Diplomarbeit, 2015
69 Seiten
1 Inhalte der Problemstellung
2 Paradigmenwechsel im Krankenhaus
2.1 Die Unternehmenskultur im Krankenhaus
2.2 Führungsstile und Hierarchien im Krankenhaus
2.2.1 Berufliche Sozialisation
2.2.2 Changemanagement
3 Die Patientensicherheit
3.1 Die Fehlerkultur im Krankenhaus
3.2 Die Risiko- und Fehlerpotentiale im Krankenhaus
3.3 Das Risikomanagement
3.4 CIRS
4 Die Handlungsforschung
4.1 Die Umfelder der Handlungsforschung
4.1.1 Entstehung und Entwicklung der Handlungsforschung
4.1.2 Partizipative Handlungsforschung
4.1.3 Die Handlungsforschung als zyklischer Prozess
4.1.4 Die Typologie der Handlungsforschung
4.1.5 Der Theorie-Praxis-Konflikt
4.2 Konzeptionelles Modell einer CIRS Einführung nach der Handlungsforschung
4.2.1 Die CIRS Vereinbarungsphase
4.2.2 Die Kontexte einer CIRS-Einführung
4.2.3 Die Fokussierung einer CIRS-Einführung
4.2.4 Das Engagement einer CIRS-Einführung
4.2.5 Konfliktpotentiale einer CIRS-Einführung
4.2.6 Methodenphase einer CIRS-Einführung
4.2.7 Ergebnisse und Evaluation einer CIRS-Einführung
4.3 Exemplarisches Ergebnis einer CIRS-Reflexion
5 Zusammenfassung
6 Ausblicke
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein theoretisches, konzeptionelles Modell der Handlungsforschung zu entwickeln, das Krankenhäuser bei der Einführung eines Critical Incident Reporting Systems (CIRS) methodisch unterstützt, um eine positive Fehlerkultur nachhaltig zu fördern.
3.2 Die Risiko- und Fehlerpotentiale im Krankenhaus
Aufbauend zu den Inhalten der Fehlerkultur ist eine Auseinandersetzung mit den Risiko- und Fehlerpotentialen im Krankenhaus wichtig, um sinnvolle Strategien zur Vermeidung von Fehlern mit einer Verbesserung der Fehlerkultur zu vereinbaren.
Die Grundlagen und ersten Forschungsergebnisse der Risiko- und Fehlerpotentiale wurden außerhalb des Gesundheitswesens (z.B. für die Kernenergie, Schifffahrt, kommerzielle Luftfahrt) gewonnen. In den 1960er Jahren entwickelten Ingenieure der Firma Motorola mit der „Six-Sigma-Strategie“ die erste systematische Fehleranalyse (vgl. Merkle, 2014: 4). Die formellen Untersuchungsmethoden von Zwischenfällen werden durch etablierte Analysemethoden vorgenommen. Hiervon wurden einige auf die „medizinischen Kontexte adaptiert, jedoch nur wenige eingehend erforscht“ (Taylor-Adams, Vincent, 2007: 4).
Im Krankenhaus treffen viele verschiedene fehlerbeeinflussende Faktoren aufeinander. Hierzu zählen eine hochspezialisierte technische Ausstattung und Bedienung, ein z.T. schwersterkrankter Patient mit vielen Begleiterkrankungen (Multimorbidität), hochkomplexe und ineinandergreifende Tätigkeiten und Prozesse sowie die Notwendigkeit, sehr kurzfristig Entscheidungen nach den Kriterien eines hochkomplexen Fachwissens und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Patienten angemessen zu treffen.
1 Inhalte der Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die dringende Notwendigkeit einer verbesserten Fehlerkultur in Krankenhäusern aufgrund systemischer Komplexität und einer vorherrschenden „Culture of Blame“.
2 Paradigmenwechsel im Krankenhaus: Hier werden die sozialen Mechanismen und die erforderliche Neuorientierung im Umgang mit Fehlern unter Berücksichtigung von Unternehmenskultur und Hierarchien analysiert.
3 Die Patientensicherheit: Dieses Kapitel beleuchtet das Risikomanagement und das Verfahren CIRS als wesentliche Instrumente zur Förderung einer lernenden Organisation und zur Erhöhung der Sicherheit.
4 Die Handlungsforschung: Das Kernkapitel stellt die Handlungsforschung als partizipativen und zyklischen Ansatz vor, um einen Paradigmenwechsel methodisch zu begleiten und ein konzeptionelles Modell für die CIRS-Einführung zu entwerfen.
5 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zur Nutzung der Handlungsforschung bei einem Paradigmenwechsel im Krankenhaus zusammen.
6 Ausblicke: Es wird auf die Bedeutung einer direkten Einbindung der Mitarbeiter in Veränderungsprozesse eingegangen und die Notwendigkeit künftiger Pilotprojekte zur Validierung des Modells betont.
Krankenhaus, Patientensicherheit, Fehlerkultur, CIRS, Handlungsforschung, Risikomanagement, Changemanagement, Paradigmenwechsel, Organisationskultur, Fehlerprävention, Partizipative Forschung, Qualitätsmanagement, Klinisches Risikomanagement, Lernende Organisation, Fehleranalyse
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung eines Critical Incident Reporting Systems (CIRS) in Krankenhäusern und wie diese durch die Methode der Handlungsforschung sinnvoll gestaltet werden kann.
Die zentralen Themen sind Patientensicherheit, Fehlerkultur, Organisationsentwicklung im Krankenhaus und die Anwendung der Handlungsforschung als systemischer Veränderungsansatz.
Das Ziel ist die Entwicklung eines theoretischen, konzeptionellen Modells, das Führungskräfte und Teams bei einer CIRS-Einführung unter aktiver Einbindung der Mitarbeiter unterstützt.
Die Arbeit nutzt den Ansatz der Handlungsforschung (Action Research), charakterisiert durch partizipative Zusammenarbeit, zyklische Prozesse und die Reflexion von Praxiswissen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Kultur, Risiko, Fehlermanagement) gelegt und anschließend das siebenphasige Modell der Handlungsforschung für die CIRS-Implementierung detailliert erarbeitet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Patientensicherheit, Fehlerkultur, CIRS, Handlungsforschung und das konzeptionelle Modell für den Wandel in Kliniken.
Das London-Protokoll wird als geeignetes, qualitatives Analyseinstrument für die Fehlerursachenermittlung empfohlen, da es sehr praxisnah ist und die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert.
Das Expertenteam soll das CIRS-Projekt in der Klinik begleiten, um Akzeptanz zu sichern, fachliche Expertise zu bündeln und die kontinuierliche Auswertung der gemeldeten Zwischenfälle zu gewährleisten.
Krankenhäuser stehen unter hohem wirtschaftlichen Druck und Fachkräftemangel; daher muss das Modell praktikabel sein, um die knappen personellen Ressourcen nicht zu überlasten.
Diese Phase ist essenziell, da sie die Beteiligten befähigt, Ängste vor Konflikten abzubauen und das CIRS-System gemeinsam an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Abteilung anzupassen.
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