Magisterarbeit, 2013
218 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung.
1. 1. Thematik und Fragestellung.
1. 2. Die Ehe als Rechtsinstitut und gesellschaftliche Institution im 19. Jahrhundert.
1. 2. 1. Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR).
1. 2. 2. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).
1. 2. 3. Folgerungen.
1. 2. 4. Zusammenfassung.
A. Theoretischer Teil
2. Ehe als soziale Praxis.
2. 1. Zugänge zur Thematik.
2. 1. 1. Forschungs- und Literaturüberblick.
2. 1. 2. Kurze Bilanz einer Forschungsgeschichte.
2. 2. Ehe im Kontext der sozialen Platzierung.
2. 2. 1. Soziale Platzierungsleistungen als Grundlage sozialer Mobilität.
2. 2. 2. Ehe und soziale Platzierung.
2. 2. 2. 1. Struktur und Kultur.
2. 2. 2. 2. Interdependenz von Struktur und Kultur.
2. 2. 2. 3. Auswirkungen auf die soziale Mobilität einer Gesellschaft.
B. Empirischer Teil.
3. Die Eheschließungen in Halle im Jahr 1895. Grundlagen und Methoden.
3. 1. Die Stadt Halle im 19. Jahrhundert.
3. 1. 1. Allgemeines.
3. 1. 2. Entwicklung des Wirtschafts- und Verwaltungszentrums.
3. 1. 3. Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung der Stadt Halle.
3. 2. Die Ehebücher der Stadt Halle. Quellenlage und Quellenkritik.
3. 3. Methodik.
3. 3. 1. Klassifikationen.
3. 3. 2. Methodisches Vorgehen.
3. 3. 2. 1. Datenaufbereitung.
3. 3. 2. 2. Mobilitätsanalyse.
3. 3. 2. 3. Exkurse zu den Eheschließungen.
4. Mobilitätsanalyse.
4.1. Mobilität zwischen 2 Schichten.
4. 1. 1. Intergenerationale berufliche Mobilität der Bräutigame.
4. 1. 2. Konnubiale Mobilität der Bräute und Bräutigame.
4. 1. 3. Konnubiale Mobilität der Bräutigame nach deren sozialer Herkunft.
4. 1. 4. Zwischenbilanz.
4. 2. Mobilität zwischen 6 Schichten.
4. 2. 1. Intergenerationale berufliche Mobilität der Bräutigame.
4. 2. 1. 1. Mobilitätsprozesse in den Unterschichten.
4. 2. 1. 2. Mobilitätsprozesse in den Mittelschichten.
4. 2. 1. 3. Mobilitätsprozesse zwischen Unter- und Mittelschichten.
4. 2. 1. 4. Mobilitätsprozesse zwischen Mittel- und Oberschichten.
4. 2. 1. 5. Mobilitätsprozesse zwischen Unter- und Oberschicht.
4. 2. 1. 6. Zwischenbilanz zur intergenerationalen Berufsmobilität.
4. 2. 2. Konnubiale Mobilität der Bräute und Bräutigame.
4. 2. 2. 1. Mobilitätsprozesse in den Unterschichten.
4. 2. 2. 2. Mobilitätsprozesse in den Mittelschichten.
4. 2. 2. 3. Mobilitätsprozesse zwischen Unter- und Mittelschichten.
4. 2. 2. 4. Mobilitätsprozesse zwischen Mittel- und Oberschichten.
4. 2. 2. 5. Mobilitätsprozesse zwischen Unter- und Oberschicht.
4. 2. 2. 6. Zwischenbilanz zur konnubialen Mobilität zwischen 6 Schichten.
4. 2. 3. Berufsplatzierung und konnubiale Platzierungschancen.
4. 3. Mobilität zwischen 15 Berufsgruppen.
4. 3. 1. Intergenerationale berufliche Mobilität der Bräutigame.
4. 3. 2. Konnubiale Mobilität der Bräute und Bräutigame.
4. 3. 2. 1. Vorbemerkungen.
4. 3. 2. 2. Eheschließungen.
4. 3. 2. 3. Zwischenbilanz zur konnubialen Mobilität zwischen 15 BG.
4. 4. Alter, Herkunft, Konfession. Exkurse zu den Eheschließungen.
4. 4. 1. Das Alter der Eheschließenden.
4. 4. 2. Die Herkunft der Eheschließenden.
4. 4. 3. Die Konfession der Eheschließenden.
4. 4. 4. Bilanz.
5. Fazit.
6. Anhänge.
6. 1. Klassifikationsschemata und Berufsbezeichnungen als deren Bezugsgröße (A 1).
6.2. Konnubiale Mobilität der Bräutigame nach deren sozialer Herkunft (A 2).
6.3. Detaillierte Darstellung der konnubialen Platzierung der Bräutigame nach deren beruflicher Platzierung (A 3).
6.4. Exkurs zur sozialen Mobilität von Frauen. Berufslose und Dienstmädchen (A 4).
Die Arbeit untersucht das Eheschließungsverhalten in Halle im Jahr 1895 als Spiegelbild gesellschaftlicher Schichtung und sozialer Mobilität im Deutschen Kaiserreich. Zentral ist die Forschungsfrage, wer wen heiratete, inwieweit soziale Schranken durch Eheschließungen überwunden wurden und welche Rolle dabei individuelle Faktoren sowie soziale Herkunft spielten, um das Gefüge aus Beharrung und sozialem Wandel in einer jungen Großstadt aufzudecken.
1. 1. Thematik und Fragestellung.
Dass gleich und gleich sich gern gesellen und Unterschiede sich gegenseitig anziehen, ist sicherlich jedem schon einmal zu Ohren gekommen. Dennoch würden wohl die meisten Menschen amüsiert aufmerken, wenn sie von der Heirat einer 20jährigen mit einem 80jährigen Unternehmer erführen; sie würden der jungen Frau wohl ausschließlich finanzielle Interessen unterstellen, ohne eine romantische Gefühlsbeziehung auch nur in Erwägung zu ziehen. Gleichfalls ungewöhnlich schiene die Verbindung zweier Individuen mit auf den ersten Blick sehr vielen Gemeinsamkeiten, z. B. zweier gleichaltriger, aus demselben Ort stammender, im selben Beruf und Betrieb tätiger Personen – etwa zweier Verkäufer, Lehrer, Finanzbeamter etc. Müsste eine solche Beziehung nicht schrecklich langweilig sein? Und wenn ein britischer Kronprinz eine ‚Bürgerliche‘ zur Frau nimmt, überschlagen sich die Berichterstatter anlässlich einer solchen ‚Märchenhochzeit‘.
In der Praxis überrascht also sowohl ein sehr hohes Maß an primär wahrnehmbaren Übereinstimmungen als auch an eben solchen Unterschieden in der Partnerwahl das Umfeld. Ehen beflügeln aber nicht nur die Fantasie Außenstehender, sie sind auch historisch relevant. Sie sind Schnittpunkte individueller, familialer und staatlicher Interessen; für das 19. Jahrhundert gilt das in noch stärkerem Maß als für die Gegenwart. Sie berühren die Sphären des Privaten und des Öffentlichen – der Kultur, der Gesellschaft, des Rechts, der Wirtschaft und der Religion. Sie sind gesellschaftliche Institutionen und Rechtsinstitute, sie begründen idealiter neue Familien und führen bestehende Verwandtschaften zusammen. Über die Ehe werden Erbregelungen, Rechte und Pflichten der Verbundenen und Abstammenden festgelegt. Sie bildet auch den Rahmen der Kinderaufzucht und -erziehung. Damit steht sie in historischer Perspektive „mitten im Herzen der Klassenbildung“.
1. Einleitung.: Einleitende Darstellung der Thematik, der Forschungsfrage sowie des rechts- und gesellschaftshistorischen Rahmens der Institution Ehe im 19. Jahrhundert.
2. Ehe als soziale Praxis.: Theoretische Fundierung des Themas durch soziologische Studien und die Entwicklung eines Modells zur Ehe im Kontext sozialer Platzierung.
3. Die Eheschließungen in Halle im Jahr 1895. Grundlagen und Methoden.: Skizzierung der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Halle und detaillierte Vorstellung der Datengrundlage und methodischen Vorgehensweise.
4. Mobilitätsanalyse.: Kernstück der empirischen Arbeit, die berufliche und konnubiale Mobilität in verschiedenen Aggregationsebenen detailliert analysiert und diskutiert.
5. Fazit.: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfragen und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich der gesellschaftlichen Offenheit und Schichtung.
6. Anhänge.: Detaillierte Darstellungen der Klassifikationsschemata, statistischer Auswertungen sowie ergänzende Analysen zu Dienstmädchen und berufslosen Frauen.
Eheschließung, Soziale Mobilität, Heiratsmuster, 19. Jahrhundert, Halle (Saale), Deutsches Kaiserreich, Klassendialektik, Konnubium, soziale Schichtung, Partnerwahl, Habitus, Heiratsmarkt, Sozialgeschichte, Demografie.
Die Magisterarbeit befasst sich mit Eheschließungen in der Stadt Halle am Ende des 19. Jahrhunderts. Sie untersucht, wie soziale Schichten interagierten und welche Mechanismen die Partnerwahl in einer sich rasch industrialisierenden Großstadt beeinflussten.
Die Untersuchung verknüpft soziale Mobilität mit Heiratsmustern. Dabei stehen die Ehe als Institution, die soziale Platzierung von Individuen und das Zusammenspiel von individuellen Strategien und strukturellen Rahmenbedingungen im Vordergrund.
Ziel ist es, Ehe als soziales Phänomen zu begreifen und anhand empirischer Daten aufzuzeigen, wer wen heiratete und ob soziale Schranken in der Stadtgesellschaft durchlässig oder starr waren.
Die Autor verwendet eine empirisch-quantitative Analyse der Eheregister der Stadt Halle aus dem Jahr 1895. Die Berufsangaben wurden klassifiziert und mittels Mobilitätsmatrizen, Assoziationsindices und Quotenverhältnissen ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit der Ehe als soziale Praxis und einen empirischen Teil, der systematisch die Mobilität zwischen zwei, sechs und 15 Berufsgruppen analysiert.
Wichtige Begriffe sind Konnubiale Mobilität, soziale Schichtung, Endogamie, soziale Platzierung, Habitus und Heiratsmuster.
Die Untersuchung zeigt, dass die Gesellschaft insgesamt eher geschlossen blieb. Die meisten Eheschließungen fanden zwischen sozial benachbarten Gruppen statt; große soziale Sprünge über Schichtgrenzen hinweg waren selten.
Die soziale Herkunft hatte einen massiven Einfluss. Sie determinierte nicht nur die eigene Berufslaufbahn, sondern war auch entscheidend bei der Partnerwahl, da Individuen meist Partner aus ihrem eigenen oder einem sozial sehr ähnlichen Milieu suchten.
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