Bachelorarbeit, 2014
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition von „Role Play Story“
2.2 Forschungsstand
2.3 Erzähl- und Spieltheorien
3 Vergleich von Pen & Paper-Rollenspielen und Role Play Stories
3.1 Kulturelle Struktur
3.1.1 Entstehung der P & P-Rollenspiele
3.1.2 Weiterentwicklung von P & P-Rollenspielen
3.1.3 Entstehung von Fan-Fiction-Foren
3.2 Formale Struktur
3.2.1 Mediale Unterschiede
3.2.2 Erschaffung der Charaktere
3.2.3 Ablauf der Rollenspiele
3.2.4 Regelwerke
3.3 Soziale Struktur
3.3.1 Interaktion in Rollenspielen
3.3.2 Wechsel zwischen verschiedenen Rollen
3.3.3 Gemeinsame und getrennte Vorstellungen
3.4 Ästhetische Struktur
3.4.1 P & P-Rollenspiel als Performance
3.4.2 Ästhetik von digitaler Literatur
3.4.3 Ästhetik von Role Play Stories
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das spezifische Phänomen der „Role Play Stories“ in Fan-Fiction-Foren zu definieren und im Vergleich zu klassischen Pen & Paper-Rollenspielen (P & P-Rollenspiele) zu untersuchen, um deren Besonderheiten in Bezug auf Internet-spezifische Eigenschaften herauszuarbeiten.
3.4.3 Ästhetik von Role Play Stories
Mehr noch als Fan-Fictions lassen sich Role Play Stories mit theatralen Prozessen vergleichen. Schon formal betrachtet erinnern diese Rollenspiele, die nicht umsonst mit solch einem Titel versehen sind, an eine performative Situation: Die Teilnehmer schreiben in dialogischer Form einen Text, der kaum mit traditioneller Literatur gleichgesetzt werden kann. Es geht hierbei eben nicht um ein abgeschlossenes Werk, das von einem Urheber geplant wird. Stattdessen steht der Prozess des Entstehens im Mittelpunkt. Dadurch, dass jeder Teilnehmer eine Rolle übernimmt und aus dieser Sicht erzählt, wird der Zufall eingebracht – bei manchen Role Play Stories mehr als bei anderen. Manche Moderatoren besprechen mit den Beteiligten im Chat den Plot wie im Rollenspiel Pulling the Puzzle Apart. raptoregg64 schlägt vor, zusammen zu überlegen, wie sich die Geschichte weiterentwickeln soll. Sie bringt eine eigene Idee an: „Moriarty contacts Irene again to try get info about John, Irene either tells Sherlock or Sherlock finds out about it in some way or another.“ Zusammen mit Setep Ka Tawy und Quill of Thoughts einigt sie sich auf einen Plot, der genug Spielraum lässt, um für alle Beteiligten noch Überraschung und Spannung zu enthalten.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Rollenspiele in Internetforen ein, erläutert die Relevanz des Phänomens und definiert den Begriff "Role Play Story" in Abgrenzung zu klassischen Formaten.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Definition und verortet die Role Play Stories im Kontext bestehender Forschungsstände sowie erzähl- und spieltheoretischer Ansätze.
3 Vergleich von Pen & Paper-Rollenspielen und Role Play Stories: Ein umfassender Vergleich beider Formate entlang der Dimensionen kulturelle, formale, soziale und ästhetische Struktur.
3.1 Kulturelle Struktur: Untersucht die historischen Wurzeln vom Wargame über P & P-Rollenspiele bis hin zur Entstehung der Fan-Fiction-Foren im digitalen Zeitalter.
3.1.1 Entstehung der P & P-Rollenspiele: Analysiert die Entwicklung von strategischen Kriegsspielen hin zu den ersten Pen & Paper-Systemen.
3.1.2 Weiterentwicklung von P & P-Rollenspielen: Beleuchtet die Internationalisierung und Genrevielalt sowie den Einfluss auf Computerspiele.
3.1.3 Entstehung von Fan-Fiction-Foren: Beschreibt den Übergang von Fan-Produktionen ins Internet und die Rolle von Plattformen wie www.fanfiction.net.
3.2 Formale Struktur: Widmet sich der Reglementierung und dem Aufbau der Spielsysteme.
3.2.1 Mediale Unterschiede: Arbeitet die Differenz zwischen Face-to-face-Kommunikation und der schriftbasierten, digitalen Interaktion heraus.
3.2.2 Erschaffung der Charaktere: Vergleicht die Methoden der Charakterwahl und -erstellung zwischen den beiden Spielarten.
3.2.3 Ablauf der Rollenspiele: Vergleicht die narrativen Muster, Rollen von Spielleitern beziehungsweise Moderatoren und den Spielfluss.
3.2.4 Regelwerke: Untersucht den Grad der Quantifizierung und die Rolle von expliziten Regeln versus informeller Richtlinien.
3.3 Soziale Struktur: Analysiert die sozialen Interaktionsformen und die Dynamiken innerhalb der Spielergruppen.
3.3.1 Interaktion in Rollenspielen: Erörtert die netzgebundene Mensch-zu-Mensch-mittels-Computer-Interaktion.
3.3.2 Wechsel zwischen verschiedenen Rollen: Beleuchtet die Verschiebung zwischen Darsteller- und Zuschauerrollen sowie das Konzept des "Wreaders".
3.3.3 Gemeinsame und getrennte Vorstellungen: Thematisiert Konsensbildung durch geteilten Canon und die Anwendung der Leerstellentheorie auf den Schreibprozess.
3.4 Ästhetische Struktur: Setzt Role Play Stories in einen ästhetischen Gesamtzusammenhang.
3.4.1 P & P-Rollenspiel als Performance: Begreift das P & P-Rollenspiel als flüchtiges, virtuelles ästhetisches Objekt im Prozess.
3.4.2 Ästhetik von digitaler Literatur: Stellt Parallelen zwischen digitaler Literatur, Prozessualität und performativen Künsten her.
3.4.3 Ästhetik von Role Play Stories: Fasst zusammen, warum Role Play Stories aufgrund ihrer Dialogizität und Flüchtigkeit primär als theatrale Prozesse zu verstehen sind.
4 Fazit: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die prozessuale, nichtlineare und kollektive Natur von Role Play Stories als "soziale Ästhetik".
5 Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Rollenspiele, Role Play Stories, Fan-Fiction, Internetforen, Sherlock, P & P-Rollenspiele, digitale Literatur, Prozessualität, Fandom, kollaboratives Schreiben, Mensch-Computer-Interaktion, ästhetische Struktur, Narrative, Spieltheorie, Fan-Kultur
Die Arbeit untersucht das Phänomen der "Role Play Stories" in Online-Fan-Fiction-Foren, einer spezifischen digitalen Form des Rollenspiels, und vergleicht diese mit klassischen Pen & Paper-Rollenspielen.
Die Analyse konzentriert sich auf die kulturellen Wurzeln, die formale Struktur, soziale Interaktionsmuster und die ästhetische Einordnung dieser digitalen Geschichten.
Ziel ist es, das Spezifische an Role Play Stories zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Internet-spezifische Eigenschaften (wie Prozessualität und Schriftlichkeit) die Erzählweise beeinflussen.
Es wird eine spieltheoretische Einteilung nach Zimmerman und Lantz sowie die ästhetische Struktur nach Daniel Mackay als Analyseframework genutzt, ergänzt durch medienwissenschaftliche Ansätze zur digitalen Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung von P & P-Rollenspielen und Role Play Stories, wobei kulturelle, formale, soziale und ästhetische Kategorien systematisch verglichen werden.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Rollenspiele, Fan-Fiction, digitale Literatur, Prozessualität, Fandom und kollaboratives Schreiben definieren.
Der Hauptunterschied liegt im Medium: Während P & P-Spiele durch physische Face-to-face-Interaktion und umfangreiche Regelwerke geprägt sind, basieren Role Play Stories auf schriftlicher, zeitlich versetzter Interaktion und haben weitaus weniger restriktive, informelle Regeln.
Die Arbeit nutzt "Sherlock"-Rollenspiele auf der Plattform www.fanfiction.net als Fallbeispiel, da dieses Fandom ein hohes Maß an Engagement zeigt und somit ein breites und gut analysierbares Datenmaterial für die Untersuchung liefert.
Im Gegensatz zu fest geplanten Plots enden diese Rollenspiele meist abrupt, wenn das Interesse oder die Zeit der Teilnehmer schwindet, da das gemeinsame Erzählen an sich und nicht ein festes Endergebnis im Vordergrund steht.
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