Masterarbeit, 2014
221 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Inklusion
3.1 Geschichtliche Entwicklung
3.2 Definitionsansätze
3.2.1 Inklusion
3.2.2 Teilhabe
3.2.3 Gleichheit und Verschiedenheit
3.3 Rechtliche Grundlagen
3.4 Systematisierung von Behinderungen
3.5 Inklusion international
3.6 Stand der Inklusion in Deutschland
4 Inklusion in Schulen
4.1 Unterschied in der Schulpraxis zwischen Integration und Inklusion
4.2 Inklusive Schulen
4.2.1 Merkmale inklusiver Schulen
4.2.2 Aktuelle Entwicklungen im deutschen inklusiven Bildungssystem
4.2.3 Der Index für Inklusion als Entwicklungsprojekt von Schulentwicklung
4.2.4 Merkmale inklusiven Unterrichts
5 Inklusion im Sportunterricht
5.1 Curriculare Vorgaben im Schulsport mit körperbehinderten Schülerinnen und Schülern
5.1.1 Doppelauftrag des Sports
5.1.2 Fachdidaktische Konzepte im Sport
5.1.3 Didaktische Konzepte für einen Sportunterricht mit körperbehinderten Schülerinnen und Schülern
5.1.4 Kriterien eines guten Sportunterrichts
5.2 Grundlagen inklusiven Sportunterrichts
5.3 Die Herausforderung eines gemeinsamen Schulsports, Chancen und Risiken
5.4 Der Umgang mit Heterogenität im Sportunterricht
6 Grundlagen des Schwimmunterrichts
6.1 Schwimmen als unverzichtbares Element des Lehrplans
6.2 Lehrplanbezug des Schwimmunterrichts
6.3 Schwimmen mit beeinträchtigten Menschen
6.4 Kraulschwimmen als erste Schwimmart
7 Empirische Untersuchung
7.1 Forschungsfragen
7.2 Methodenwahl
7.2.1 Quantitative vs. Qualitative Methoden
7.2.2 Methoden der Triangulation
7.2.3 Konzeption der Datenerhebung
7.2.4 Modellierung, Erfassung und Aufbereitung der Daten
7.2.5 Gütekriterien qualitativer Forschung
7.2.6 Methodenkritik
7.3 Vorstellung der Schule und der Probanden
7.4 Setting und Rahmenbedingungen
7.5 Erhebungsmaterial
7.6 Anwendung des Erhebungsmaterials
7.7 Kritik am Erhebungsmaterial
7.8 Durchführung
7.8.1 Einschätzung des Leistungsstands der Versuchsgruppe
7.8.2 Schematischer Stundenverlauf
7.8.3 Übersichtsplan zur Unterrichtsreihe
7.8.4 Erläuterungen zum Unterrichtskonzept beim Erlernen des Kraulschwimmens
7.8.5 Auffälligkeiten und besondere Vorkommnisse während der Untersuchung
8 Ergebnisse
8.1 Ergebnisdarstellung
8.1.1 Schülerinnen und Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf
8.1.2 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf
8.1.3 Auffällige Ergebnisse
8.1.4 Interpretation der Ergebnisse
8.1.5 Schlussfolgerung
8.2 Beantwortung der Forschungsfragen
8.2.1 Ist eine gleichberechtigte Teilhabe im Schwimmunterricht gelungen?
8.2.2 Können alle Kinder in einem gemeinsamen Unterricht individuelle Fortschritte erzielen?
8.2.3 Eignet sich der Kriterienkatalog als Indikator der Leistungsmessung
8.2.4 Kann der Aufwand von einer Lehrkraft bewerkstelligt werden?
8.2.5 Brauchen Lehrkräfte besondere Qualifikationen?
8.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
9 Zusammenfassung und Fazit
10 Ausblick und Ableitungen für künftige Studien
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie ein inklusiver Sportunterricht, konkret am Beispiel des Schwimmunterrichts, gestaltet werden kann, um eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie Lehrkräfte Heterogenität in der Praxis begegnen können und ob ein gemeinsames Sporttreiben individuelle Fortschritte bei Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf fördert.
3.2.1 Inklusion
Der Begriff Inklusion geht etymologisch auf das lateinische Wort „includere“ zurück und bedeutet „einschließen“ (Theunissen, 2009; Hinz et al., 2012). Hinz et al. (2012) erklären, dass Inklusion als ein soziales „Eingeschlossensein“ in eine Gemeinschaft oder als das „Einbezogensein“ in lebensrelevante Kommunikationszusammenhänge verstanden werden kann. Verwirrend ist zunächst, dass die Begriffe Integration10 und Inklusion in den letzten Jahren bedeutend oft in Gebrauch sind, ohne dass sie in ihrer inhaltlichen Aussage klar voneinander getrennt werden. In der Literatur werden beide Begriffe synonym verwendet, als sei ihre inhaltliche Bedeutung identisch (Speck, 2010). Amrhein (2011) stellt fest, dass weder in der nationalen, noch internationalen Literatur eine uniforme Begriffsdefinition existiert.
Auch in pädagogischen Kreisen herrscht Amrhein (2011) zufolge Unsicherheit über den Inhalt beider Begriffe. Nach Hinz et al. (2012) erklärt sich das Begriffsverständnis am ehesten aus den sozialpolitischen Diskussionen in den 1970er Jahren. Damals stand zunächst der Terminus „Exklusion“ im Zentrum. Exklusiv bedeutet als Gegenstück zu inklusiv „ausgegrenzt“ oder „nicht für jedermann bestimmt“ (Hinz et al., 2012). Soziologisch betrachtet, benötigte man einen Gegenbegriff als sozialen Zielbegriff. Damit schob sich das sprachliche Gegenstück „Inklusion“ neben den Begriff der Integration (Hinz et al., 2012). Etymologisch leitet sich der Begriff Integration vom lateinischen „integrare“ ab, was mit „ein Ganzes herstellen“ übersetzt werden kann. Verschiedene, manchmal gegensätzliche Begriffsinhalte von Inklusion weisen auf kontextabhängige Interpretationsspielräume hin. Eine Metapher, also ein Ausdruck, der übertragbar ist, erhält erst in einem bestimmten Bezugssystem oder durch den speziellen Wortgebrauch von „Inklusion“ und „Exklusion“ seine inhaltliche Wertung (Hinz et al., 2012). Diese kontextabhängigen Interpretationen führen auch in der Bevölkerung zur Konfusion und zu Diskussionen. Eine einheitliche Definition des Inklusionsbegriffs ist folglich nicht auszumachen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Bildung als Menschenrecht und führt in die Problematik der Inklusion im deutschen Schul- und Sportunterricht ein.
2 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Unschärfe des Inklusionsbegriffs und definiert den Anspruch, durch eine empirische Untersuchung im Schwimmunterricht Klarheit über die Umsetzung inklusiver Praxis zu gewinnen.
3 Inklusion: Hier werden der geschichtliche Hintergrund, verschiedene Definitionsansätze sowie die rechtliche Grundlage der Inklusion, insbesondere die UN-Behindertenrechtskonvention, detailliert dargelegt.
4 Inklusion in Schulen: Dieses Kapitel thematisiert die Transformation des Schulsystems hin zu inklusiven Schulen, unter anderem durch den Einsatz des „Index für Inklusion“ und die Analyse von Qualitätsmerkmalen.
5 Inklusion im Sportunterricht: Es werden spezifische Herausforderungen des Sports, wie die Notwendigkeit von Binnendifferenzierung und der Umgang mit Heterogenität, auf die Inklusionsdebatte übertragen.
6 Grundlagen des Schwimmunterrichts: Das Kapitel verankert das Schwimmen als unverzichtbaren Bestandteil des Lehrplans und beleuchtet Besonderheiten beim Unterrichten von Menschen mit Beeinträchtigungen im Wasser.
7 Empirische Untersuchung: Diese Methodik-Sektion beschreibt das Forschungssetting, die Datenerhebung via Kriterienkatalog und die Reflexion der forschungspraktischen Vorgehensweise an einer Gesamtschule.
8 Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung deskriptiv ausgewertet, interpretiert und die Forschungsfragen basierend auf den gewonnenen Daten beantwortet.
9 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit personeller und struktureller Ressourcen für eine gelungene Inklusion.
10 Ausblick und Ableitungen für künftige Studien: Der Ausblick identifiziert weiteren Forschungsbedarf, etwa hinsichtlich gruppendynamischer Prozesse in Mannschaftssportarten und der Weiterentwicklung individueller Bezugsnormen.
Inklusion, Sportunterricht, Schwimmunterricht, Heterogenität, Schulentwicklung, UN-Behindertenrechtskonvention, Kraulschwimmen, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Binnendifferenzierung, individuelle Bezugsnorm, Qualitative Forschung, Teilhabe, Empowerment, Pädagogik der Vielfalt
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen eines inklusiven Sportunterrichts, am Beispiel des Schwimmunterrichts, und wie eine gleichberechtigte Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gelingen kann.
Das Dokument deckt die theoretischen Grundlagen der Inklusion, rechtliche Rahmenbedingungen wie die UN-Behindertenrechtskonvention, didaktische Ansätze für den inklusiven Sport- und Schwimmunterricht sowie eine empirische Untersuchung zur Leistungsentwicklung ab.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob eine gleichberechtigte Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler bei der Einführung des Kraulschwimmens im inklusiven Sportunterricht ermöglicht werden kann.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf einer verdeckten, nichtteilnehmenden Beobachtung und der Datenerhebung mittels eines Kriterienkatalogs zur Leistungsentwicklung.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Inklusion und Schulentwicklung sowie einen praktischen Teil, der die Konzeption, Durchführung und Auswertung einer Unterrichtsreihe im Schwimmen detailliert beschreibt.
Wesentliche Begriffe sind Inklusion, Sportunterricht, Heterogenität, Kraulschwimmen, Binnendifferenzierung und individuelle Bezugsnorm.
Schwimmen dient als Praxisbeispiel, da das Medium Wasser besondere Möglichkeiten bietet, Barrieren abzubauen und Kindern neue Bewegungserlebnisse zu ermöglichen, unabhängig von ihrer physischen Ausgangslage.
Die Ergebnisse zeigen, dass alle beobachteten Kinder individuelle Fortschritte im Kraulschwimmen erzielen konnten, wobei die Geschwindigkeit und Qualität dieser Fortschritte stark von individuellen Voraussetzungen und intensiver Betreuung abhingen.
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