Bachelorarbeit, 2013
40 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die Juniorfirma als Methode der Berufsausbildung
2.1 Definition und begriffliche Grundlegung
2.2 Strukturmerkmale des Juniorfirmenkonzeptes und Beispiele aus der Praxis
2.3 Abgrenzung zur Methode des Lernbüros und der Übungsfirma
2.4 Entstehung und historische Einordnung
2.5 Die Juniorfirma in allgemeinbildenden Schulen, im Betrieb und der Berufsschule
3 Lerntheoretische Betrachtung der Juniorfirma
3.1 Berufliche Handlungsorientierung
3.2 Leitzielebenen der Juniorfirma
3.2.1 Didaktische Zielebene
3.2.2 Ökonomische Zielebene
3.2.3 Innovative Zielebene
3.3 Die Juniorfirma als Methode des selbstgesteuerten Lernens
4 Die Juniorfirma – Eine sinnvolle Ergänzung der betrieblichen Ausbildung?
4.1 Die Grundkonzeptionen der Juniorfirmen
4.2 Voraussetzungen
4.3 Grundlegende Problemfelder der Methode
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht, ob und inwiefern der Einsatz einer Juniorfirma eine sinnvolle Ergänzung zur traditionellen betrieblichen Erstausbildung darstellt und inwieweit diese Methode den Lernerfolg sowie den Lernprozess der Auszubildenden positiv beeinflussen kann. Im Zentrum steht dabei die Analyse des Juniorfirmenkonzepts hinsichtlich seiner theoretischen Fundierung, praktischen Eignung und der für seinen Erfolg notwendigen Voraussetzungen.
Die vollständige Handlung
Im Rahmen einer Juniorfirma sollen wirtschaftliche Tätigkeiten als didaktisches Instrument genutzt werden, um berufliche Lerninhalte vermitteln zu können. Dabei wird eine vollständige Handlung angestrebt, an deren Ende der Kompetenzerwerb steht. Diese vollständige Handlung kann wiederum modellhaft in sechs Schritte zerlegt werden: Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Reflektieren (vgl. Euler & Hahn 2007, S.60). Vorausgehend zu diesen Schritten findet eine didaktische Reduktion der Aufgabe oder Problemstellung seitens des Lehrenden statt. Das Informieren steht für die Analyse der Problemstellung oder der zu lösenden Aufgabe durch die Lernenden. Das Planen stellt die Informationsbeschaffung und das Bewusstmachen der weiteren Vorgehensweise dar. Im nächsten Schritt müssen die Lernenden sich für einen Lösungsweg entscheiden und diesen dann ausführen. Daran schließt sich die Kontrolle des erfolgten Bearbeitungsprozesses und des daraus hervorgegangenen Ergebnisses durch die Lernenden und den Lehrenden an. Als Abschluss der vollständigen Handlung ist die Reflexion über alle Teilschritte der Handlung hinweg vorgesehen. Aufkommende Probleme ermöglichen den erneuten Einstieg in eine erneute Handlung. Der persönliche Lernprozess und Lernerfolg stehen im Mittelpunkt der vollständigen Handlung. (vgl. Hillebrand & Tunat 2006, S. 52)
Exemplarisch für die Arbeitsweise innerhalb der Juniorfirma, die sich an der vollständigen Handlung orientieren soll, wird im Folgenden eine Bearbeitung eines Kundenauftrags theoretisch durchgespielt. Auch wenn die konkrete Bearbeitung des Auftrags fiktiv erdacht wurde, so orientiert sie sich an einem Praxisbeispiel der Juniorfirma Junix der Hamburger Phoenix AG, die einen ähnlichen Kundenauftrag bearbeitet hat (vgl. Dippl et al. 2004, S. 25).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des Juniorfirmenkonzepts vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Die Juniorfirma als Methode der Berufsausbildung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Juniorfirma, grenzt sie von anderen Methoden wie dem Lernbüro ab und beleuchtet ihre historische Entwicklung sowie ihre Rolle in verschiedenen Bildungseinrichtungen.
3 Lerntheoretische Betrachtung der Juniorfirma: Es wird die Bedeutung beruflicher Handlungsorientierung, die Leitzielebenen (didaktisch, ökonomisch, innovativ) sowie das Konzept des selbstgesteuerten Lernens innerhalb der Juniorfirma analysiert.
4 Die Juniorfirma – Eine sinnvolle Ergänzung der betrieblichen Ausbildung?: Dieses Kapitel diskutiert die Grundkonzeptionen, notwendige Voraussetzungen für den Erfolg sowie grundlegende Problemfelder und Herausforderungen der Methode.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Sinnhaftigkeit des Konzepts als Ergänzung der Erstausbildung und unterstreicht die Notwendigkeit der Koordination im dualen System.
Juniorfirma, Berufsausbildung, Handlungsorientierung, Handlungskompetenz, selbstgesteuertes Lernen, duales System, betriebliche Erstausbildung, Auszubildende, Leitzielebenen, Didaktik, Wirtschaftspädagogik, Unternehmenskultur, Qualifikation, Lernortkooperation, Modellversuch
Die Arbeit untersucht das Konzept der Juniorfirma als eine handlungsorientierte Methode innerhalb der betrieblichen Erstausbildung und bewertet deren Nutzen für die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Grundlegung der Juniorfirma, ihre Abgrenzung zu anderen Simulationsmethoden, die didaktische und ökonomische Ausrichtung sowie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung im Betrieb.
Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, ob die Ergänzung der betrieblichen Erstausbildung durch eine Juniorfirma sinnvoll ist und ob der Einsatz dieser Methode den Lernprozess und Lernerfolg der Auszubildenden verbessern kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Konzepten und Modellversuchen der Berufs- und Wirtschaftspädagogik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition und historische Einordnung, eine lerntheoretische Fundierung (Handlungsorientierung, Leitzielebenen) sowie eine kritische Prüfung der Konzeptionen, Voraussetzungen und Problemfelder.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Juniorfirma, Handlungskompetenz, selbstgesteuertes Lernen, berufliche Erstausbildung und Lernortkooperation geprägt.
Während das Lernbüro eine geschlossene, fiktive Unternehmung mit simulierten Geld- und Güterströmen darstellt, arbeitet die Juniorfirma realitätsnah mit echten Kunden, Produkten oder Dienstleistungen, auch wenn sie rechtlich weiterhin in das Mutterunternehmen eingebettet ist.
Die Unterscheidung in didaktische, ökonomische und innovative Zielebenen ist entscheidend, da sie Aufschluss darüber gibt, wie die Juniorfirma konzipiert ist und wo der Schwerpunkt der Ausbildung liegt – etwa auf der persönlichen Entwicklung des Azubis oder dem betriebswirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen.
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