Magisterarbeit, 2014
91 Seiten, Note: 2,20
1. Konzeptualisierung und Begriffseingrenzung
1.1. Antisemitismus
1.2. Sekundärantisemitismus
1.3. Antizionismus:
1.3.1. Die marxistisch-leninistische Ideologie:
1.3.2. Der marxistisch-leninistischer Antiimperialismus
1.3.3. Der antiimperialistische Antizionismus
1.3.4. Antisemitismus- und Faschismusinterpretation innerhalb der marxistisch-leninistische Theorie
1.4. Kriterien um klassischen und Sekundärantisemitischen Elementen in israelkritischen Argumentationen zu erkennen
2. Die 68er Bewegung
2.1. Der SDS
2.2. Neue Linke
2.3. Die Große Koalition, die Notstandsgesetze, und die APO
2.4. Enteignet-Springer-Kampagne
3. Die 68er Bewegung und ihre Beziehung zu Israel
3.1. Einstellung der Studentenbewegung zu Israel bis zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Israel
3.2. Einstellung der Studentenbewegung zu Israel vor und nach dem Sechstagekrieg
3.3. Die Antispringerkampagne und der Antizionismus
3.4. Das Bedürfnis nach einer „Normalisierung“ der nationalen Identität
3.5. Die Identifikation mit den Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt
3.6. Terroristische Dimension des Antizionismus in der Bundesrepublik
4. Die Zeitschrift „konkret“
4.1. Konkret und die Studentenbewegung der erste hälfte der 60er Jahre
4.2. 1964 Bruch mit der DDR und kapitalistischer Neubeginn
4.3. „konkret“ und die APO
4.4. „konkret“ und die SED
4.5. Radikalisierung von Ulrike Meinhof
4.6. Röhls Abgrenzung von der Radikalen Linke
4.7. Entwicklung zum „Mezzo Porno“
5. Analyse
5.1. Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung
5.2. Auseinandersetzung mit dem aktuellen Antisemitismus der BRD
5.3. Darstellung Israels vor dem Sechstagekrieg
5.4. Darstellung von Israel nach dem Sechstagekrieg bis 1968
5.5. Darstellung Israels ab 1969 bis 1972
5.6. Idealisierte Darstellung Al Fatahs
5.6.1. Identifikation Al-Fatahs als Teil der „Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt“
5.6.2. Unkritische Darstellung der Waffenausbildung von Minderjährigen
5.6.3. Idealisierung der Gewaltanwendung von Al Fatah
5.6.4. Al Fatah und die Juden
5.7. Auseinandersetzung mit dem antizionistisch motivierten Terror in der BRD
5.8. Die Antispringerkampagne und der Antizionismus in „konkret“
5.8.1. „Springers liebster Jude“
Die Arbeit analysiert den Wandel in der Einstellung gegenüber Israel und den Juden in der Zeitschrift „konkret“ zwischen 1961 und 1972. Ziel ist es zu untersuchen, ob sich die antizionistische Wende der Neuen Linken in der Berichterstattung widerspiegelt und inwieweit dabei antisemitische Stereotype oder sekundärantisemitische Elemente instrumentalisiert wurden.
3.6. Terroristische Dimension des Antizionismus in der Bundesrepublik
Die antizionistische Rhetorik der bundesrepublikanischen Neuen Linken verschärfte sich ab 1969 deutlich und blieb nicht auf der Ebene der mündlichen und schriftlichen Agitation, sondern wurde auch vereinzelt von terroristischen Taten gefolgt.
So wurde am 9. November 1969, dem 31. Jahrestag der „Reichskristallnacht“, eine Brandbombe im jüdischen Gemeindehaus deponiert. Nach dem Plan der Attentäter hätte die Bombe während der Gedenkveranstaltung anlässlich dieses Jahrestages detonieren sollen, was an einer überalterten Zündkapsel scheiterte. Bei der Gedenkveranstaltung waren 250 Menschen anwesend, unter denen der Vorsitzende der jüdische Gemeinde Heinz Galinsky und der damalige Berliner Bürgermeister Karl Schütz waren. Außerdem wurden am gleichen Tag Denkmäler für NS-Opfer mit den Worten „Schalom und Napalm“ beschmiert.
Der versuchte Brandanschlag wurde von der Gruppe „Tupamaros Westberlin“ unter Führung von Dieter Kunzelmann, Gründungsmitglied der „Kommune 1“ ausgeführt.
1. Konzeptualisierung und Begriffseingrenzung: Definiert die theoretischen Grundlagen wie Antisemitismus, Sekundärantisemitismus und Antizionismus, um eine analytische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
2. Die 68er Bewegung: Beschreibt die heterogene Struktur der 68er Bewegung, die Entstehung der Neuen Linken und die Bedeutung der APO und der Antispringerkampagne.
3. Die 68er Bewegung und ihre Beziehung zu Israel: Beleuchtet den Wandel der Einstellung gegenüber Israel, von früher kritischer Solidarität bis zur dogmatischen Ablehnung nach dem Sechstagekrieg.
4. Die Zeitschrift „konkret“: Zeichnet die Geschichte der Zeitschrift nach, ihre Bindung an die Studentenbewegung und die zunehmende Infiltration bzw. Beeinflussung durch die DDR.
5. Analyse: Untersucht chronologisch die Berichterstattung über den Holocaust, den Antisemitismus in der BRD, die Darstellung Israels, die Idealisierung von Al Fatah sowie den antizionistisch motivierten Terror.
Antizionismus, Antisemitismus, Sekundärantisemitismus, konkret, Neue Linke, 68er Bewegung, DDR, Israel, Nahostkonflikt, Al Fatah, Studentenbewegung, Holocaust-Relativierung, Antispringerkampagne, NS-Vergleiche, Terrorismus.
Die Arbeit untersucht die Berichterstattung der linken Zeitschrift „konkret“ über Israel, Juden und den Nahostkonflikt in den Jahren 1961 bis 1972.
Im Fokus stehen die Entwicklung des Antizionismus in der Neuen Linken, die Instrumentalisierung israelkritischer Argumentationen für sekundärantisemitische Ressentiments und die ideologische Verbindung zum DDR-finanzierten Umfeld.
Die Arbeit prüft, ob sich der Wandel der Einstellung gegenüber Israel in der „konkret“-Berichterstattung widerspiegelt und ob dabei antisemitische Stereotype zur nationalen Entlastung verwendet wurden.
Die Arbeit basiert auf einer empirisch-historischen Analyse, bei der Artikel der Zeitschrift anhand eines erstellten Kriterienkatalogs für antisemitische und antizionistische Elemente chronologisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert die Auseinandersetzung mit dem Holocaust, die Darstellung Israels in verschiedenen Phasen des Nahostkonflikts, die Idealisierung von Palästinenserorganisationen und die Bewertung antizionistischer Terroranschläge.
Zu den Kernbegriffen gehören Antizionismus, Sekundärantisemitismus, 68er Bewegung, konkret, Neue Linke und Holocaust-Relativierung.
Die Analyse zeigt, dass die Zeitschrift eng mit der DDR verbunden war und von ihr finanziert wurde, was die Verbreitung von DDR-konformen Narrativen über den Nahostkonflikt und Israel stark förderte.
Sie kommt zu dem Schluss, dass der Antizionismus oft als „Ventil“ für antisemitische Ressentiments diente, um sich von der NS-Vergangenheit zu distanzieren und eine vermeintliche „Normalisierung“ der deutschen Identität zu erreichen.
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