Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Entwicklung der Sprache im Kindesalter
2.1 Phasen der Entwicklung im Säuglings- und Kleinkindalter
2.2 Relevante Sprachentwicklungsfaktoren
3. Besonderheiten der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund
3.1 Terminologieabgrenzung
3.2 Sprachliche Situation in Familien mit Migrationshintergrund
3.3 Relevante Sprachentwicklungsfaktoren und mögliche Problemfelder
4. Diagnostik und Sprachförderung der Kinder mit Migrationshintergrund im Elementarbereich
4.1 Diagnostik der kindlichen Sprachentwicklung mit Hilfe von Sprachstandserhebungen
4.2 Ausgewählte Förderkonzepte der kindlichen Sprachentwicklung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Problematik der sprachlichen Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich zu analysieren, um bestehende Defizite und notwendige Fördermaßnahmen in Deutschland kritisch zu beleuchten.
Besonderheiten der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund
Da es zahlreiche Forschungsfelder in den Bereichen Sprache und Migration gibt, soll zunächst zu Beginn des vorliegenden Unterkapitels die entsprechende Terminologie und der Arbeitsfokus eingegrenzt werden. Aufgrund der Tatsache, dass das Thema dieser Arbeit der kindliche Spracherwerb ist, wird ausschließlich der Erwerb der allgemeinen, zur täglichen Kommunikation bestimmten Sprache behandelt. Im Nachfolgenden wird der Begriff Multilingualität verwendet. Dieser schließt im Rahmen der vorliegenden Arbeit nur die Formen der Mehrsprachigkeit oder vielmehr den Bilingualismus ein, bei dem in den Familien mit Migrationshintergrund vorwiegend die Herkunftssprache gesprochen und Deutsch als Zweitsprache oder zumindest nicht als die dominante Erstsprache (Kielhöfer & Jonekeit, 2002) erworben wird. Gemäß Portes und Rumbaut (1996) lassen sich daraus die folgenden vier Hauptkategorien bzw. Sprachkonstellationen hinsichtlich der Beherrschung der deutschen und der Herkunftssprache ableiten:
Kategorie 1: Mehrsprachig: sowohl Deutsch als auch die Herkunftslandsprache werden sehr gut oder gut gesprochen.
Kategorie 2: Deutsch dominant: Deutschkenntnisse sind sehr gut oder gut, Herkunftslandsprache wird mittelmäßig bis gar nicht gesprochen.
Kategorie 3: Herkunftslandsprache dominant: Deutsch wird mittelmäßig bis gar nicht, Herkunftslandsprache sehr gut oder gut gesprochen.
Kategorie 4: Eingeschränkt bilingual: Deutsch wird mittelmäßig bis gar nicht und auch Herkunftslandsprache mittelmäßig bis gar nicht gesprochen.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sind vor allem die letzten zwei Kategorien mit mittelmäßigen bis schlechten Kenntnissen der deutschen Sprache besonders relevant.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Sprache als zentrales Kommunikationsmittel und skizziert die Problematik des suboptimalen Spracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland.
2. Entwicklung der Sprache im Kindesalter: Dieses Kapitel stellt die Phasen des Spracherwerbs von der pränatalen Phase bis zum fortgeschrittenen Kindesalter sowie die wesentlichen Einflussfaktoren wie Sprachumgebung und kognitive Kompetenzen dar.
3. Besonderheiten der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund: Hier werden die spezifischen Herausforderungen von Kindern im multilingualen Kontext erörtert, inklusive der sozioökonomischen Einflüsse und der Bedeutung des generationsübergreifenden Sprachniveaus.
4. Diagnostik und Sprachförderung der Kinder mit Migrationshintergrund im Elementarbereich: Das Kapitel analysiert die verschiedenen diagnostischen Instrumente in deutschen Bundesländern und stellt ausgewählte ganzheitliche Förderkonzepte wie Hocus und Lotus sowie das Rucksack-Projekt vor.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer bundesweit einheitlichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Diagnose- und Fördermethoden sowie die zentrale Bedeutung der Qualifizierung von Erziehungskräften zusammen.
Sprachentwicklung, Kindesalter, Migrationshintergrund, Elementarbereich, Multilingualität, Bilingualismus, Sprachdiagnostik, Sprachförderung, Sprachstandserhebungen, Hocus und Lotus, Rucksack-Projekt, Bildungschancen, soziokulturelle Faktoren, Erziehungskräfte, Zweitspracherwerb.
Die Arbeit behandelt die sprachliche Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund und untersucht, wie diese im Elementarbereich diagnostiziert und gefördert werden kann.
Zentrale Themen sind die Grundlagen des Spracherwerbs, die Situation in Familien mit Migrationshintergrund, diagnostische Verfahren in Kindertagesstätten sowie verschiedene Ansätze zur Sprachförderung.
Ziel ist es, die Herausforderungen bei der sprachlichen Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund zu identifizieren und die Effizienz sowie Einheitlichkeit der aktuellen Diagnose- und Förderkonzepte in Deutschland zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufbereitung empirischer Daten und Studien zum kindlichen Spracherwerb und den Rahmenbedingungen in Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Sprachentwicklung, die Analyse spezifischer Hürden im Migrationskontext sowie eine detaillierte Betrachtung der Diagnostik und der Förderkonzepte im Elementarbereich.
Wichtige Begriffe sind Sprachentwicklung, Migrationshintergrund, Elementarbereich, Sprachdiagnostik, Sprachförderung und Multilingualität.
Der Autor argumentiert, dass die wichtigsten sprachlichen Fortschritte in den ersten sechs Lebensjahren stattfinden und der Elementarbereich somit die kritische Phase für eine frühzeitige und wirksame Sprachförderung darstellt.
Das Rucksack-Projekt zeichnet sich durch seine ganzheitliche Ausrichtung aus, die explizit die Eltern und den familiären Hintergrund der Kinder in den Förderprozess einbindet, anstatt sich nur auf das Kind in der Kita zu konzentrieren.
Aufgrund der bildungspolitischen Hoheit der Bundesländer werden Diagnoseverfahren methodisch und verfahrenstechnisch unabhängig voneinander entwickelt, was zu einer großen Vielfalt und Problemen bei der Vergleichbarkeit führt.
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