Bachelorarbeit, 2015
82 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Scheidung und Trennung
1.1 Entwicklung der Scheidungen/ Trennungen
1.2 Scheidungs-/ Trennungsprozess
1.3 Folgen
1.3.1 Folgen für die Erwachsenen
1.3.2 Folgen für die Kinder
1.3.3 Folgen für die Gesellschaft
2. Hochkonflikt
2.1 Konfliktstufen nach Glasl
2.2 Konfliktstufen nach Weeks und Treat
2.3 Kollusionsprinzip nach Willi
2.4 Bindungstheorie nach Bowlby
2.5 Die Lazarus- Schachter- Theorie der Bewertung
2.6 Systemtherapeutische Perspektiven
3. Strategien für den Umgang mit Hochkonflikt
3.1 Trennungs- und Scheidungsberatung
3.1.1 Entwicklung der Beratung
3.1.2 Beratung und Hochkonflikt
3.1.3 Grenzen der Beratung im Hochkonflikt
3.2 Mediation
3.2.1 Geschichte der Mediation
3.2.2 Mediationsprozess
3.2.3 Mediation mit hochstrittigen Paaren
3.3 ‘Therapeutische Mediation’ im Hochkonflikt
4. Handlungsfeld der sozialen Arbeit
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des "Hochkonflikts" bei Trennungs- und Scheidungspaaren sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die Soziale Arbeit. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der methodischen Herangehensweise an diese destruktive Dynamik, um langfristige Belastungen für alle Beteiligten, insbesondere für Kinder, zu minimieren.
2.1 Konfliktstufen nach Glasl
Glasl unterscheidet neun absteigende Eskalationsstufen; diese sollen das Abgleiten auf immer niedrigere Regressionsniveaus verdeutlichen, die nicht dem eigentlichen Reifegrad der Person entsprechen sondern Rückgriffe auf bereits überwundene Phasen darstellen. Von Stufe zu Stufe werden die Handlungsoptionen der Gegner immer weiter eingeengt, weil bestimmte Alternativen ausgeschlossen werden. Dabei werden die Eskalationsstufen sechs bis neun betont, da sich hochkonfliktive Paare in der Beratungsarbeit vor allem auf diesem Niveau bewegen.
Auf der ersten Stufe beginnen die Standpunkte sich zu verhärten, Argumente werden selektiver wahrgenommen und Rollen, Funktionen und Erwartungen in der Streitdynamik kristallisieren sich vor allem in kritischen Momenten zunehmend heraus. Die Positionen und Rollen verhärten sich weiter auf der nächsten Stufe, gleichzeitig werden jedoch ambivalente Motive gegenüber der Gegenseite wahrgenommen: Kooperative und kompetitive Einstellungen und Kommunikationsformen wechseln sich ab, Gespräche werden zu Debatten. Ziel ist, den Gegner durch Imposanz zu dominieren und eine Asymmetrie in den Beziehungen herzustellen. Eine Eskalation zur nächsten Konfliktstufe erfolgt, wenn die Parteien sich das Recht auf Erwiderung und Rechtfertigung absprechen und somit eine Aufrechterhaltung der Beziehung negieren. Verbale Kommunikation tritt in den Hintergrund, es kommt zu Drohgebärden und Taten sowie der Ausübung von Druck. Die Empathie schwindet zusehends. Bis zur dritten Stufe ist eine Lösung des Konflikts mit Gewinn für beide Parteien jedoch noch möglich (win-win-Situation).
Einleitung: Hinführung zum Phänomen des Hochkonflikts und Klärung der Relevanz für die Soziale Arbeit.
1. Scheidung und Trennung: Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung von Trennungen und der damit verbundenen Folgen für Erwachsene, Kinder und die Gesellschaft.
2. Hochkonflikt: Theoretische Auseinandersetzung mit der Dynamik hochstrittiger Paare mittels verschiedener psychologischer und systemischer Erklärungsmodelle.
3. Strategien für den Umgang mit Hochkonflikt: Darstellung und kritische Prüfung von Interventionsmöglichkeiten, insbesondere Trennungsberatung, Mediation und therapeutische Mediation.
4. Handlungsfeld der sozialen Arbeit: Reflexion über die Anforderungen an Berater und notwendige institutionelle Rahmenbedingungen bei der Arbeit mit hochstrittigen Familien.
Fazit: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit den praktischen Interventionsansätzen zur Bewältigung von Hochkonflikten.
Hochkonflikt, Trennung, Scheidung, Mediation, Soziale Arbeit, Hochstrittigkeit, Konflikteskalation, Familiensystem, Kindeswohl, Bindungstheorie, Stressbewältigung, Beratung, Erziehungsberatung, Paarkonflikt, Interventionsstrategien.
Die Bachelor-Thesis untersucht das komplexe Phänomen hochstrittiger Trennungs- und Scheidungsprozesse und diskutiert, wie professionelle Beratungsansätze der Sozialen Arbeit hier deeskalierend wirken können.
Neben den Ursachen und dem Verlauf von Hochkonflikten bilden die psychologischen Auswirkungen, theoretische Erklärungsmodelle sowie konkrete Interventionsstrategien wie Mediation und systemische Beratung die Schwerpunkte.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die destruktive Dynamik in Hochkonfliktfamilien zu schaffen und Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und kritische Analyse bestehender Literatur und wissenschaftlicher Modelle, um verschiedene Strategien für den Umgang mit Hochkonflikten zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Analyse der Eskalationsprozesse und eine anschließende detaillierte Bewertung von Strategien für den Umgang mit diesen Konflikten im Beratungsalltag.
Begriffe wie Hochkonflikt, Mediation, systemische Perspektive, Kindeswohl und die Rolle der Sozialen Arbeit sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Das Phasenmodell der Konflikteskalation von Glasl dient der Autorin dazu, den Eskalationsgrad hochstrittiger Paare diagnostisch einzustufen, um daraus passende, machtvollere Interventionsschritte abzuleiten.
Die therapeutische Mediation schaltet dem eigentlichen Mediationsprozess eine therapeutische Phase vor, um die psychische Handlungsfähigkeit der Ex-Partner durch Aufarbeitung von Krisen und Kränkungen überhaupt erst zu ermöglichen.
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