Masterarbeit, 2015
109 Seiten, Note: 2,0
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Definitionen und Begriffe
2.1 Betrug
2.2 Wirtschaftskriminalität
2.3 Juristische Abgrenzung der Straftatbestände in Zusammenhang mit Kapitalanlagebetrug
2.4 Ponzi Scheme
2.5 Verbreitung von Kapitalanlagebetrug
3 Kriminologische Theorien der Wirtschaftskriminalität
4 Darstellung prominenter Ponzi Schemes
4.1 Charles Ponzi
4.2 Adele Spitzeder
4.3 Bernhard Madoff
4.4 Horst Kirsten
5 Ursachen von Ponzi Schemes
5.1 Individuelle Ursachen im Zusammenhang mit dem Täter
5.1.1 Entwicklungen individueller Ursachen
5.1.2 Motive
5.1.3 Selbstdarstellung
5.1.4 Selbsttäuschung
5.1.5 Gelegenheit zur Tat
5.1.6 Rechtfertigung
5.2 Strukturelle Ursachen
5.2.1 Entwicklungen struktureller Ursachen
5.2.2 Strukturelle Ursachen im Zusammenhang mit dem Geschädigten
5.2.2.1 Vertrauen
5.2.2.2 Gier
5.2.2.3 Gruppendynamik
5.2.2.4 Risikobereitschaft
5.2.2.5 Fehlende Anzeigebereitschaft
5.2.3 Strukturelle Ursachen in der Begehungsweise
5.2.3.1 Informationsdefizite
5.2.3.2 Arbeitsteiliges Vorgehen
5.2.3.3 Tatmittel Internet versus persönlicher Kontakt
5.3 Ursachen im Kapital- und Geldmarktsystem
5.3.1 Entwicklungen des Kapital- und Geldmarktsystems
5.3.2 Der Graue Kapitalmarkt
5.3.3 Herkunft des Kapitals
5.3.4 Finanzkrisen und Niedrigzinsphasen
5.3.5 Komplexität von Finanzanlagen
5.4 Defizite im Strafrechtssystem
5.4.1 Entwicklungen des Strafrechtssystems
5.4.2 Vertrauen in staatliche Institutionen
5.4.3 Strafrecht
5.4.4 Strafrechtliche Ermittlungen
5.4.5 Internationalisierung
6 Präventionsmöglichkeiten
6.1 Allgemein wirkende Präventionsmöglichkeiten
6.2 Präventionsarbeit der Polizei
6.3 Gewerbeaufsicht
6.4 BaFin
6.5 Produktinformationsblatt und Normvorschriften
6.6 Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen
6.7 Internationale Abkommen und Kooperationen
7 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen der Betrugskriminalität, mit einem besonderen Fokus auf Ponzi Schemes. Ziel ist es, die Interaktionen zwischen Tätern und Opfern zu analysieren sowie wirksame Präventionsstrategien zum Schutz privater Anleger aufzuzeigen.
5.1.5 Gelegenheit zur Tat
Ein Wirtschaftsstraftäter begeht die Betrugstat im Allgemeinen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld und nutzt damit „normale wirtschaftliche Vorgänge zu seinem Vorteil“. Jedes Unternehmen braucht für seine Geschäftstätigkeit Kapital. Bestenfalls ist diese in Form von Eigenkapital vorhanden. Für Fremdkapital der Hausbank sind regelmäßig hohe Zinsen zu zahlen. Wesentlich günstiger ist es, das Eigenkapital eines Unternehmens durch den Verkauf von Stillen Beteiligungen oder Aktien zu erhöhen. Ein weiterer Vorteil, den auch Betrüger für sich zu nutzen wissen, ist: „ein außenstehender Kapitalgeber hat nicht die Überwachungsmöglichkeiten eines Kreditinstituts“.
In Prospekten wird vorgetäuscht, dass das eingesammelte Geld für den Aufbau der Geschäftstätigkeit verwandt wird. Tatsächlich werden über Luftbuchungen und Scheinrechnungen private Entnahmen des Betrügers verschleiert. Grundsätzlich lassen sich zwei Aktionsmuster bei der Nutzung von Gelegenheiten zur Tat unterscheiden: das proaktive und das passive Vorgehen.
Weisburd und Waring werden in ihrer Differenzierung konkreter und unterscheiden bei Wirtschaftsstraftätern die großen Gruppierungen: „crisis responders“ – „seem to be situational responses to real stress or crisis in their professional or personal lives.“ Ausgelöst durch eine persönliche Krisensituation sucht der Täter proaktiv nach einem Ausweg. Im Gegensatz dazu nutzt der sogenannte und „opportunity taker“ – „linked strongly to some unusual or special set of opportunities that suddenly materialize for the offender“, eine sich ihm spontan bietende Gelegenheit für einen Betrug. Der „opportunity seeker“ und der „stereotypical criminal“ sind latent zur Betrugstat bereit und suchen proaktiv nach einer Betrugsgelegenheit.
Die Täter nutzen häufig fehlende oder mangelhafte Kontroll- und Regulierungsdefizite um Ponzi Schemes aufzubauen. Bieten sich zusätzlich hohe Gewinnmöglichkeiten in Relation zum erforderlichen Aufwand dann ist die Versuchung der Tathandlung höher.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Problemstellung der Wirtschaftskriminalität, insbesondere im Kontext privater Kapitalanlagen, und definiert Zielsetzung sowie Aufbau der Arbeit.
2 Definitionen und Begriffe: Dieses Kapitel liefert juristische Definitionen von Betrug und Wirtschaftskriminalität, grenzt Tatbestände ab und definiert das Ponzi Scheme sowie die Verbreitung von Kapitalanlagebetrug.
3 Kriminologische Theorien der Wirtschaftskriminalität: Hier werden theoretische Ansätze zur Erklärung von Wirtschaftsdelinquenz, wie die Rational-Choice-Theorie und das Fraud Triangle, diskutiert.
4 Darstellung prominenter Ponzi Schemes: Das Kapitel bietet eine detaillierte historische und aktuelle Betrachtung bekannter Ponzi-Fälle wie Charles Ponzi, Adele Spitzeder, Bernhard Madoff und Horst Kirsten.
5 Ursachen von Ponzi Schemes: Der Hauptteil analysiert umfassend die Täter- und Opferfaktoren sowie strukturelle Ursachen im Kapitalmarkt und im Rechtssystem, die den Erfolg solcher Systeme begünstigen.
6 Präventionsmöglichkeiten: Hier werden Strategien zur Prävention durch Polizei, Gewerbeaufsicht, BaFin und andere Institutionen sowie internationale Abkommen bewertet.
7 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet Empfehlungen für Anleger und Ermittlungsbehörden ab.
Ponzi Scheme, Betrug, Wirtschaftskriminalität, Kapitalanlagebetrug, Täter-Opfer-Interaktion, Prävention, Finanzmarkt, Vertrauen, Gier, Risikobereitschaft, Strafrecht, BaFin, Ermittlung, Anlageberatung, Wirtschaftsdelikt.
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Strukturen von Betrugskriminalität, wobei der Fokus auf dem speziellen Modell des Ponzi Schemes liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf kriminologischen Theorien, der Analyse prominenter Kriminalfälle (z. B. Madoff), den individuellen Täterursachen, den strukturellen Bedingungen beim Opfer und den Herausforderungen der staatlichen Prävention.
Das Ziel ist es, das Verständnis für die Mechanismen von Kapitalanlagebetrug zu schärfen und Ansätze zu finden, um den Schutz privater Anleger durch bessere Information und Prävention zu erhöhen.
Es handelt sich um eine kriminologische Analyse, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur, aktueller Statistiken (PKS) sowie der Untersuchung historischer und aktueller Fallbeispiele basiert.
Im Hauptteil werden detailliert die Ursachen untersucht, gegliedert in Täterpersönlichkeit, Opferverhalten, strukturelle Probleme im Finanzmarkt und Defizite im Strafrechtssystem.
Die wichtigsten Schlagworte sind Ponzi Scheme, Wirtschaftskriminalität, Kapitalanlagebetrug, Anlegerschutz, kriminologische Theorien und Prävention.
Vertrauen fungiert als komplexitätsreduzierendes Mittel. Die Opfer vertrauen dem Täter oder dem System blind, was notwendige Kontrollen und die kritische Würdigung der Renditeversprechen verhindert.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass das Strafrecht zwar einen Rahmen bietet, aber bei komplexen Finanzkonstrukten oft auf Schwierigkeiten stößt, da die Täter häufig den Anschein legaler Geschäftstätigkeit wahren.
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