Bachelorarbeit, 2013
36 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Die Rezeption des Holocausts in der DDR
2.1. Der Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit
2.2. Der Antifaschismus in Theorie und Praxis
3. Das Medium Film im Spiegel der SED-Kulturpolitik
3.1. Das Selbstverständnis der DEFA und das Genre des Antifaschismusfilms
3.2. Frank Beyer und der DEFA-Film
4. Analyse der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte
4.1. „Nackt unter Wölfen“
4.1.1. Der Entstehungszusammenhang der Erzählung
4.1.2. Die Verfilmung durch die DEFA
4.1.3. Rezeption und Resonanz
4.2. „Jakob der Lügner“
4.2.1. Der Entstehungszusammenhang der Erzählung
4.2.2. Die Verfilmung durch die DEFA
4.2.3. Rezeption und Resonanz
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den gedenkpolitischen Kurs des DEFA-Antifaschismusfilms, indem sie analysiert, inwieweit die Werke als Instrumente der staatlichen Antifaschismuspropaganda fungierten oder Potenziale für eine aufrichtige Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit boten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie individuelle Autorenintentionen und künstlerische Freiräume mit der rigiden SED-Kulturpolitik interagierten.
4.1. „Nackt unter Wölfen“
Die Erzählung „Nackt unter Wölfen“ wird in der aktuellen Forschungsliteratur als eines der bedeutendsten Werke der DDR-Literatur und als populärster Antifaschismusfilm gehandelt. Der Plot in Roman und Verfilmung ist folgender: Im Frühjahr 1945, wenige Wochen vor dem Ende des Krieges, treffen im Konzentrationslager Buchenwald unaufhörlich neue Häftlinge ein. Unter ihnen ist verborgen in einem Koffer ein dreijähriger Junge. Die illegale Häftlingsorganisation ILK nimmt sich des jüdischen Waisenkindes an und versteckt es vor den Nazis. Dieses gelingt nur mit mäßigem Erfolg, sodass sich die SS nach und nach jedes Mitglied aus dem Kreis der „roten Kapos“ vornimmt und unter Folter das Versteck des Kindes zu erfahren versucht. Obwohl Uneinigkeit innerhalb der illegalen Organisation entsteht und die Situation schon längst die konspirative Arbeit der ILK gefährdet – nur das Vorrücken der Amerikaner hält die SS von der Liquidierung der gesamten Widerstandsgruppe ab –, bewahren sie das Kind vor der Abschiebung in ein anderes Lager, was den sicheren Tod bedeuten würde. Das Schicksal des Kindes wird hier, so Susanne Hantke in der kommentierten Neuauflage von 2012, untrennbar mit dem Schicksal der kommunistischen Widerstandsorganisation verbunden. Im bewaffneten Kampf siegt diese schließlich. Die SS flieht, woraufhin die Amerikaner auf die Häftlinge treffen, welche sich selbst befreit haben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des ideologischen Missbrauchs des Mediums Film in der DDR ein und definiert die Bachelorarbeit als Untersuchung des Antifaschismusfilms zwischen Propaganda und Vergangenheitsaufarbeitung.
2. Die Rezeption des Holocausts in der DDR: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Phasen der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der DDR und beleuchtet die Rolle des Antifaschismus als Staatskult.
3. Das Medium Film im Spiegel der SED-Kulturpolitik: Hier wird die Entwicklung der DEFA-Filmpolitik im Kontext wechselnder kulturpolitischer Strömungen und der ständigen Kontrolle durch die SED dargelegt.
4. Analyse der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte: Dieser Hauptteil vergleicht detailliert die Entstehung, Verfilmung und Rezeption von „Nackt unter Wölfen“ und „Jakob der Lügner“.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Filme trotz des engen Spielraums der Kulturpolitik individuelle Momente der Vergangenheitsbewältigung enthalten.
DEFA, Antifaschismus, Holocaust, DDR, SED-Kulturpolitik, Buchenwald, Widerstand, Frank Beyer, Nackt unter Wölfen, Jakob der Lügner, Vergangenheitsaufarbeitung, Propaganda, Bruno Apitz, Jurek Becker, Filmgeschichte
Die Arbeit untersucht den Umgang der DDR-Filmindustrie (DEFA) mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und fragt, ob die produzierten Antifaschismusfilme reine staatliche Propaganda waren oder echte Aufarbeitung darstellten.
Zentrale Themen sind die staatliche Kulturpolitik der SED, die Definition des Antifaschismus als DDR-Staatsmythos und die Analyse zweier prominenter DEFA-Filme hinsichtlich ihrer Entstehung und Resonanz.
Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen staatlicher Instrumentalisierung (Antifaschismuspropaganda) und künstlerischer Auseinandersetzung in den ausgewählten Filmen freizulegen.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur, autobiographischen Zeugnissen, zeitgenössischen Rezensionen sowie der Analyse der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichten basiert.
Der Hauptteil analysiert die Filme „Nackt unter Wölfen“ und „Jakob der Lügner“. Dabei wird jeweils die Entstehung der Romanvorlage, die Verfilmung durch die DEFA und die spätere öffentliche Aufnahme untersucht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie DEFA, Antifaschismus, DDR-Kulturpolitik, Vergangenheitsaufarbeitung, Propagandamissbrauch und die Filmanalyse von Werken wie „Jakob der Lügner“ charakterisieren.
Während „Nackt unter Wölfen“ stark durch das persönliche Erleben von Bruno Apitz im KZ Buchenwald und eine spätere ideologische Kampagne geprägt war, zeichnet sich „Jakob der Lügner“ durch einen stärkeren Bezug zu individueller Identität und eine märchenhafte Struktur aus, die sich von den gängigen Antifaschismus-Mustern entfernte.
Frank Beyer war einer der bedeutendsten Regisseure der DDR und seine Karriere spiegelt die wellenartigen kulturpolitischen Vorgaben der SED wider – von der Förderung als Antifaschismus-Regisseur bis hin zu Zensur und Verboten.
Die SED und die ihr unterstellte Zensurbehörde kontrollierten die Produktion durch die Besetzung von Leitungsposten, die inhaltliche Vorgabe von Themen und die Steuerung der öffentlichen Rezeption durch parteinahe Rezensionen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

