Bachelorarbeit, 2015
72 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Konsum und Werbung im 20. Jahrhundert
3. Der Tabak – Ein historischer Überblick
3.1. Der Ursprung der Tabakkultur
3.2. Die Konsumformen des Tabaks
4. Die Geschichte der rauchenden Frau
4.1. Raucherinnen in der Frühen Neuzeit
4.2. Die lüsternen Nasen des Rokoko
4.3. Soziale Ungleichheit im Bürgertum
4.4. Die Zigarette und die „Neue Frau“ in der Moderne
4.5. „Deutsche Frauen rauchen nicht …“ die Zeit des Nationalsozialismus
4.6. Die rauchende Hausfrau als neues Klientel in der Nachkriegszeit
5. Vom Text zur Visual History
5.1. Das Bild in der Geschichtswissenschaft
5.1.1. Realienkundliche Analyse
5.1.2. Ikonologie und Ikonographie
5.1.3. Neuere kulturgeschichtliche Ansätze
5.2. Die angewandte Methode der historischen Bildanalyse
5.3. Fragenkatalog zur historischen Bildanalyse
6. Die rauchende Frau in der Printwerbung von 1890-1964: Eine Analyse
6.1. Die Zigarette und Exotik
6.2. Die Zigarette und Attraktivität
6.3. Die Zigarette und die Emanzipation
6.4. Die Zigarette zur Stressbewältigung
6.5. Die Zigarette und der gesundheitliche Aspekt
7. Fazit: Wie die Werbung das Frauenrauchen veränderte.
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der medialen Repräsentation und Symbolik des Frauenrauchens in der deutschsprachigen Plakatwerbung zwischen 1890 und 1964. Ziel ist es, mittels einer historischen Bildanalyse aufzuzeigen, wie die Werbung die gesellschaftliche Akzeptanz des Frauenrauchens maßgeblich beeinflusste und welche Strategien zur psychologischen Kundenbindung eingesetzt wurden.
Die Zigarette und Exotik
Bei der kritischen Auseinandersetzung bezüglich der rauchenden Frau in der Plakatwerbung zeigte sich, dass vor allem zu Beginn der Werbemaßnahmen für die Zigarette um 1900 häufig mit dem Aspekt der Exotik und Fremdartigkeit gearbeitet wurde.
Bei der ersten subjektiven Betrachtung des vorliegenden Bildkorpus tritt deutlich der exotische, fremdländische Aspekt der Plakatwerbungen hervor, die mit orientalisch wirkenden Frauen und teilweise auch mit exotischen Tieren warben. Als Träger der exotischen Botschaft dienten häufig Abbildungen von attraktiven, jungen Frauen (Abb. 1-6), mit tiefschwarzem Haar (Abb. 1, 4, 5, 6), fremdartiger Kleidung (Abb. 1-6), sowie goldenem, exotischen Schmuck (Abb. 1-6) und Kopfschmuck (Abb. 1-4, 6). Abgerundet wurden diese Dar-stellungen durch die Inklusion exotischer Tiere, wie beispielsweise in Abb. 1 mit der Darstellung eines Löwen in Verbindung mit einer attraktiven Frau und in Abb. 3 eines rauchenden Affen in Kombination mit einer rauchenden Dame. Weiters wurde vermehrt mit Abbildcharakteren gearbeitet (Abb. 1-5) im Gegen-satz zu realen Bildinhalten (Abb. 6). 144 Die Farbgebung der Plakate ist zusehends exotisch konnotiert durch die Verwendung von Goldtönen (Abb. 1-5) und orientalischen Mustern (Abb. 1-3, 5). Prinzipiell sticht nur Abb. 6 durch eine gänzlich andere, dunklere Farbgebung in Blautönen, Schwarz und Weiß hervor, das ferner eine reale Fotografie einer Frau zeigt, die aber auch als grafisch bearbeitet gilt. Zudem handelt es sich zwar um statische Plakatwerbungen, aber jedes Bild suggeriert einen dynamischen Eindruck aufgrund des Zigarettenrauches (Abb. 1-3, 6) oder der angedeuteten Bewegung der dargestellten Frauen (Abb. 4, 5).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Konsums, der Bedeutung des Tabaks und die Zielsetzung der historischen Bildanalyse ein.
2. Konsum und Werbung im 20. Jahrhundert: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Konsums und die Entwicklung der Werbeindustrie im 20. Jahrhundert.
3. Der Tabak – Ein historischer Überblick: Hier wird die Geschichte der Tabakpflanze sowie deren Anbau, Verbreitung und diverse Konsumformen historisch betrachtet.
4. Die Geschichte der rauchenden Frau: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftliche Stellung rauchender Frauen in Europa vom 16. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit.
5. Vom Text zur Visual History: Der methodische Teil beschreibt die Entwicklung der historischen Bildforschung und die angewandte Analysemethode dieser Bachelorarbeit.
6. Die rauchende Frau in der Printwerbung von 1890-1964: Eine Analyse: Den Kern der Arbeit bildet die detaillierte Analyse der Werbepraktiken anhand verschiedener Bildkorpora.
7. Fazit: Wie die Werbung das Frauenrauchen veränderte.: Das Fazit fasst zusammen, wie die Tabakindustrie durch gezielte Werbestrategien das Frauenrauchen positiv vermarktete und so zu einem Anstieg des Konsums führte.
Frauenrauchen, Zigarettenwerbung, Plakatwerbung, Visual History, Bildanalyse, Konsumgeschichte, Emanzipation, Geschlechterrollen, Tabakkonsum, Moderne, 20. Jahrhundert, Werbestrategie, Konsumgesellschaft, Identitätsbildung, Symbolik.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und mediale Repräsentation von rauchenden Frauen in der deutschsprachigen Plakatwerbung im Zeitraum von 1890 bis 1964.
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte des Tabakkonsums, der Wandel der Geschlechterrollen in der Gesellschaft sowie die Methoden der historischen Bildforschung.
Das Ziel ist es, durch eine historische Bildanalyse aufzudecken, wie Werbestrategien das Bild der rauchenden Frau gezielt formten, um neue Zielgruppen anzusprechen und den Zigarettenkonsum zu steigern.
Die Autorin verwendet eine historische Bildanalyse, die auf einem mehrstufigen Modell basiert und Elemente der Ikonologie, Ikonographie sowie der Diskursanalyse kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Bildkorpora, die Themen wie die Verknüpfung von Zigaretten mit Exotik, Attraktivität, Emanzipation, Stressbewältigung und Gesundheit analysieren.
Die wichtigsten Begriffe sind Frauenrauchen, Werbestrategien, Bildanalyse, Emanzipation, Konsumgeschichte und Geschlechterrollen.
In der Nachkriegszeit wandelte sich das Klischee weg von der rein erotisch oder provokant dargestellten Raucherin hin zur gepflegten, reinlichen Hausfrau, was den gesellschaftlichen Wandel und die Amerikanisierung widerspiegelte.
Das „Gibson Girl“ markierte den Übergang zu einem aktiven, sportlichen und selbstbewussten Frauenbild in der Werbung, welches demonstrativ den eigenen Weg der Frau symbolisierte.
Die Nationalsozialisten betrachteten das Rauchen als Gefahr für die Volksgesundheit und als „Rassengift“, wobei insbesondere die rauchende Frau im Widerspruch zum propagierten mütterlichen Frauenbild stand.
Die Filterzigarette wurde ab den 1950er Jahren mit Begriffen wie „Reinheit“ und „Sauberkeit“ beworben, um Gesundheitsbedenken bei Frauen zu zerstreuen und das Produkt als harmlosen Genuss darzustellen.
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