Bachelorarbeit, 2013
58 Seiten, Note: 1,7
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Methodologische Konzeption
2.1. Die Theorie des Neorealismus
2.2. Die neorealistische Konflikttheorie
3. Grundlegende Informationen zu Ägypten und Israel
3.1. Allgemeines
3.1.1. Ägypten
3.1.2. Israel
3.2. Politisches System
3.2.1. Ägypten
3.2.2. Israel
4. Historischer Abriss bis zur Staatsgründung Israels 1948
5. Kriegerische Handlungen und Beziehung der beiden Staaten bis zum Friedensvertrag von 1979
5.1. Beginn der staatlichen Aggressionen: Der Unabhängigkeitskrieg 1948/49
5.2. Die Suezkrise 1956 und der politische Sieg Nassers
5.3. Militärische Dominanz Israels: Der Sechstagekrieg 1967
5.4. Sadats Königswerk: Der Jom-Kippur-Krieg 1973
6. Die Friedensverhandlungen in Camp David
6.1. Der beschwerliche Weg zum Friedensvertrag
6.2. Begin versus Sadat: Die Verhandlungen in Camp David
6.3. Die Beweggründe für den Friedensvertrag
7. Die Zeit nach Camp David: Ägyptens neue Rolle
7.1. „Kalter Frieden“ bis zum Sturz Mubaraks 2011
7.2. Verschlechterung des Beziehungsverhältnisses durch den Arabischen Frühling?
8. Fazit
Diese Arbeit analysiert die Entwicklung der israelisch-ägyptischen Beziehungen seit 1948 unter Anwendung der neorealistischen Konflikttheorie. Dabei steht die Untersuchung im Fokus, wie Machtverschiebungen und Sicherheitsinteressen das Handeln beider Staaten beeinflussten und schließlich den Friedensvertrag von 1979 ermöglichten.
5.2. Die Suezkrise 1956 und der politische Sieg Nassers
Nach der erlittenen Niederlage Ägyptens, bzw. der Arabischen Liga, begann in Ägypten eine Zeit der Resignation und es brach Chaos aus. Militärisch war man nicht in der Lage gewesen, Israel Paroli zu bieten und gleichzeitig nahmen die innerstaatlichen Probleme zu. So kam es aufgrund der Niederlage im Unabhängigkeitskrieg, der Überbevölkerung aufgrund der Flüchtlingswellen und des sowie schon hohen Bevölkerungsanteils in Kairo, der hohen Arbeitslosigkeit, einer Massenarmut und einer ungleichen Güterverteilung zu landesweiten Protesten. Zudem war man ökonomisch am Abgrund und die Korruptionsrate war exorbitant hoch. Für diese Faktoren wurde König Faruk verantwortlich gemacht. Diese Situation nutzten die „jungen Offiziere“ aus, um durch einen Staatsstreich die Macht zu erlangen und König Faruk am 23.07.1952 zu stürzen.
Es wurde ein Revolutionsrat gebildet (RCC) und am 18.06.1953 die Republik Ägypten ausgerufen. In der Übergangsregierung war ein Jahr lang Ali Muhammed Nagib an der Spitze des revolutionären Führungsstabs. Bevor ihn 1954 Gamal Abdel Nasser ablöste, 1956 Staatspräsident wurde und die Politik Ägyptens in den Folgejahren entscheidend prägen sollte. Ägypten schaffte damit den Übergang von einer Monarchie zu einer Republik, aber keineswegs zu einer Demokratie. Nasser gelang es in den Folgejahren, Ägypten unabhängig werden zu lassen. Er wagte reformbedingte Schritte (Schulpflicht, Bauern bekamen Land zugesprochen, einfaches Volk konnte studieren) und kann damit als moderner und säkularer Staatschef bezeichnet werden.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der israelisch-ägyptischen Beziehung anhand prägender Zitate und Definition der Forschungsfrage.
2. Methodologische Konzeption: Vorstellung der theoretischen Grundlagen des Neorealismus nach Kenneth Waltz sowie der neorealistischen Konflikttheorie nach Werner Link.
3. Grundlegende Informationen zu Ägypten und Israel: Überblick über die soziodemografischen Fakten und politischen Systeme beider Staaten.
4. Historischer Abriss bis zur Staatsgründung Israels 1948: Skizzierung der unterschiedlichen Entwicklungspfade beider Nationen vor der Staatsgründung Israels.
5. Kriegerische Handlungen und Beziehung der beiden Staaten bis zum Friedensvertrag von 1979: Analyse der vier zentralen Konfliktphasen von 1948 bis 1973 unter Einbeziehung der neorealistischen Theorie.
6. Die Friedensverhandlungen in Camp David: Untersuchung des Verhandlungsprozesses, der Rolle der USA und der Beweggründe beider Seiten für den Abschluss des Vertrages.
7. Die Zeit nach Camp David: Ägyptens neue Rolle: Bewertung der Stabilität des Friedensverhältnisses vom "Kalten Frieden" bis hin zu den Auswirkungen des Arabischen Frühlings.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Zukunft der bilateralen Beziehungen.
Israel, Ägypten, Nahostkonflikt, Neorealismus, Friedensvertrag 1979, Camp David, Nasser, Sadat, Sicherheitsdilemma, Konfliktregulierung, Arabischer Frühling, Machtbalance, Außenpolitik, Diplomatie, Palästinakonflikt
Die Arbeit analysiert das komplexe Beziehungsverhältnis zwischen Ägypten und Israel von der Staatsgründung 1948 bis zum Jahr 2013 vor dem Hintergrund der neorealistischen Konflikttheorie.
Zentrale Themen sind die kriegerischen Auseinandersetzungen, der Friedensprozess von Camp David, die Bedeutung internationaler Machtverschiebungen sowie die politische Entwicklung Ägyptens.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit Ägypten und Israel versucht haben, ihre Differenzen durch friedliche Lösungen oder machtpolitische Strategien zu überwinden.
Es wird die neorealistische Konflikttheorie von Werner Link sowie die neorealistische Theorie der Internationalen Beziehungen von Kenneth Waltz als analytischer Rahmen genutzt.
Der Hauptteil behandelt die vier großen Kriegsphasen (1948, 1956, 1967, 1973), die Friedensverhandlungen von Camp David und die Stabilität der Beziehungen nach 1979.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neorealismus, Nahostkonflikt, Friedensvertrag 1979, Machtbalance und Konfliktregulierung charakterisiert.
Aufgrund veränderter internationaler Machtverhältnisse und der wirtschaftlichen Abhängigkeit Ägyptens von den USA wurde eine friedliche Annäherung zur sicherheitspolitischen Notwendigkeit für beide Staaten.
Der Arabische Frühling und der Machtaufstieg der Muslimbrüderschaft haben zu einer größeren Unsicherheit in Israel geführt, da die politische Ausrichtung des neuen Regimes in Kairo unvorhersehbarer geworden ist.
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