Diplomarbeit, 2012
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Corporate Social Responsibility
2.1 Problemstellung
2.2 Begriffsbestimmung und Dimensionen
2.2.1 Frühe angelsächsische Auslegung (1950 – 1990)
2.2.2 Derzeitige deutsche Auslegung (2000 – 2011)
2.2.3 Institutionalisierung von CSR
2.2.3.1 Aktionsplan CSR (Bundesregierung)
2.2.3.2 ISO 26000
2.3 CSR und Nachhaltigkeitsmanagement in Abgrenzung
2.3.1 Begriff der Nachhaltigkeit
2.3.2 Überschneidungen von CSR und Nachhaltigkeitsmanagement
2.3.3 Unterschiede zwischen CSR und Nachhaltigkeitsmanagement
3. Margarethenhöhe in Essen
3.1 Stiftungsphilosophie und Historie
3.2 Architektur und Lage
3.3 Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge
3.3.1 Portfolio der Margarethe Krupp-Stifung für Wohnungsfürsorge
3.3.2 Heutige Tätigkeit der Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge
4. Margarethenhöhe im Kontext von CSR
4.1 Einbettung in CSR-Konzepte
4.1.1 Ökonomische Aspekte
4.1.2 Soziale Aspekte
4.1.3 Ökologische Aspekte
4.2 Zusammenfassende Bewertung der Margarethenhöhe im Kontext von CSR
5. Schlussbetrachtung: Denkmal und Verantwortung
Die Arbeit untersucht, inwieweit das historische Wohnungsbauprojekt "Margarethenhöhe" in Essen als frühes Beispiel für Corporate Social Responsibility (CSR) interpretiert werden kann, indem sie es anhand moderner CSR-Dimensionen analysiert und den Zusammenhang zwischen industrieller Fürsorge und nachhaltigem Handeln kritisch beleuchtet.
3.2 Architektur und Lage
Die Wahl des Architekten wurde mit viel Akribie und Sorgfalt vorgenommen, sodass der Auswahlprozess rund zwei Jahre andauerte. Die Wahl musste zwischen Bruno Taut, Richard Seiffert und Georg Metzendorf getroffen werden. Diese fiel schließlich auf Metzendorf, der sich bereits 1908 durch die Planung eines Kleinwohnhauses in der Mathildenhöhe in Darmstadt profilieren konnte. Da die Margarethenhöhe als Lebenswerk geplant war, konnte nur ein junger Architekt, Metzendorf war zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung 1908 gerade 34 Jahre alt, gewählt werden.
Metzendorf erfüllte jedoch nicht nur die persönlichen, sondern auch die fachlichen Anforderungen der Stiftung. Bereits vor seiner Verpflichtung als Architekt der Margarethenhöhe hatte Metzendorf an Plänen für eine Verbesserung der Wohnsituation der Industriearbeiter gearbeitet. Ziel dieser Arbeit war zum einen die erwähnte Qualitätsverbesserung, zum anderen aber auch die Einsparung von Kosten. Die Lösung war ein in die Mitte des Hauses platzierte Installationssäule, welche heizt, lüftet, Warmwasser bereitet und kocht. Dieses Konzept stellte Metzendorf 1908 auf der Landeskunstausstellung in Darmstadt erstmalig vor, in der Margarethenhöhe wurde es erstmalig realisiert. Durch diese technische Maßnahme konnte der Arbeiterwohnungsbau qualitativ auf eine neue Stufe gehoben werden. Auch die sonstige Ausstattung lag deutlich über dem Niveau der Zeit: neben dem beschriebenen kombinierten Heiz-, Koch-, Warmwasseraufbereitungs- und Belüftungssystem gehörten ein Spülklosett und eine Badewanne zur Grundausstattung des zweigeschossigen Kleinwohnhauses.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema CSR ein, beleuchtet die historische Relevanz und stellt das Untersuchungsobjekt "Margarethenhöhe" als Fallbeispiel vor.
2. Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Definitionsansätze von CSR im angelsächsischen und deutschen Raum und geht auf die Institutionalisierung sowie die Abgrenzung zum Nachhaltigkeitsmanagement ein.
3. Margarethenhöhe in Essen: Hier werden die historische Entstehung, die Stiftungsphilosophie, die Architektur von Georg Metzendorf und die Entwicklung der Margarethe Krupp-Stiftung detailliert beschrieben.
4. Margarethenhöhe im Kontext von CSR: Dieses Kapitel analysiert das Siedlungsprojekt anhand der CSR-Dimensionen (ökonomisch, sozial, ökologisch) und bewertet es kritisch im Hinblick auf den CSR-Gedanken.
5. Schlussbetrachtung: Denkmal und Verantwortung: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und diskutiert die langfristige Nachhaltigkeit und die Bedeutung des Projekts für heutige Anforderungen an den Wohnungsbau.
Corporate Social Responsibility, CSR, Margarethenhöhe, Nachhaltigkeit, Industriepädagogik, Krupp, Wohnungsfürsorge, Stiftung, Nachhaltigkeitsmanagement, Unternehmensethik, Architektur, Siedlungsbau, Soziale Verantwortung, Ökonomische Aspekte, Denkmalschutz
Die Arbeit analysiert die historische Margarethenhöhe in Essen als ein mögliches frühes Modell für gelebte gesellschaftliche Unternehmensverantwortung (CSR) und prüft dieses anhand moderner Definitionen.
Zentrale Themen sind die Entwicklung des CSR-Begriffes, die industrielle Fürsorge des Krupp-Konzerns (Industriepädagogik), die Architekturgeschichte und die heutige Rolle von Stiftungen im Wohnungsbau.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass unternehmerische Verantwortung keine reine Erfindung der Moderne ist, sondern historische Wurzeln hat, die auch modernen wissenschaftlichen Prüfungen standhalten.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der historische Konzepte und Siedlungsstrukturen in den Kontext aktueller CSR-Definitionen (nach Carroll, Hiß u.a.) gesetzt und bewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des CSR-Begriffes, die historische Analyse der Margarethenhöhe und die anschließende kritische CSR-Bewertung in sozialen, ökonomischen und ökologischen Kategorien.
Die wichtigsten Begriffe sind Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit, Industriepädagogik, Krupp-Stiftung und Siedlungskultur.
Die Arbeit stellt heraus, dass CSR oft freiwillige, geschäftsbegleitende Aktivitäten betont, während das Nachhaltigkeitsmanagement als proaktiver, strukturpolitischer Bestandteil in das Geschäftsmodell integriert wird.
Die Industriepädagogik erklärt die Motivation hinter dem Wohnungsbau: Es ging nicht um rein philanthropische Zwecke, sondern um die Erziehung, Ausbildung und Bindung von Arbeitskräften sowie die Vermeidung sozialer Unruhen.
Der Denkmalschutz schränkt energetische Modernisierungsmaßnahmen ein, was die Stiftung vor die Herausforderung stellt, den Erhalt der historischen Substanz mit heutigen Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Siedlungsprojekt auch neunzig Jahre nach der Gründung durch seine robuste Bauweise und langfristige Nutzbarkeit ein echtes und nachhaltiges "best practice"-Beispiel darstellt.
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