetation auf einem Firmengelände Rückschlüsse auf abiotische Standortfaktoren wie Licht, Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt zu ziehen, was die Planung der Maßnahmen präzisiert.
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