Masterarbeit, 2015
101 Seiten, Note: gut
1. Definition Stegreiftheater, Entstehung und seine Wirkfaktoren
1.1 Entstehung
1.2 Wirkfaktoren
2. Der Mensch als Rollenspieler
2.1 Spontaneität und Kreativität
2.1.1 Tele und Begegnung
2.2 Rollenpathologie
2.2.1 Rollenkonflikte
2.2.3 Rollendefizite
2.2.4 Rolleninkonsistenzen
2.2.5 Rollendevianzen
2.2.6 Perfekte Ziele als Ursache von Rollenentwicklungsstörungen
3. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis - Definition
3.1 Die klinischen Subtypen der Schizophrenie
3.2 Pathologie der Schizophrenie
3.2.1 Pathologie nach Bleuler
3.2.2 Die Denkstörung als Achsensyndrom
3.2.3 Affekt- bzw. Persönlichkeitsstörungen nach Scharfetter
3.2.4 Pathologie der Affektivität
3.3 Verlauf und Prognose
3.4 Erklärungsmodelle
4. Psychodrama und Psychiatrie
4.1 Der Rollensalat der Schizophrenie
4.2 Moreno und seine Arbeit mit Psychotikern
4.3 Morenos Einsatz psychodramatischer Techniken bei Psychosen-Behandlung
4.3.1 Die Identifikation mit dem System und die Hilfswelt-Technik
5. Darstellung und Ablauf der eigenen Stegreiftheaterarbeit
6. Forschungsdesign und Methodik
6.1 Gegenstand und Design der Untersuchung
6.2 Grundsätze eines qualitativen Forschungsansatzes
6.3 Das Leitfadeninterview
6.3.1 Inhaltanalyse nach Mayring
7. Durchführung der Untersuchung
7.1 Auswahl der Befragungspersonen
7.2 Durchführung des Interviews
7.2.1 Der Interview Leitfaden
8. Ergebnisteil
8.1 Roh-Ergebnisse der Interviewanalyse
8.2 Interpretation der Ergebnisse
8.2.1 Motivation zur Teilnahme an der Stegreifgruppe
8.2.2 Beziehung zum Theater
8.2.3 Zugang zur Selbstdarstellung
8.2.4 Beziehung zwischen Spiel und Alltag
8.2.5 Effekt des Spielens auf das soziale Verhalten
8.2.6 Spiel und Selbstwahrnehmung
8.2.7 Auswirkung des Theaters auf die eigene Befindlichkeit
8.2.8 Das Psychodrama als Plattform für Spontaneität und Kreativität
8.2.9 Psychodrama als Bühne der Emotionen
8.2.10 Gruppenklima
8.2.11 Wahrnehmung anderer Teilnehmer und deren Verhaltensweisen
8.2.12 Kommunikation und Begegnungsfähigkeit in der Gruppe
8.2.13 Beziehung zwischen den Gruppenmitgliedern
8.2.14 Soziale Bedeutung der Gruppe
9. Zusammenfassung
10. Schlussfolgerung
Diese qualitative Arbeit untersucht, ob und wie Menschen mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis den begegnungsfördernden Aspekt des psychodramatischen Stegreiftheaters in ihren Alltag integrieren können. Ziel ist es zu ergründen, ob durch die im geschützten Rahmen des Theaters erfahrenen Impulse soziale Kompetenzen und das allgemeine Wohlbefinden gestärkt werden.
Die Bedeutung des Stegreifspiels im therapeutischen Kontext
Im Gegensatz zum professionellen Theater kann sich beim therapeutischen Stegreiftheater der/die DarstellerIn nicht hinter dem Text, hinter der Regieanweisung verstecken. Das „Ich“ jedes Einzelnen kommt durch das unmittelbare Handeln auf der Bühne zum Vorschein und daher wird, metaphorisch formuliert, Benzin in den Motor der Spontaneität und Kreativität gegossen. Der/Die BühnendarstellerIn wird zum Homo Creator, da er/sie auf der Bühne das Leben noch einmal kreiert.
Das therapeutische Stegreifspiel ist auf die Gegenwart gerichtet, die Vergangenheit ist natürlich Teil des darstellerischen Ichs, da diese prägend wirkt. Jedoch ist der Fokus nicht auf die Zeit gelegt. Der/Die DarstellerIn betritt die Bühne und ist bzw. wird, im Zuge des Erlebten auf der Bühne unbewusst aufgefordert, frei zu handeln. Das Stegreifspiel als Abbild des Alltäglichen, fordert das Ensemblemitglied auf handelnd zu gestalten. Jeder/Jede auf der Bühne erfährt, dass auf der Stegreifbühne das freie Agieren gewollt und sogar gefordert wird. Es gibt keine Tabus, die tiefe Sehnsucht wird gelebt und erfährt dadurch ihre Befriedigung. Der/die DarstellerIn wird eingeladen frei zu handeln, dadurch wird der Fokus auf die Gegenwart und nicht auf die Vergangenheit gerichtet (Hutter et.al 2009). Die Bühne wird von den DarstellerInnen mit Requisiten (Stühlen, Bänken, Tischen usw.) realitätsgetreu eingerichtet, so dass die inneren Erlebnisse gespielt und gefühlt werden können. Alles kann benutzt werden. Es können auch Zimmer eingerichtet werden, Straßen gebaut, ein Garten abgegrenzt werden oder gepflanzt werden. Der Alltag wird auf die Bühne projiziert und kann in seiner Intensität, da Wirklichkeit und Fantasie nicht in Widerstreit sind, sondern sich ergänzen, potenziert werden.
Die Multidimensionalität der Stegreifbühne ermöglicht der Fantasie sich zu materialisieren. Das Instrument "Bühne" fordert vor allem auf, das Leben zu erleben und nicht nur zu verbalisieren. Das Spiel ist zutiefst existenziell, d. h. es ist eine menschliche Qualität, und dadurch wird ein Rahmen geschaffen, der Geborgenheit und Schutz widerspiegelt (Hutter 2000). Das Stegreiftheater bietet einen Platz und lädt den/die DarstellerIn ein authentisch zu sein, ohne gesellschaftliche Zensuren befürchten zu müssen.
1. Definition Stegreiftheater, Entstehung und seine Wirkfaktoren: Einleitende Definition des Begriffs Stegreiftheater sowie dessen historische Herleitung und grundlegende therapeutische Wirkfaktoren.
2. Der Mensch als Rollenspieler: Theoretische Betrachtung des Menschen im Psychodrama als Rollenspieler, inklusive Spontaneität, Kreativität und der Analyse von Rollenpathologien.
3. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis - Definition: Klinische Einordnung und psychopathologische Betrachtung der Schizophrenie sowie deren Symptomatik und Erklärungsmodelle.
4. Psychodrama und Psychiatrie: Untersuchung der spezifischen Anwendung psychodramatischer Methoden und Techniken bei der Behandlung von Psychosen.
5. Darstellung und Ablauf der eigenen Stegreiftheaterarbeit: Detaillierte Beschreibung der praktischen Durchführung der vom Autor geleiteten Theatergruppe.
6. Forschungsdesign und Methodik: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethoden, des Designs und der Auswertung nach Mayring.
7. Durchführung der Untersuchung: Dokumentation der Auswahl der Probanden und des Ablaufs der geführten Interviews.
8. Ergebnisteil: Darstellung und Interpretation der erhobenen Rohdaten aus den durchgeführten Interviews.
9. Zusammenfassung: Zusammenfassende Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse über den Nutzen des Stegreiftheaters für die Teilnehmer.
10. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Psychodrama, Stegreiftheater, Schizophrenie, Spontaneität, Kreativität, Rollenrepertoire, Begegnung, Psychopathologie, therapeutisches Theater, Rollenpathologie, soziale Kompetenz, Selbstwahrnehmung, Gruppenprozess, Salutogenese, Rehabilitation
Die Arbeit untersucht die therapeutische Wirksamkeit des psychodramatischen Stegreiftheaters als Methode zur Förderung der Begegnungsfähigkeit bei Menschen mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis.
Die Arbeit verknüpft klinische Aspekte der Schizophrenie mit der psychodramatischen Theorie von J.L. Moreno, wobei ein besonderer Fokus auf Spontaneität, Rollenflexibilität und dem sozialen Gruppenprozess liegt.
Die Forschungsfrage lautet: Wirkt das psychodramatische Stegreiftheater im Alltag begegnungsfördernd für KlientInnen, die unter Symptomen des schizophrenen Formenkreises leiden?
Es handelt sich um eine qualitativ empirische Untersuchung, die auf dem Problemzentrierten Interview basiert und die Transkripte mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Psychopathologie und Rollenlehre, eine Darstellung der praktischen Theaterarbeit sowie einen ausführlichen empirischen Teil mit Interview-Interpretationen.
Schlüsselwörter sind Psychodrama, Stegreiftheater, Schizophrenie, Spontaneität, Kreativität, Rollenpathologie und soziale Integration.
Der „Leo-Stuhl“ ist ein vom Autor eingeführter „sicherer Ort“ auf der Bühne. Er dient als Präventionsinstrument, damit KlientInnen bei drohender Überforderung eine Auszeit nehmen können, ohne das psychodramatische Spiel vollständig verlassen zu müssen.
Das zwanghafte Streben nach perfekten Zielen führt laut der Arbeit zu Rollenfixierungen und Angst vor Versagen. Das Stegreiftheater fördert hingegen das „Imperfekte“, was notwendig ist, um kreatives Handeln und spontane Flexibilität zurückzugewinnen.
Das soziale Atom beschreibt den Kern der bedeutsamen sozialen Beziehungen eines Menschen. Bei Schizophrenie ist dieses Atom oft verarmt; das Stegreiftheater zielt darauf ab, durch gruppendynamische Prozesse neue, heilsame soziale Beziehungen innerhalb dieses Atoms zu ermöglichen.
Das Entrollen ist ein wesentlicher Abschluss des psychodramatischen Prozesses. Es dient dazu, die klare Grenze zwischen der fiktiven Welt auf der Bühne und der Realität des Alltags wiederherzustellen, was besonders für psychotisch instabile Menschen zur Stabilisierung entscheidend ist.
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