Examensarbeit, 2003
80 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1. Einleitung
2. Allgemeine Grundlagen
2.1 Lage und Größe
2.2 Relief
2.3 Oberflächenbedeckung
2.4 Klima
2.5 Geologischer Bau und oberflächennaher Untergrund
3. Vulkanismus
3.1 Die aktive Vulkanzone
3.2 Vulkansysteme
3.3 Ausbruchsarten
3.4 Förderprodukte
3.4.1 Lavaarten
3.4.2 Lockermaterial – Tephra
3.5 Vulkanformen
4. Glaziale Formung
4.1 Die Gletscher Islands
4.2 „Jökulhlaup“ (Gletscherläufe)
4.3 „Surges“
4.4 Sander
5. Marine Formung
5.1 Beispielgebiet Snæfellsnes
5.2 Die Nordküste
5.3 Die Westküste
5.4 Die Südküste
5.5 Hebungs- und Senkungsküsten
6. Periglaziale Formung
6.1 Allgemeine Bedingungen der periglazialen Formung
6.1.1 Klimatische Bedingungen
6.1.2 Pedologisch-lithologische Bedingungen
6.2 Grundlegende physikalische Prozesse der Frostdynamik
6.3 Periglaziale Mikroformung
6.3.1 Formen der Frostverwitterung
6.3.2 Formen der Bodenmusterung
6.3.2.1 Frosthub und Frostschub
6.3.2.2 Bodenmusterung mit Materialsortierung
6.3.2.3 Bodenmusterung ohne Materialsortierung
6.3.2.4 Massenbewegungen
6.3.2.5 Äolische Formung
6.4 Periglaziale Makroformung
6.4.1 Nivation und Kryoplanation
6.4.2 Talformung
6.4.3 Hangformung
6.4.4 Flächenformung
7. Schlußbetrachtung
8. Bibliographie
9. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die rezenten morphodynamischen Prozesse auf Island sowie die daraus resultierenden Oberflächenformen. Ziel ist es, die vielfältigen geomorphologischen Kräfte – von vulkanischer Aktivität über glaziale und marine Prozesse bis hin zu periglazialen Formungsmechanismen – zu analysieren und deren Auswirkungen auf das Landschaftsbild aufzuzeigen.
3.3 Ausbruchsarten
Bei Lavaausbrüchen wird lediglich dünnflüssige Lava gefördert, die ruhig ausfließt. Solche Ausbrüche können sehr lange andauern und große Materialmengen fördern. So entstehen z.B. Schildvulkane oder bei kleineren Ausbrüchen Lavaringwälle, die einzeln oder als Kraterreihen auftreten.
Gemischte Ausbrüche sind die häufigste Ausbruchsart in Island. Die geförderte Lava ist kühler, zähflüssiger und gasreicher als bei reinen Lavaausbrüchen und es kommt sowohl zu Lavaausfluß, als auch zu Tephrabildung.
Explosivausbrüche auf eisfreiem Festland haben mehrere Möglichkeiten der Genese. Zum einen kommen sie bei sauren Laven vor, die sehr zähflüssig und gasreich sind, was ein heftiges Entgasen nach sich zieht. Des weiteren kommt es zu Explosivausbrüchen, wenn Lava auf Grundwasser trifft, schnell abkühlt und dadurch zu plötzlichem starken Entgasen veranlaßt wird.
Der Kontakt mit Wasser verursacht auch die Explosivität der submarinen und subglazialen Ausbrüche, wenn der Wasserdruck nicht zu hoch ist. Tephra wird ausgeworfen, die sich später wieder zu Hyaloklastit verfestigt. Diese Art der Ausbrüche findet sich z.B. bei den subglazialen Vulkanen wie den Grímsvötn und der Katla.
Die Art des Ausbruchs bestimmt auch die Förderprodukte des Vulkans.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die faszinierende Geomorphologie Islands ein und stellt die zentralen Prozessgefüge sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Allgemeine Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt die naturräumliche Ausstattung Islands, einschließlich Lage, Relief, Klima und geologischem Untergrund.
3. Vulkanismus: Hier werden die verschiedenen Vulkantypen, Ausbruchsarten und Förderprodukte des aktiven isländischen Vulkanismus analysiert.
4. Glaziale Formung: Das Kapitel befasst sich mit den Gletschern Islands sowie speziellen Phänomenen wie Gletscherläufen (Jökulhlaup), Surges und der Bildung von Sanderflächen.
5. Marine Formung: Die marine Geomorphologie wird anhand des Beispielgebiets Snæfellsnes illustriert, wobei Küstenformen und die Auswirkungen von Hebungs- und Senkungsprozessen erläutert werden.
6. Periglaziale Formung: Den Hauptteil der Arbeit bildet die detaillierte Analyse der periglazialen Prozesse und Formen, die nahezu die gesamte eisfreie Insel überprägen.
7. Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der dargestellten morphodynamischen Prozesse und betont die Vielfalt der auf Island wirkenden Naturkräfte.
8. Bibliographie: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
9. Anhang: Enthält eine chronologische Dokumentation eruptiver Ereignisse unter dem Vatnajökull.
Island, Geomorphologie, Vulkanismus, Glaziale Formung, Periglaziale Prozesse, Küstenformung, Bodenmusterung, Jökulhlaup, Thúfur, Permafrost, Deflation, Erosion, Basalt, Tephra, Morphodynamik.
Die Arbeit untersucht die rezenten morphodynamischen Prozesse auf Island, die durch die gegensätzliche Wirkung endogener und exogener Kräfte das heutige Landschaftsbild formen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Vulkanismus, glazialen Erscheinungen wie Gletscherläufen, der Küstenmorphologie und insbesondere der periglazialen Formungsdynamik.
Ziel ist es, die Prozesse der isländischen Geomorphogenese zu erläutern und aufzuzeigen, wie diese auf unterschiedlichen räumlichen Skalen (Mikro- bis Makroformen) wirken.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung geomorphologischer Fachliteratur und geographischer Fallstudien zur isländischen Naturraumausstattung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Vulkanformen, glazialen und marinen Formungsprozessen sowie einer tiefgehenden Betrachtung der periglazialen Formungsbedingungen und -erscheinungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem periglaziale Formung, Frostmusterböden (Thúfur), Jökulhlaup, glaziale Sedimentation und die äolische Deflation als Umweltproblem.
Der Ausbruch im Jahr 1996 unter dem Vatnajökull ist ein Beispiel für einen subglazialen Vulkanismus, der durch das Schmelzen des Gletschereises zu massiven Gletscherläufen und der Bildung spezifischer Reliefstrukturen führt.
Obwohl vulkanische und glaziale Ereignisse spektakulärer sind, wirkt die periglaziale Dynamik nahezu flächendeckend und formt das gesamte eisfreie Gelände durch Frostwechselprozesse dauerhaft um.
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