Magisterarbeit, 2002
99 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Soziolinguistische Theorien
2.1 Bilinguismus
2.2 Diglossie
2.3 Sprachliche Interferenz
2.4 Sprache, Identität und Nationalismus
3 Puerto Rico
3.1 Historischer Hintergrund
3.1.1 Kolonisierung und Hispanisierung
3.1.2 Annexion durch die USA und Amerikanisierung
3.1.3 Der Estado Libre Asociado
3.2 Sprachpolitik
3.2.1 Die Amerikanisierung des Erziehungswesens
3.2.1.1 Das öffentliche Schulsystem
3.2.1.2 Die Privatschulen
3.2.2 Der gesetzliche Status der englischen und der spanischen Sprache
3.3 Die aktuelle soziolinguistische Situation
3.3.1 Die Bevölkerungsstruktur
3.3.2 Die Verteilung der beiden Sprachen in der Gesellschaft
3.3.2.1 Schule und Universität
3.3.2.2 Arbeitswelt
3.3.2.3 Massenmedien
3.3.2.4 Öffentlichkeit
3.3.2.5 Die Ergebnisse der Enqueten von 1990 und 1993
3.3.3 Das Espanglish
3.4 Die Umfrageergebnisse
3.4.1 Die Auswertung der Fragebögen
3.4.1.1 Die Spracherziehung
3.4.1.2 Die Sprachkenntnisse
3.4.1.3 Der Sprachgebrauch
3.4.1.4 Die Interferenzen im Sprachgebrauch
3.4.1.5 Die emotionale Bindung an beide Sprachen
3.4.1.6 Die eigene Nationalitätsbezeichnung
3.4.1.7 Das Interesse für puertoricanische Kulturproduktionen und die Einstellung zum Kulturkontakt
3.4.1.8 Resümee
3.4.2 Die Auswertung der Interviews
3.4.2.1 Die Sprachkenntnisse
3.4.2.2 Der Sprachgebrauch
3.4.2.3 Die Interferenzen im Sprachgebrauch
3.4.2.4 Die emotionale Bindung an beide Sprachen
3.4.2.5 Die emotionale Bindung an beide Kulturen und die Einstellung zum Kulturkontakt
3.4.2.6 Die Beurteilung des Nationalismus und die Meinung zum politischen Status der Insel
3.4.2.7 Die Bedeutung der englischen Sprache für die Puertoricaner
3.4.3 Zusammenfassende Interpretation
4 Québec
4.1 Historischer Hintergrund
4.2 Sprachgesetzgebung und soziodemographische Veränderungen im 20. Jahrhundert
4.2.1 Der Status der Frankophonen und die sprachplanerischen Aktivitäten bis 1960
4.2.2 Die Révolution tranquille
4.2.3 Die sprachpolitischen Maßnahmen in der zweiten Jahrhunderthälfte
4.3 Die aktuelle soziolinguistische Situation
4.3.1 Die Bevölkerungsstruktur
4.3.2 Die Verteilung der beiden Sprachen in der Gesellschaft
4.3.2.1 Schule und Universität
4.3.2.2 Arbeitswelt und sozioökonomischer Sektor
4.3.2.3 Massenmedien
4.3.3 Das Franglais
5 Identität und Nationalismus in Puerto Rico und Québec
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle soziolinguistische Situation in Puerto Rico und Québec vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen kolonialen Vergangenheit und der daraus resultierenden Spannung zwischen sprachlicher Identität und der Dominanz des Englischen. Ein zentrales Ziel ist es, aufzuzeigen, wie beide Minderheitennationen ihre Sprache als politisches und identitätsstiftendes Instrument zur Abgrenzung gegenüber dem anglophonen Nordamerika einsetzen.
3.3.2.1 Schule und Universität
Seit 1949 ist Spanisch in den öffentlichen Schulen Puerto Ricos wieder die alleinige Unterrichtssprache. Englisch wird als Fach unterrichtet, und zwar ab der ersten Jahrgangsstufe bis zum Abitur täglich 50 Minuten. Trotzdem weist der Grossteil der Schüler öffentlicher Schulen auch nach 12 Jahren täglichen Kontakts mit dem Englischen noch große Mängel in dieser Sprache auf. Einen im Jahre 1996 an allen öffentlichen Schulen durchgeführten Englischtest bestanden weniger als 1% der Schüler.
Eine der Hauptursachen für dieses schlechte Resultat sind die oftmals mangelhaften Englischkenntnisse der Lehrer, die infolgedessen die englische Sprache schematisch unterrichten, d.h. sie lehren den Schülern das Ausfüllen von Lückentexten, aber nicht das freie Sprechen. Die Tatsache, dass viele Lehrer Mängel in der englischen Sprache aufweisen, liegt darin begründet, dass der Beruf des Lehrers in Puerto Rico nicht mit sehr viel Prestige behaftet ist und folglich das Lehramtsstudium vielfach von Personen aufgenommen wird, die Englisch selbst lückenhaft erlernten. Diejenigen Lehrer, die über sehr gute Englischkenntnisse verfügen, bewerben sich in der Regel für die besser bezahlten Stellen in den Privatschulen.
Ein weiteres Hindernis für den Lernprozess ist die Ablehnung des Fachs Englisch durch zahlreiche Schüler, die der Meinung sind, ihnen fehle die Begabung zur Erlernung des Englischen, da es ihnen trotz des täglichen Kontakts mit dieser Sprache nicht gelingt, ein den Privatschülern ähnliches Niveau zu erlangen.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der multilingualen Gesellschaften ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der soziolinguistischen Lage von Puerto Rico und Québec.
2 Soziolinguistische Theorien: Es werden grundlegende Konzepte wie Bilinguismus, Diglossie, Sprachinterferenz sowie Theorien zum Nationalismus und zur Identitätsbildung dargestellt.
3 Puerto Rico: Dieses Kapitel analysiert detailliert die historische Entwicklung, die Sprachpolitik, die aktuelle soziolinguistische Situation sowie die Ergebnisse einer selbst durchgeführten Studie zur Sprachnutzung auf der Insel.
4 Québec: Hier wird die sprachpolitische Lage in Québec beleuchtet, insbesondere die historischen Veränderungen, die Auswirkungen der Charte de la langue française und die aktuelle Stellung des Französischen.
5 Identität und Nationalismus in Puerto Rico und Québec: Ein vergleichender Überblick über die Entwicklung kollektiver Identität und die Rolle des Nationalismus in beiden Regionen.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Gebiete zusammen und bewertet die zukünftigen Herausforderungen im Umgang mit der englischen Sprache.
Puerto Rico, Québec, Bilinguismus, Diglossie, Sprachpolitik, Sprachkontakt, Nationalismus, Identität, Soziolinguistik, Anglizismen, Espanglish, Franglais, Amerikanisierung, Sprachgebrauch, Minderheitennationen.
Die Arbeit untersucht und vergleicht die soziolinguistischen Verhältnisse in Puerto Rico und Québec im Hinblick auf ihre koloniale Vergangenheit und ihre aktuelle sprachliche Identität.
Zentral sind die Themen Sprachpolitik, das Spannungsfeld zwischen der lokalen Sprache (Spanisch bzw. Französisch) und dem Englischen sowie die Identitätsbildung durch Nationalismus.
Ziel ist es, die soziolinguistische Realität beider Minderheitennationen zu analysieren und aufzuzeigen, wie Sprache als Instrument zur Abgrenzung gegenüber dem anglophonen Nordamerika dient.
Die Autorin nutzt eine fundierte Theorieanalyse soziolinguistischer Konzepte sowie eine eigene empirische Studie, bestehend aus schriftlichen Umfragen und Interviews an Bildungseinrichtungen in Puerto Rico.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der historischen und sprachpolitischen Rahmenbedingungen beider Regionen sowie die Auswertung der Umfrageergebnisse in Puerto Rico.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Bilinguismus, Diglossie, Identität, Nationalismus, Sprachpolitik, Amerikanisierung und Sprachkontakt.
Laut der Studie sind hierfür oftmals mangelhafte Englischkenntnisse der Lehrkräfte und ein pädagogisch schematischer Unterrichtsansatz verantwortlich, der das freie Sprechen vernachlässigt.
Die Arbeit zeigt, dass der "Espanglish" zwar in der öffentlichen Diskussion präsent ist, aber strukturell keine Gefahr für das Spanische darstellt, da die Sprachen weiterhin ihre eigenen Grenzen wahren.
Sie gilt als das maßgebliche gesetzliche Instrument, das den Status des Französischen als offizielle Amtssprache in Québec festigt und die Frankophonisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen vorantreibt.
Ja, während in Québec die sprachliche und religiöse Identität historisch verwurzelt ist, spielt in Puerto Rico die politische Ambivalenz zwischen dem ELA-Status und dem Wunsch nach Identitätsbewahrung eine größere Rolle.
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