Bachelorarbeit, 2015
93 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Forschungsbereich und Forschungsstand
1.2 Gliederung der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1 Zum Begriff von Freundschaft
2.1.1 Krisen innerhalb von Freundschaften
2.2 Sozialen Onlinenetzwerke am Beispiel von Facebook
2.3 Was unterscheidet einen Freund von einem ‚Freund’?
2.4 Die Intensität der Verbindungen: weak ties und strong ties
3. Methodischer Teil
3.1 Das narrative Interview
3.2 Grounded-Theory-Methodologie
3.2.1 Was ist die Grounded-Theory-Methodologie?
3.2.2 Analyse und Auswertung mit der Grounded-Theory-Methodologie
3.3 Zur Relevanz der theoretischen Grundlagen
4. Implikation der Erhebungs- und Auswertungsmethode für die vorliegende Arbeit
5. Vorbereitung, Datenerhebung und Aufbereitung der Interviews
5.1 Auswahl der Interviewten
5.2 Ablauf der Interviews
5.3 Transkription der Interviews
6. Analytischer Teil
6.1 Einzelbeschreibung Mia
6.1.1 Kurzreflexion Mia
6.1.2 Analyse des Interviews Mia
6.2 Einzelbeschreibung Helena
6.2.1 Kurzreflexion Helena
6.2.2 Analyse des Interviews Helena
6.3 Einzelbeschreibung Jakob
6.3.1 Kurzreflexion Jakob
6.3.2 Analyse des Interviews Jakob
7. Komparative Analyse der drei narrativen Interviews
8. Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse
9. Fazit und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss des sozialen Onlinenetzwerks Facebook auf freundschaftliche Beziehungen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit die digitale Kommunikation die traditionellen Merkmale von Freundschaft verändert oder durch neue Formen ersetzt.
2.1.1 Krisen innerhalb von Freundschaften
Die Dauer einer Freundschaft ist, nach Karl-Heinz Hillmann, nicht festgeschrieben und kann letztendlich mit der Zeit auseinanderbrechen. Auch Janosch Schobin spricht von limitierter Dauer innerhalb einer Freundschaft: „Freundschaft ist eine freiwillige Beziehung, die stets kündbar ist“ (Schobin 2013: 18). Diese Aussage ist auf ein Minimum reduziert worden und aufgrund der unpräzisen Determination schwer greifbar. Der Zeitpunkt der Trennung wird oft durch Enttäuschung, Verrat oder auch Unehrlichkeit innerhalb dieser sozialen Beziehung ausgelöst. Häufig sind etliche Streitigkeiten und Diskussionen die Folge auf die Zerwürfnisse, wobei dann meistens die Freundschaft beendet wird.
Die sozialen Onlinenetzwerke erleichtern ihren Nutzern diese Situationen und somit sind zahlreiche Unterredungen und Aussprachen nicht mehr von Nöten. Die gemeinsame Verknüpfung kann durch einen einfachen Mausklick beendet werden. Es wird nur noch einmal gefragt, ob man sich der Entscheidung wirklich bewusst sei, dann ist der vermeintliche Freund aus der Liste gelöscht. Der entfernte Freund wird über diese Maßnahme von Facebook nicht in Kenntnis gesetzt (vgl. Wanhoff 2011: 101). Defriending wird dieses Auslöschen bei Facebook genannt, aber auch gedeadded: derjenige ist demnach nach dem Entfernen aus der Freundesliste sozial tot. Im Jahr 2009 wurde das Wort Unfriend vom Oxford American Dictionary zum Wort des Jahres gewählt (vgl. Adamek 2011: 22). Obwohl der soziale Tod eines entfernten Facebook-Freundes nur in der digitalen Welt stattfindet, kann das Löschen aus der Freundesliste direkte Auswirkungen auf die reale Welt haben. Der Gelöschte wird spätestens beim nächsten Besuch des Profils bemerken, dass er zu einem Unfriend geworden ist.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen traditioneller Tugendfreundschaft und modernen Online-Beziehungen im Kontext sozialer Netzwerke.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel fundiert den Freundschaftsbegriff theoretisch und setzt ihn in Bezug zu den Funktionen sowie Risiken sozialer Onlinenetzwerke.
3. Methodischer Teil: Die Arbeit begründet die Wahl des narrativen Interviews sowie der Grounded-Theory-Methodologie für die qualitative Analyse.
4. Implikation der Erhebungs- und Auswertungsmethode für die vorliegende Arbeit: Hier wird die Eignung der gewählten Methoden für die Untersuchung der digitalen Kommunikation reflektiert.
5. Vorbereitung, Datenerhebung und Aufbereitung der Interviews: Dieser Teil beschreibt das Vorgehen bei der Stichprobenauswahl sowie die Durchführung und Transkription der Interviews.
6. Analytischer Teil: Die individuellen Erfahrungen von Mia, Helena und Jakob werden detailliert analysiert und anhand zentraler Kernkategorien aufbereitet.
7. Komparative Analyse der drei narrativen Interviews: Die Ergebnisse der Einzelfallstudien werden hier in einen gemeinsamen Vergleich gesetzt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.
8. Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse: Eine Synthese der zentralen Erkenntnisse führt zur Identifikation der Schlüsselkategorie "Kommunikationsveränderung".
9. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Forschungsergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf gegeben.
Freundschaft, Soziale Onlinenetzwerke, Facebook, Narrative Interviews, Grounded-Theory-Methodologie, Kommunikation, Digitale Medien, Weak ties, Sozialkapital, Entfremdung, Mediatisierung, Defriending, Online-Freunde, Offline-Welt, Qualitative Sozialforschung.
Die Arbeit befasst sich mit der qualitativen Untersuchung, wie soziale Onlinenetzwerke, insbesondere Facebook, die Struktur und das Verständnis von Freundschaften verändern.
Die zentralen Themen sind der Wandel der zwischenmenschlichen Kommunikation, die Differenzierung zwischen digitalen und analogen Freundschaften sowie die Auswirkungen von "Defriending" auf das soziale Leben.
Ziel ist es zu rekonstruieren, wie Individuen den Einfluss von Facebook auf ihre freundschaftlichen Beziehungen wahrnehmen und welche Bedeutung sie den neuen digitalen Kommunikationsformen beimessen.
Die Autorin führte drei narrative Interviews durch und wertete diese mittels der Grounded-Theory-Methodologie aus, um eine gegenstandsbezogene Theorieskizzierung zu erstellen.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung des Freundschaftsbegriffs als auch die detaillierte Analyse und den Vergleich der drei geführten Interviews.
Wichtige Begriffe sind Mediatisierung, Sozialkapital, "weak ties", "strong ties", Entfremdung, Entpersonalisierung und die Abgrenzung zwischen Online- und Offline-Freunden.
Für die Interviewten dient Facebook oft als praktisches Werkzeug zur Kontaktpflege und zum Austausch von Informationen ("Snapshots"), wird jedoch kritisch hinsichtlich der Tiefe und Authentizität der Beziehungen hinterfragt.
Ja, laut der Analyse können digitale Handlungen, wie etwa das Löschen aus einer Freundesliste (Defriending), direkte Auswirkungen auf die reale Welt haben und als Schnittstelle für zwischenmenschliche Konflikte fungieren.
Die Interviewten differenzieren meist streng zwischen ihren "echten" Freunden und Facebook-Kontakten; letztere werden oft als weniger verbindlich oder sogar als lediglich nützliche "Pools von Kontakten" wahrgenommen.
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