Masterarbeit, 2005
118 Seiten, Note: A
Identifikation mit der Kunst: Variationen über ein Thema
Der Forschungsgegenstand
Die Methode
Die Hypothese
Das Problem
Zusammenfassung
Die Wiedererkennung als Identifikation des Künstlers mit „seiner“ Kunst
Die ethnische Identität
Der Flamenco als ethnisch „reine“ Kunst
Der Flamenco als „hybride“ Kunst
Der Flamenco als ethnische Kunst auf der Szene
Der Flamenco im Kontext der Aufführung
Zusammenfassung
Verschiedene Formen der Wiedererkennung im Rezeptionsprozess
„Grosse“ Kunst: Das „Espace Francois Mitterrand“
„Kleine“ Kunst: Das „Café cantante“, die Bodega, das Abschlussfestessen in der Halle von Nahuque
„Keine“ Kunst: Die Diskotheken
„Nuevo“ Flamenco und Flamenco Rock, Pop und Rap
„Grosse“ Kunst, „kleine“ Kunst und „keine“ Kunst
Kunst als festliche Begehung und Volksfest
Zusammenfassung
Die Transzendenz in der Musik und im Tanz
Der Flamencotanzunterricht
Die Ewigkeit im Augenblick
Zusammenfassung
Abschliessende Betrachtungen
Die Arbeit untersucht den kognitiven Prozess der „Wiedererkennung“ als Identifikationsform bei der Begegnung mit Kunst, speziell am Beispiel des Flamencofestivals in Mont de Marsan. Dabei wird analysiert, wie sich zwischen Kunstwerk, ausübenden Künstlern und dem rezipierenden Menschen ein Beziehungsnetzwerk entfaltet, das durch individuelle und kollektive Identifikationsprozesse geprägt ist.
Die Methode
Die Ausgangsposition dieser Abhandlung ist das qualitative Erlebnis des Menschen im Augenblick der Begegnung mit Kunst. Von hierher kann ich diese Abhandlung nach Wadel (1991) als qualitativ orientierte Feldforschung bezeichnen. Die Methode, die die qualitativ orientierte Feldforschung kennzeichnet, ist nach Wadel die teilnehmende Beobachtung. Der Fokus liegt auf dem Zusammenspiel zwischen den Menschen. Ich konzentriere mich auf dem Zusammenspiel zwischen den Zuschauern und den Künstlern einerseits und auf den Relationen der Zuschauer untereinander im Kontext vom Kunsterlebnis andererseits. Die Methode des Einsammelns von Daten und Fakten und die Theorie ihrer Anwendung müssen ununterbrochen aufeinander abgestimmt werden. Wadel bezeichnet dies als „’runddans’ mellom teori-utvikling, begrepsutvikling og data-utvikling“ (Wadel, 1991: 23). Für mich bedeutet dies, dass die verschiedenen Orte der Begegnung mit Kunst mich mit unterschiedlichen Problemen konfrontieren. In der Rezeptionssituation im „Espace Francois Mitterrand“ bin ich mit einer anderen Realität konfrontiert als im Tanzsaal während des Flamencotanzunterrichts oder als in den Diskotheken.
Das Einsammeln der Daten und Fakten geschah nach Öhlander als „öppen observation, fokuserat observation och bedömning, utvärdering av material och arbetets fortskridande.“ (Öhlander, 2005: 78) Die „offene“ Beobachtung prägte die Situation während der Festspieltage, wo ich alles aufnahm und unkritisch festhielt. Das Fokussieren und Systematisieren geschah in einer reflexiven Phase hierauf. (Vgl. Öhlander, 2005: 82)
Identifikation mit der Kunst: Variationen über ein Thema: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Flamencofestivals als Ort der Kunstrezeption ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung der Begegnung mit Kunst für den Menschen.
Die Wiedererkennung als Identifikation des Künstlers mit „seiner“ Kunst: Hier wird die ethnische Identität der andalusischen Zigeuner untersucht und analysiert, wie diese als authentische Erbschaft gegenüber der globalen Vermarktung des Flamencos verteidigt wird.
Verschiedene Formen der Wiedererkennung im Rezeptionsprozess: Dieses Kapitel kategorisiert die verschiedenen Veranstaltungsorte und diskutiert, wie die abendländische Ideologie der Hierarchisierung von "großer" bis "keiner" Kunst die Wahrnehmung des Zuschauers beeinflusst.
Die Transzendenz in der Musik und im Tanz: Die abschließende Untersuchung widmet sich der Musik- und Tanzausbildung als Weg zur bewussten Kunstrezeption und der Möglichkeit, durch transzendente Erfahrungen die eigenen Grenzen des Strukturierungsvermögens zu erweitern.
Flamenco, Tanzwissenschaft, Wiedererkennung, Identifikation, ethnische Identität, Rezeption, Feldforschung, Authentizität, Hybridität, Transzendenz, Musikforschung, Flamencofestival, Kulturideologie, Kunsthierarchie, Kunsterlebnis
Die Arbeit befasst sich mit dem Rezeptionsprozess von Kunst, konkret analysiert am Beispiel des Flamencos auf einem Festival in Südfrankreich, und untersucht die Beziehung zwischen Kunst, Künstler und Publikum.
Zentrale Schwerpunkte sind die Identitätsbildung durch ethnische Kunst, die Einflüsse von Ideologien auf die Kunstbewertung und die Frage, wie menschliche Wahrnehmung durch Ausbildung und Kontexte geformt wird.
Das Ziel ist es, den kognitiven und emotionalen Prozess der "Wiedererkennung" zu erfassen, bei dem ein Mensch im gelebten Augenblick eine Identifikation mit dem Kunstwerk oder mit sich selbst im Kunstwerk erfährt.
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitativ orientierte Feldforschung unter Anwendung der teilnehmenden Beobachtung, kombiniert mit theoretischen Diskursen aus der Musik- und Tanzwissenschaft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ethnischen Exklusivität des Flamencos, die ideologische Kategorisierung in "große", "kleine" und "keine" Kunst an verschiedenen Aufführungsorten sowie die Rolle von Tanz- und Musikunterricht für das individuelle Kunsterleben.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Flamenco, ethnische Identität, Rezeptionsmodus, Wiedererkennung, transzendente Erfahrung und die Kritik an der abendländischen Kunsthierarchisierung charakterisiert.
Es dient als Beispiel für "große" Kunst, die im offiziellen institutionellen Rahmen als repräsentativ und normativ für die abendländische Gesellschaft präsentiert wird.
Dieser Ort steht für eine individualisierte, authentische Kunsterfahrung außerhalb der institutionellen Kontrolle, wo der Tanz in eine besondere Form der Transzendenz und des "Anderen" übergeht.
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