Diplomarbeit, 2004
94 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 AUSGANGSSITUATION UND PROBLEMSTELLUNG
2.1 Principal-Agent-Theory und asymmetrische Informationsverteilung
2.2 Situation im Anwendungsfall
3 AUSWAHL EINES GEEIGNETEN ANREIZKONZEPTES
3.1 Personalökonomischer Ansatz
3.2 Möglichkeiten externer Anreizstrukturen
4 GRUNDLAGEN DER TOURNAMENTTHEORIE
4.1 Einführung in die Tournamenttheorie
4.2 Grundmodell der Tournamenttheorie nach Lazear und Rosen
4.3 Problemfelder der Tournamenttheorie
4.3.1 Theoretische Annahmen
4.3.2 Kollusion und Rattenrennen
4.3.3 Sabotage und anderes unkooperatives Verhalten
4.4 Erweiterung Grundmodell: Asymmetrische Turniere
5 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND UND TURNIERDESIGN
5.1 Tournamenttheorie allgemein
5.2 Sabotage und Absprachen
5.3 Asymmetrische Turniere
6 EINSATZ UND ANWENDUNG VON TURNIEREN
6.1 Darstellung des Problemumfeldes
6.1.1 Beschreibung des Unternehmens
6.1.2 Arbeitsweise im Forschungs- und Entwicklungsbereich
6.1.3 Projektaufträge
6.2 Anwendung der Tournamenttheorie im Organisationsbereich
6.3 Geeignete Einsatzmöglichkeiten von Leistungsturnieren
6.3.1 Einsatz von Beförderungsturnieren - Selektion
6.3.1.1 Selektion durch Vorgesetztenbeurteilung
6.3.1.2 Selektion durch Leistungsmessung in der Projektarbeit
6.3.1.3 Zusammenfassung Turniere zur Selektion
6.3.2 Einsatz von Turnieren zur Anreizsteigerung - Motivation
6.3.2.1 Leistungsturniere zwischen Individuen
6.3.2.2 Leistungsturniere zwischen Kollektiven
6.3.2.3 Zusammenfassung Turniere zur Motivation
7 RESÜMEE UND SCHLUSSBEMERKUNGEN
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob und wie relative Leistungsturniere als Anreiz- und Selektionsinstrument im Forschungs- und Entwicklungsbereich eines Beispielunternehmens effektiv eingesetzt werden können, um bei hoher Informationsasymmetrie und schwieriger Leistungsmessung die Arbeitsleistung zu steigern.
4.1 Einführung in die Tournamenttheorie
Die Tournamenttheorie oder auch das Konzept relativer Leistungsturniere wurde erstmals von Lazear und Rosen (1981) theoretisch analysiert und in die ökonomische Diskussion eingeführt. Grundüberlegungen zur Tournamenttheorie gehen davon aus, dass eine sich an absoluten Leistungswerten orientierende Arbeitsleistungsbeurteilung oder Entlohnung unter bestimmten Umständen sehr kostspielig, wenn nicht gar unmöglich ist. Eine absolute direkte Leistungsmessung ist gerade bei Arbeiten, deren Ergebnis für Dritte schwer zu messen und zu beurteilen ist oder bei Arbeiten, welche durch Multitaskingaufgaben und Unteilbarkeiten gekennzeichnet sind, äußerst kritisch (Prendergast, 1999: 23; Whitford, 2002: 5).
Aufgrund der Informationsasymmetrie zwischen Prinzipal und Agent führt ein suboptimales Monitoring u.U. zu Fehlanreizen und zu Moral Hazard-Verhalten der rational handelnden Agenten (Whitford, 2002: 5). Ebenso ist ein Anreizkonzept, welches auf absoluter Leistungsmessung beruht (z.B. Stücklöhne), nicht in jeder Situation zweckmäßig (Lazear, 1981: 841). Abhilfe kann gerade hier eine ordinale Bewertung der Arbeitsleistung schaffen, die im Gegensatz zu einer kardinalen Messung den Vorteil hat, dass dabei der nötige Informationsbedarf geringer ausfällt (Whitford, 2002: 5). Bei dieser Art der Leistungsbeurteilung ist nur wichtig, ob jemand besser ist und nicht wie viel besser. Das ist die Grundidee von Turnieranreizen: Nicht jeder Einzelne wird anhand der absoluten Leistung belohnt, sondern nach der relativen Bewertung im Vergleich zu anderen oder einem Leistungsstandard (Bull/Schotter/Weigelt, 1987: 2; Lazear/Rosen, 1981: 842; Lazear, 1999: 17).
1 EINLEITUNG: Definiert die Tournamenttheorie und skizziert das Ziel der Arbeit, deren Anwendung im F&E-Bereich eines Unternehmens zu untersuchen.
2 AUSGANGSSITUATION UND PROBLEMSTELLUNG: Analysiert die Principal-Agent-Problematik sowie die Anreizstrukturen im spezifischen Untersuchungsobjekt.
3 AUSWAHL EINES GEEIGNETEN ANREIZKONZEPTES: Bewertet verschiedene Anreizmechanismen und begründet die Eignung der Tournamenttheorie für das vorliegende Problemumfeld.
4 GRUNDLAGEN DER TOURNAMENTTHEORIE: Erläutert die theoretischen Mechanismen, das Grundmodell nach Lazear und Rosen sowie relevante Problemfelder wie Sabotage und Asymmetrien.
5 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND UND TURNIERDESIGN: Gibt einen Überblick über empirische Studien zu Turnieren und deren Anwendungserfahrungen aus verschiedenen Bereichen.
6 EINSATZ UND ANWENDUNG VON TURNIEREN: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf das konkrete Szenario der XYZ GmbH & Co. KG und entwirft praktische Turniergestaltungen.
7 RESÜMEE UND SCHLUSSBEMERKUNGEN: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der untersuchten Turnierformen.
Tournamenttheorie, Leistungsturniere, Principal-Agent-Theorie, Anreizsysteme, F&E-Bereich, Arbeitsleistung, Leistungsbeurteilung, Sabotage, Selektion, Motivation, Projektarbeit, Projektmanagement, relative Leistung, asymmetrische Turniere, Vergütung
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendbarkeit der Tournamenttheorie als Anreizkonzept, um die Produktivität von Entwicklern in einem F&E-Unternehmen zu steigern.
Zentrale Themen sind die relative Leistungsmessung, der Umgang mit Informationsasymmetrie, der Einsatz von Turnieren für Beförderungen und Motivation sowie der Umgang mit unerwünschten Verhaltensweisen wie Sabotage.
Das Ziel ist es, ein geeignetes Kompensationssystem basierend auf der Tournamenttheorie zu entwickeln, das die Leistung der Mitarbeiter erhöht und sich in die vorhandenen Matrix-Strukturen integrieren lässt.
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis personalökonomischer Ansätze durchgeführt, die durch Literaturdiskussion und den Abgleich mit empirischen Erkenntnissen gestützt wird.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Mechanismen von Turnieren, die Problematik asymmetrischer Leistungsanreize sowie die konkrete Gestaltung und Bewertung von Selektions- und Motivationsturnieren für Entwickler.
Die wichtigsten Schlagworte sind Tournamenttheorie, relative Leistungsmessung, Anreizsysteme, F&E-Bereich, Selektion, Motivation, Sabotage und Projektarbeit.
Es wird vorgeschlagen, die subjektive Vorgesetztenbeurteilung durch objektivere Indikatoren, wie das Verhältnis von „Bewertete Projektstunden zu Gesamtprojektstunden“, zu ergänzen, um den Manipulationsspielraum zu verringern.
Durch Maßnahmen wie räumliche Trennung, den Einsatz unparteiischer Dritter, den Verzicht auf extreme Preisdifferenzen oder die bewusste Gestaltung der Teilnehmergruppen soll das Risiko für Sabotage minimiert werden.
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