Lizentiatsarbeit, 2014
120 Seiten, Note: 1.5
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Theoretische Basis
2.1 Gesellschaftliche Akteure in der Medienöffentlichkeit
2.1.1 Funktionen von Öffentlichkeit
2.1.2 Ebenen der Öffentlichkeit
2.1.3 Strategische Kommunikation gesellschaftlicher Akteure
2.2 Framing-Ansatz
2.2.1 Definition
2.2.2 Anwendung in den Kommunikationswissenschaften
2.2.3 Systematisierung von Frames
2.3 Forschungsstand zur Klimadebatte
2.3.1 Der Klimawandel in der Kommunikationswissenschaft
2.3.2 Exkurs: Konsens, Skeptizismus und wissenschaftliche Unsicherheit
2.3.3 Erforschung von Kommunikatoren
2.3.4 Erforschung von öffentlicher Meinung
2.3.5 Erforschung von Medieninhalten
2.4 Diskussion des Forschungsstandes
2.4.1 Kritik an gängigen Forschungsdesigns
2.4.2 Erweiterung und Spezifikation des Forschungsdesigns
3 Forschungsfragen und Hypothesen
3.1 Forschungsfragen
3.2 Hypothesen
3.2.1 Akteurstypologie
3.2.2 Argumentationstypologie
3.2.3 Kommunikationstypen
3.2.4 Legitimation des Nichthandelns
4 Methode und Operationalisierung
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Vorteile komparativer Kommunikationsforschung
4.1.2 Anschluss an das Forschungsprojekt Framing Climate Change
4.1.3 Länderauswahl und Kontextfaktoren
4.2 Operationalisierung
4.2.1 Formale Variablen
4.2.2 Akteurstypen
4.2.3 Argumentationstypen
4.3 Gütekriterien einer Medieninhaltsanalyse
4.3.1 Validität
4.3.2 Reliabilität
5 Empirische Ergebnisse
5.1 Hypothesenprüfung
5.1.1 Hypothesenprüfung: Akteurstypen (H1.1-H1.5)
5.1.2 Hypothesenprüfung: Argumentationstypen (H2.1-H2.4)
5.1.3 Exploration: Kommunikationstypen
5.1.4 Hypothesenprüfung: Regulationsgegner und Skeptizismus (H3,H4)
5.2 Qualitative Vertiefung des „Nichthandelns“
5.2.1 Themen und Akteure der Regulationsgegner
5.2.2 Deutungsmacht der Regulationsgegner
5.2.3 Bedeutung des Klimaskeptizismus
5.2.4 Unterschiede zwischen den Medienarenen
6 Zusammenfassung und Diskussion
6.1 Theoretische Schlussfolgerungen
6.2 Empirische Erkenntnisse
6.3 Methodische Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht, wer sich auf nationalstaatlicher und supranationaler Ebene gegen Klimaschutzregulationen ausspricht und wie diese Haltung in der deutschen und britischen Klimadebatte legitimiert wird, wobei der Fokus gezielt auf akteurs- und regulationszentrierter Kommunikation statt auf bloßem Skeptizismus liegt.
2.3.2.2 Klimaskeptizismus
Ergänzend zur Definition von Klimaskeptizismus wird kurz auf die Hintergründe des Phänomens eingegangen. Klimaskeptizismus wird weitgehend als das Geistesprodukt des amerikanischen conservative movement angesehen – einer Koalition von Exponenten der Kohle- und Erdölindustrie sowie wirtschaftsfreundlich-konservativ eingestellten Politikern und NGO (vgl. Dunlap/McCright 2011). Austin (2002) beschreibt diese als antienvironmental countermovement mit dem Ziel, wirtschaftliche Partikularinteressen vor gesetzlichen Einschränkungen progressiver Umweltpolicy zu schützen. Anfang 1990er Jahren begann sich der Fokus dieser Bemühungen darauf auszurichten, die Problemperzeption der Klimaerwärmung herunterzuspielen und entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren (vgl. McCright/Dunlap 2000). Um Zweifel über die Richtigkeit der Klimawissenschaft zu verbreiten, wurde die selbe Strategie der Falschinformation adaptiert, mit der Jahre zuvor erfolgreich die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Schädlichkeit von Tabakkonsum verschleiert worden waren. Ähnlich wie bei der „Tobacco Strategy“ spielten dabei von den Stakeholdern beauftragte Wissenschaftler und PR-Strategen eine bedeutende Rolle (vgl. Oreskes/Conway 2010). Ein zentrales Instrument dieser klimaskeptischen Kampagne ist das Astroturf Lobbying (vgl. Cho et al. 2011): Dabei werden organisationsspezifische Partikularinteressen als Bevölkerungsanliegen und Bürgerinteresse getarnt (vgl. Irmisch 2011: 95–96). Mit dieser Strategie werden von institutionellen Geldgebern finanzierte Kampagnen (top-down) als grassroots movement (bottom-up) verschleiert (vgl. Pfau et al. 2007).
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Dringlichkeit des Klimaschutzes, diskutiert das Scheitern internationaler Klimaverhandlungen und legt das Forschungsinteresse an der Legitimation politischen Nichthandelns fest.
2 Theoretische Basis: Dieses Kapitel erarbeitet das theoretische Fundament durch die Diskussion von Öffentlichkeit, Framing-Ansätzen und dem bisherigen Forschungsstand zur Klimadebatte.
3 Forschungsfragen und Hypothesen: Hier werden basierend auf der theoretischen Literatur die zentralen Forschungsfragen formuliert und empirisch überprüfbare Hypothesen zu Akteuren, Argumentationen und Kommunikationstypen abgeleitet.
4 Methode und Operationalisierung: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere das komparative Forschungsdesign und die Entwicklung des Kategoriensystems zur Inhaltsanalyse.
5 Empirische Ergebnisse: Dieser Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der Inhaltsanalyse, prüft die Hypothesen und bietet eine qualitative Vertiefung der Mechanismen des politischen Nichthandelns.
6 Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die theoretischen, empirischen und methodischen Ergebnisse zusammen und diskutiert deren Implikationen für die zukünftige Forschung.
Klimawandel, Legitimation, Nichthandeln, strategische Kommunikation, Framing-Ansatz, Medienöffentlichkeit, Klimaskeptizismus, Regulationsgegner, Deutschland, Großbritannien, Inhaltsanalyse, Politische Position, Argumentationstypen, Klimapolitik, wissenschaftliche Unsicherheit.
Die Arbeit analysiert, wie gesellschaftliche Akteure strategisch kommunizieren, um trotz wissenschaftlicher Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen eine Haltung des "Nichthandelns" zu legitimieren.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle gesellschaftlicher Akteure, Framing-Strategien in Medien, den Vergleich zwischen deutschen und britischen Medienarenen und die Untersuchung von Widerstand gegen Umweltpolitik.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wer sich gegen Klimaschutzregulationen ausspricht und welche Argumentationsstrukturen (Frames) genutzt werden, um diese Ablehnung in der öffentlichen Debatte zu rechtfertigen.
Es wird eine extensive, inhaltsanalytische Studie von 885 Medienbeiträgen über einen zweijährigen Zeitraum hinweg durchgeführt, ergänzt durch einen komparativen Framing-Ansatz.
Der Hauptteil befasst sich mit der Operationalisierung des Forschungsdesigns, der systematischen Überprüfung der aufgestellten Hypothesen sowie einer qualitativen Vertiefung der verschiedenen Formen und Akteure des politischen Nichthandelns.
Klimawandel, Legitimation, Nichthandeln, strategische Kommunikation, Framing-Ansatz, Medienöffentlichkeit, Klimaskeptizismus und vergleichende Kommunikationsforschung.
Die Länder bieten sich für ein "Most Similar Systems Design" an, da sie sich in sozioökonomischen Faktoren und politischer Struktur ähneln, aber dennoch deutliche Unterschiede in der Tonalität und den Akteuren ihrer Klimadebatte aufweisen.
Die Untersuchung zeigt, dass Klimaskeptizismus in beiden Ländern kein zentraler Treiber der Regulationsdebatte ist; ökonomische Argumente (Socioeconomic Consequences) spielen eine weitaus bedeutendere Rolle bei der Legitimation von Nichthandeln.
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