Examensarbeit, 2015
61 Seiten
1 Einleitung
2 Aspekte allgemeiner Übersetzung
2.1 Christliche Organisation Wycliff
2.2 Was macht eine gute Bibelübersetzung aus?
2.3 Übersetzungstypen
3 Bibelübersetzung
3.1 Luthers Bibelübersetzung
3.2 Die Lutherbibel / Die Schrift
3.3 Subjektive Fehlübersetzungen
3.3.1 Schalom
3.3.2 Tora
3.3.3 HERR
3.3.4 JHWH
3.3.5 Adam und Eva
3.3.6 Propheten
3.3.7 Jungfrau
3.3.8 Vater unser
3.3.9 „Auge um Auge – Zahn um Zahn“
3.3.10 Die letzten Worte Jesu
3.3.11 Gott / Elohim
3.3.12 Engel
3.3.13 Seele
3.3.14 Liebe
4 Die Relevanz der Bibel im Religionsunterricht
4.1 Religionspädagogischer Ansatz der Bibeldidaktik
4.2 Vielfältigkeit der Kinderbibel
4.2.1 Anne de Vries „Die Kinderbibel: Die Worte der Heiligen Schrift für Kinder erzählt“
4.2.2 Anneliese Pokrandt „Die Elementarbibel“
4.3 Interreligiöses Lernen als Chance
5 Parallelen und Unterschiede in der Bibel und dem Koran
5.1 Die Glaubensinhalte des Islam
5.2 Der Mensch als Geschöpf Gottes
5.3 Mensch als Sünder
5.4 Die Analogie zwischen Jesus und Koran
5.5 Jesus und Maria im Koran
5.6 Die Zehn Gebote
5.7 Speisevorschrift
5.8 Polygynie und Überlegenheit des Mannes
5.9 Verschleierung der Frau
5.10 Koranspezifische Gebote
5.11 Propheten in Bibel und Koran
5.11.1 Abraham
5.11.2 Mose
5.11.3 Mohammed
5.11.4 Die Prophetenlegenden
5.12 Die Trinität aus der Sicht des Islam
5.13 Weitere Besonderheiten
5.14 Dialog zwischen Christentum und Islam
6 Fazit
Die vorliegende Examensarbeit untersucht die Problematik unpräziser Bibelübersetzungen und deren Auswirkungen auf den Religionsunterricht im Kontext einer multikulturellen Schülerschaft. Ziel ist es, Lehrkräften Hilfestellungen für eine adäquate Vermittlung biblischer Texte zu geben und interreligiöses Lernen als Chance zur Brückenbildung zwischen Christentum und Islam zu etablieren.
3.3 Subjektive Fehlübersetzungen
„Der ideale Übersetzer ist ein Brückenbauer, der seine Pfeiler auf beiden Ufern hat, und hüben wie drüben ebenso heimisch und vertraut ist. Da jedoch jeder Bibelübersetzer seinem Text sein eigenes Vor-Verständnis, Vor-Urteil und Vorstellungen entgegenbringt, gibt es keine objektive oder „wertfreie“ Übersetzung, umso mehr also die Bibel die Gefühlswelt keiner ihrer Leser unberührt zu lassen vermag“14
Pinchas Lapide macht damit verständlich, dass keine Übersetzung ohne ein bestimmtes voreigenommenes Denken praktiziert werden kann. Jeder Übersetzer bringt einen bestimmten kulturellen und sozialen Anteil seiner Zeit sowie ein bestimmtes Gedankengut seines Publikums mit, welchem er, seine Übersetzung verständlich zu verfassen, bedacht ist. Eine Übersetzung ist in der Mehrzahl der Fälle ein subjektiver Prozess und bringt den Dolmetscher dazu, unumgänglich ein Stück vom eigenen Selbst und seinem Verständnis einfließen zu lassen. Der Sinn der Übersetzung kann unter diesen Umständen nicht korrekt wiedergegeben werden oder gar ganz aus der Sicht des Lesers geraten. Folglich ist doch das erste und bedeutendste Buch der Welt, die Bibel, mehrfach auf unterschiedlichste Art und Weise von ihren Übersetzern interpretiert und ausgelegt worden. Dabei kann der eigentliche Sinn und Zweck des Buches, das Moses für sein Volk Israels verfasst hat, durch die mehrfach aufeinander ausgelegte Übersetzung an gewissen Abschnitten und Passagen falsch aufgefasst werden.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Problematik religiöser Fachbegriffe bei Bibelübersetzungen für den Schulunterricht und führt in die Fragestellung des interreligiösen Lernens ein.
2 Aspekte allgemeiner Übersetzung: Dieses Kapitel behandelt Übersetzungstheorien, die Rolle des Übersetzers sowie Ansätze wie die der Organisation Wycliff.
3 Bibelübersetzung: Hier werden verschiedene Übersetzungstypen und die Historie bekannter Übersetzungen, wie der Lutherbibel, analysiert sowie spezifische Begriffe kritisch beleuchtet.
4 Die Relevanz der Bibel im Religionsunterricht: Fokus auf Bibeldidaktik, den Vergleich von Kinderbibeln und das Potenzial des interreligiösen Lernens.
5 Parallelen und Unterschiede in der Bibel und dem Koran: Ein vergleichender Blick auf Glaubensinhalte, Prophetenbilder und das Verhältnis zum Heil, insbesondere zwischen Christentum und Islam.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Übersetzung stets interpretativ ist und interreligiöse Begegnung im schulischen Kontext einen verantwortungsbewussten Umgang erfordert.
Bibelübersetzung, Bibeldidaktik, interreligiöses Lernen, Religionsunterricht, Islam, Koran, Lutherbibel, Fehlübersetzung, Kinderbibel, Exegese, Gott, Prophetie, Christentum, Schöpfungsgeschichte, Fachbegriffe
Die Examensarbeit untersucht die Herausforderungen bei der Übersetzung religiöser Fachbegriffe und wie diese im Schulunterricht, insbesondere im Kontext interkultureller Klassen, vermittelt werden können.
Zentrale Themen sind die Übersetzungstheorie, die biblische Didaktik in der Grundschule, ein Vergleich zwischen christlicher Bibel und muslimischem Koran sowie Ansätze für ein interreligiöses Lernen.
Das Ziel ist es, die Problematik unpräziser Übersetzungen aufzuzeigen und Lehrkräften Wege zu weisen, wie sie Kindern einen verständlichen und authentischen Zugang zu biblischen Texten ermöglichen können.
Es handelt sich primär um eine literaturbasierte religionspädagogische Analyse, die Fachliteratur und verschiedene Bibelübersetzungen sowie Kinderbibeln vergleichend gegenüberstellt.
Der Hauptteil analysiert spezifische Begriffe (z.B. Schalom, Tora, HERR), vergleicht die biblische Erzähltradition mit der des Korans und untersucht verschiedene Ansätze zur Bibeldidaktik.
Wichtige Begriffe sind Bibeldidaktik, interreligiöses Lernen, Bibelübersetzung, Koran-Vergleich, religiöse Fachbegriffe und Kindertheologie.
Die Arbeit äußert Kritik an der moralisierenden Darstellung und der mangelnden Trennung zwischen Kommentar und Bibeltext, was zu einer Polarisierung zwischen Gut und Böse führen kann.
Es wird als große Chance gesehen, um durch persönliche Begegnungen und den Austausch von Traditionen Toleranz zu fördern, Vorurteile abzubauen und Brücken zwischen den Religionen zu schlagen.
Sie kritisiert, dass dieser Begriff Gott eine männliche Rolle zuweist und somit zu einer einseitigen Wahrnehmung der Geschlechterrollen bei Kindern beitragen kann.
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