Bachelorarbeit, 2015
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Gliederung
2. Theorie und Vorgehensweise
2.1 Balance-of-Threat-Theorie (BOT)
2.2 Theorie der sozialen Identität (SIT)
2.3 Vorgehensweise
2.3.1 Abhängige Variable: Revisionismus in den internationalen Beziehungen
2.3.2 Unabhängige Variablen: Statusimmobilität und Bedrohungsperzeption
3. Japans Weg in den Revisionismus 1919-1934
3.1 Exkurs: Japan vor dem Ersten Weltkrieg
3.2 Ambivalente Nachkriegsphase 1919-1921/22
3.3 Kooperationsphase 1922-1931
3.4 Phase des Abgleitens in den Revisionismus 1931-1934
4. Analyse aus Perspektive der BOT und der SIT
4.1 Analyse aus Perspektive der Balance-of-Threat-Theorie (BOT)
4.1.1 Exkurs: Japan vor dem Ersten Weltkrieg
4.1.2 Affirmative Phase 1919-1931
4.1.3 Revisionistische Phase 1931-1934
4.2 Analyse aus Perspektive der Theorie der sozialen Identität (SIT)
4.2.1 Exkurs: Japan vor dem Ersten Weltkrieg
4.2.2 Affirmative Phase 1919-1931
4.2.3 Revisionistische Phase 1931-1934
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für Japans Wandel von einem kooperativen Akteur in der Zwischenkriegszeit hin zu einem revisionistischen Staat, der schließlich den Pazifikkrieg auslöste. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob dieses revisionistische Verhalten primär auf das Sicherheitsstreben im Sinne einer rationalistischen Bedrohungsperzeption zurückzuführen ist oder ob enttäuschte Statusambitionen und Identitätskonflikte die maßgebliche Rolle spielten.
3.4 Phase des Abgleitens in den Revisionismus 1931-1934
Die kooperativ-affirmative Außenpolitik der japanischen Regierung in den 1920er-Jahren war indes innenpolitisch teuer erkauft worden. Im Vorfeld der Londoner Flottenkonferenz 1930 suchten Regierungsgegner in Marine, Heer, Presse und Zivilgesellschaft Hamaguchi und Shidehara mit dem Stigma einer „weak-kneed diplomacy“ (Ward 2013, 631) zu diskreditierten und warfen ihnen den Ausverkauf japanischer Interessen vor (Storry 1979, 134-137). Im Rückblick setzten sich Hamaguchi und die Befürworter des moderaten außenpolitischen Kurses der Taishō-Demokratie auf der Londoner Flottenkonferenz ein letztes Mal gegen ihre zahlreicher werdenden Widersacher durch: „Japan had shown strength of her institutions and prevalence of civilian control – but only at hair’s breadth“ (Nish 1977, 171).
Der Druck auf die moderaten Zaibatsu, die liberalen Parteienpolitiker und das auf Ausgleich bedachte Diplomatenkorps erhöhte sich am 18. September 1931 weiter, als fanatisierte Angehörige der Kwantung-Armee bei Mukden ein Bombenattentat auf die von Japan betriebene Süd-Mandschurische Eisenbahn verübten und dadurch die Mandschurei-Krise auslösten (Toshihiko 1984, 241-258; Martin 1975, 228). Schnell war Shidehara Kijūrō, der im Kabinett Wakatsuki Reijirō weiterhin das Amt des Außenministers bekleidete, klar, dass das Fait accompli mehr als nur das Werk lokaler Einzeltäter, sondern ein bis in die höchsten Staatsämter reichender Komplott gewesen war (Iriye 1965, 300). Keinen Moment schenkte er der von der Kwantung-Armee verbreiteten Mär Glauben, dass der Terroranschlag auf die ökonomische Lebensader Japans in der Mandschurei auf das Konto militanter chinesischer Nationalisten gehe (Ward 2013, 632), tat aber gute Miene zu bösem Spiel, um vom Kriegsminister Minami Jirō eine quid pro quo-Garantie abzuverlangen, dass weitere unauthorisierte Aktionen fortan zu unterbleiben hatten (DeVere Brown 1974, 217 ff.). Während Premierminister Wakatsuki dem Tennō versicherte, dass er alles in seiner Macht stehende tun werde, „to prevent this incident from spreading“ (zit. nach Harada 1968, 77), und das Außenministerium eine apologetische Beschwichtigungspolitik gegenüber der internationalen Gemeinschaft verfolgte, trieb die Kwantung-Armee die Okkupation der Mandschurei nichtsdestotrotz bis Februar 1932 sukzessive voran.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Kontext der japanischen Aggression im Pazifikraum und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Ursachen des japanischen Revisionismus zwischen 1919 und 1934.
2. Theorie und Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Balance-of-Threat-Theorie (BOT) und der Theorie der sozialen Identität (SIT) und stellt das methodische Vorgehen sowie die Operationalisierung der Variablen vor.
3. Japans Weg in den Revisionismus 1919-1934: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die drei Phasen der japanischen Außenpolitik von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zur Etablierung einer revisionistischen Politik nach 1931.
4. Analyse aus Perspektive der BOT und der SIT: Dieses Kapitel untersucht die historische Entwicklung aus den beiden theoretischen Blickwinkeln, um die Hypothesen zur Sicherheit und zum Status als Treiber des japanischen Verhaltens zu prüfen.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die relative Erklärungskraft der beiden Theorien für den japanischen Weg in den Revisionismus.
Japan, Revisionismus, Zwischenkriegszeit, Balance-of-Threat-Theorie, Theorie der sozialen Identität, Mandschurei-Krise, Statusimmobilität, Sicherheitsstreben, Washingtoner System, Außenpolitik, Nationalismus, Großmachtstatus, Internationale Beziehungen, Pazifikkrieg, Identitätspolitik.
Die Arbeit untersucht, warum das Kaiserreich Japan in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen (1919-1934) von einer kooperativen, systemerhaltenden Außenpolitik zu einem aggressiven, revisionistischen Kurs wechselte, der schließlich zum Pazifikkrieg führte.
Die zentralen Themen sind die japanische Außenpolitik in der Zwischenkriegszeit, die Rolle internationaler Verträge wie des "Washingtoner Systems", der Einfluss von Militär und Nationalismus sowie die psychologischen Faktoren von Statusstreben und Bedrohungsperzeption.
Die Forschungsfrage lautet: Ist die zunehmend revisionistische Großmachtpolitik Japans auf die fortdauernde Zurückweisung japanischer Statusambitionen durch die internationale Gemeinschaft zurückzuführen oder korreliert sie eher mit einem Sicherheitsstreben aufgrund von Bedrohungsperzeptionen?
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Theorietest (Retrodiktion), indem sie die realhistorischen Ereignisse durch die Linse der Balance-of-Threat-Theorie (BOT) und der Theorie der sozialen Identität (SIT) analysiert und mit Äußerungen der politischen Elite abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Darstellung der Phasen 1919-1921/22, 1922-1931 und 1931-1934 sowie eine anschließende theoretische Analyse dieser Phasen, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Schlagworte wie japanischer Revisionismus, Balance-of-Threat-Theorie (BOT), Theorie der sozialen Identität (SIT), Mandschurei-Krise, Statusimmobilität und Washingtoner System.
Der Mukden-Zwischenfall (1931) wird als entscheidender Wendepunkt identifiziert, da er als "Fait accompli" der Kwantung-Armee die moderate Zivilregierung schwächte und den Weg für ein aggressives, militaristisches Agieren in der Mandschurei ebnete.
Die Amô-Doktrin von 1934 markiert einen Höhepunkt des japanischen Revisionismus, da sie den Anspruch auf eine regionale Hegemonie unter japanischer Kuratel offen proklamierte und damit endgültig mit der bisherigen Politik der internationalen Kooperation brach.
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