Masterarbeit, 2014
87 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Methode
3. Reisen in der Frühen Neuzeit
3.1 Tradition der Pilgerreisen
3.2 Exkurs: Geistliche Pilgerfahrt
3.3 Weltbild in der Frühen Neuzeit
4. Werkauswahl
4.1 Die Autoren und ihre Pilgerreise
4.2 Intention der Autoren
5. Beschreibung der Schifffahrt
5.1 Die Abfahrt aus Venedig
5.2 Auf See
5.2 1 Das Leben an Bord
5.2.2 Natürliche Hindernisse: Das Wetter und andere unbeeinflussbare Gewalten
5.2.3 Zivilisatorische Hindernisse: Piraten und Heiden
5.2.4 Folgen der Reise: Krankheit und Tod
5.2.5 Mythen und Fabelwesen
5.2.6 Der Glaube an Gott
5.3 Die Ankunft im ‚sicheren Hafen‘
6. Fazit
Die Arbeit analysiert die Darstellung der Schifffahrt in den Reiseberichten von Felix Fabri, Arnold von Harff und Hans Tucher, um die Erlebnisse und Wahrnehmungen von Reisenden während der Frühen Neuzeit im Kontext ihres historischen Weltbildes zu verstehen.
5.2.2 Natürliche Hindernisse: Das Wetter und andere unbeeinflussbare Gewalten
Die häufigsten Probleme und Verzögerungen bei Schiffsreisen in der Frühen Neuzeit entstanden durch unbeeinflussbare Faktoren, also natürliche Hindernisse, gegen die auch mit guten Vorbereitungen nicht anzukommen war. In Fabris Evagatorium wird oftmals deutlich, dass den Launen des Wetters nichts entgegenzusetzen ist. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Seeleute auf dem Meer ihre Zukunft in den Händen Gottes sahen. Denn kaum wähnten sie sich in dem Genuss eines guten Windes und hofften auf eine sichere und schnelle Überfahrt, drehte dieser um, erhob sich zu einem Sturm oder flaute sogar komplett ab. Fabri führt zahlreiche solcher Beispiele an:
Als wir gerade in den Hafen einlaufen wollten, kam guter Wind auf, in den wir unsere Segel setzen konnten und wir fuhren weiter und kamen einige Stunden lang in kräftiger Fahrt voran. Aber dann schlug er in eine uns ganz verkehrte Richtung um und durch einen Sund lavierend gelangten wir an ein unwirtliches und wildes Stück der kroatischen Küste und waren gezwungen, einen einsamen Landeplatz anzulaufen und zwischen hochragenden, steil abfallenden Felsen die Segel einzuziehen. (FF, S. 23)189
Am Bedrohlichsten war für die Reisenden sicherlich ein tobender Sturm. Wenn die Schiffsplanken unter der Naturgewalt, dem stürmischen Wind und den aufbrausenden Wellen zu bersten drohten, standen den Reisenden die Gefahr eines Schiffsbruchs deutlich vor Augen. Einer solchen Macht hatten sie nichts entgegenzusetzen. Aus diesem Grund verfolgte die Schiffsbesatzung nicht die direkte Route zum Zielort, sondern navigierte das Schiff in Küstennähe, von einer Insel zur nächsten, um sich im Fall einer Havarie, beziehungsweise bei Aufziehen eines Sturms, in Küstennähe zu befinden und damit so schnell wie möglich den nächsten Hafen anlaufen zu können.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Pilgerreisen der Frühen Neuzeit ein und stellt die Relevanz der Reiseberichte von Felix Fabri, Arnold von Harff und Hans Tucher dar.
2. Methode: Hier wird der hermeneutische Ansatz erläutert, um historische Texte der Frühen Neuzeit vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit und Autorenschaft zu interpretieren.
3. Reisen in der Frühen Neuzeit: Dieses Kapitel beleuchtet die allgemeinen Rahmenbedingungen, die Traditionen und das zeitgenössische Weltbild, das die Wahrnehmung von Fernreisen prägte.
4. Werkauswahl: Die Autoren und ihre jeweiligen Reiseberichte werden vorgestellt, wobei insbesondere die biographischen Hintergründe und die unterschiedlichen Intentionen beim Verfassen der Texte hervorgehoben werden.
5. Beschreibung der Schifffahrt: Dies ist das Hauptkapitel, das die Schifffahrtserfahrungen analysiert – von der Abfahrt, über Gefahren auf See bis hin zur Ankunft im Zielhafen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, wie die Autoren die Schifffahrt als gefährliches, aber notwendiges Unterfangen darstellten, das ihre religiöse Weltsicht maßgeblich prägte.
Pilgerreise, Frühe Neuzeit, Schifffahrt, Felix Fabri, Arnold von Harff, Hans Tucher, Evangelium, Weltbild, Seefahrt, Reisebericht, Pilger, Mittelalter, Religion, Gefahren, Evagatorium
Die Arbeit untersucht die Schifffahrtserfahrungen von Pilgern im 15. und 16. Jahrhundert anhand dreier ausgewählter Reiseberichte.
Zentrale Themen sind die Reiseorganisation, die Gefahren auf hoher See, die Wahrnehmung fremder Kulturen und die religiöse Deutung der Reiseerfahrungen.
Das Ziel ist es, die Darstellung der Schifffahrt durch die Autoren Felix Fabri, Arnold von Harff und Hans Tucher zu analysieren und zu vergleichen.
Die Arbeit nutzt die hermeneutische Methode zur Textinterpretation, um die Berichte in ihrem historischen Kontext zu verstehen.
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Schifffahrt, unterteilt in Vorbereitung, das Leben an Bord, natürliche und zivilisatorische Gefahren sowie die Ankunft.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pilgerreise, Frühe Neuzeit, Schifffahrt, Reisebericht und das spezifische Weltbild dieser Epoche definiert.
Während Fabri sehr detailliert und enzyklopädisch über Alltag und Gefahren schreibt, verfolgen Harff und Tucher teilweise andere, teils ritterlich oder kaufmännisch geprägte Interessen.
Der Glaube war zentraler Antrieb und gleichzeitig ein Schutzmechanismus, um die lebensgefährlichen Situationen auf See und die Ungewissheit psychologisch zu bewältigen.
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