Examensarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Mathematisches Lernen im Kindergarten
2.1 Pädagogisch-psychologische Zielvorstellungen
2.2 Förderung der Kinder
2.3 Mathematische Denkerziehung
2.3.1 Klassifikation und Seriation
2.3.2 Grundlegung des Zahl-, Raum- und Zeitbegriffs
2.4 Probleme und notwendige Veränderungen im Vorschulbereich
2.5 Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule
2.5.1 Vorbereitung der Kinder auf die Grundschule
2.5.2 Orientierung der Schule am Kind
3. Mathematische Kompetenzen von Schulanfängern
3.1 Ältere und neuere Studien zu mathematischen Vorkenntnissen
3.2 Genauere Betrachtungen der Studien
3.2.1 Große Leistungsheterogenität bei Schulanfängern
3.2.2 Straßen- und Schulmathematik
3.2.3 Mögliche Ursachen für Leistungsunterschiede
4. Empirische Untersuchung zu mathematischen Vorerfahrungen von Vorschulkindern
4.1 Ausgangssituation im Kindergarten
4.2 Begründung und Vorstellung der Testaufgaben
4.3 Durchführung der Untersuchung
4.4 Darstellung und Auswertung der Protokollergebnisse
5. Konsequenzen für den Lehrer
5.1 Kompetenzen des Lehrers
5.2 Veränderte Rahmenbedingungen
5.3 Exemplarische Diagnoseinstrumente für den Lehrer
5.3.1 Zahlenalbum
5.3.2 25er-Quadrat
5.4 Übersicht zur Bestimmung der Lernausgangslage im mathematischen Bereich
5.5 Möglichkeiten zur Förderung von Wahrnehmungsleistungen
5.6 Möglichkeiten zur Förderung des Zahlverständnisses
6. Resultierende Möglichkeiten der Gestaltung des mathematischen Anfangsunterrichts
6.1 Traditionelle Stoffverteilung
6.2 Offene Unterrichtsgestaltung
6.2.1 Das Prinzip des aktiv-entdeckenden Lernens
6.2.2 Das Prinzip des schriftlich-reflektierenden Lernens
6.2.3 Das Prinzip des interaktiv-argumentierenden Lernens
6.3 Moderne Organisationsformen des offenen Unterrichts
6.3.1 Lernen an Stationen
6.3.2 Wochenplanarbeit
6.3.3 Freiarbeit
6.3.4 Projektunterricht
6.3.5 Anregungen für eine Mathe-Ecke
6.4 Didaktische Materialien im mathematischen Anfangsunterricht
6.4.1 Strukturierte Materialien
6.4.2 Unstrukturierte Materialien
6.4.3 Mischformen
7. Die neue Schuleingangsstufe
7.1 Entstehung und Ziele
7.2 Wichtige Merkmale der neuen Schuleingangsstufe
7.2.1 Rhythmisierung
7.2.2 Differenzierung
7.2.3 Förderdiagnostik
7.3 Lage in Thüringen
7.4 Heterogenität als Auftrag
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die mathematischen Vorerfahrungen von Vorschulkindern und analysiert deren Einfluss auf den mathematischen Anfangsunterricht. Das primäre Ziel ist es, die bestehende große Leistungsheterogenität bei Schulanfängern aufzuzeigen und Strategien für eine adaptive, schülerorientierte Unterrichtsgestaltung zu entwickeln, die individuelle Lernvoraussetzungen berücksichtigt.
3.2.3 Mögliche Ursachen für Leistungsunterschiede
Es gibt zwei Ursachenfelder für die große Leistungsheterogenität im mathematischen Anfangsunterricht. Zum einen sind es die unterschiedlichen Möglichkeiten der Kinder, in der Vorschulzeit handlungs- und kontextgebundene informelle Fähigkeiten zu entwickeln. Einige Kinder widersetzen sich schulischen Mathematiklernprozessen. Ihnen fehlen häufig Erfahrungen beim handlungsgebundenen Mathematisieren von Spiel- und Ernstsituationen. Sie sind nicht in der Lage, rechnerische Anforderungen in Sachsituationen mit Hilfe von Materialien zu bewältigen. Diesen Kindern fehlt die Ausgangsbasis für mathematische Lernprozesse. Deshalb muss die Schule ihnen Gelegenheiten anbieten, mathematische Situationen konkret durchzuspielen. Daher ist es sinnvoll den Anfangsunterricht ganzheitlich auszurichten, denn dadurch haben die Kinder die Möglichkeit, Erfahrungen nachzuholen, um so eine Basis für aufbauende Lernprozesse zu schaffen. Ganzheitlichkeit bedeutet, dass der Schüler mit allen Sinnen, mit Gefühl und Verstand lernt. Die ganzheitlichen Aufgaben müssen für die Kinder subjektiv bedeutsam sein und einen Sinn machen. Nur dann gelingen erfolgreiche Lernprozesse. Für den Anfangsunterricht bedeutet es, dass die Schüler nicht nur Repräsentanten von Zahlen sehen, sondern sie auch in die Hand nehmen. Sie sollen Zahlen fühlen, hören, tasten und sehen können. Auch das Auflösen der strengen Zahlenraumgrenzen gehört zum ganzheitlichen Lernen (vgl. Peter-Koop 1998, S.135).
Zum anderen liegt eine Ursache für Leistungsheterogenität „in dem unterschiedlich weit entwickelten Prozess der Loslösung von der Situations- und Handlungsgebundenheit und der Entwicklung abstrakter und generalisierbarer Erkenntnisse“ (Peter-Koop 1998, S. 136). Enorme Unterschiede gibt es bei den Lösungsverfahren der Kinder. Schnelle und langsame Lerner unterscheiden sich häufig darin, auf welchem Weg sie eine Lösung gefunden haben. Der Lehrer muss den langsamen Lernern helfen, anspruchsvolle Lösungsverfahren unter Nutzung von Zahlbeziehungen zu verwenden. Erst auf vielen Zwischenschritten gelingt die sogenannte fortschreitende Schematisierung, ein Lernweg von konkreten Handlungen hin zu abstrakten Lösungen. Zunächst einmal ist es wichtig, die unterschiedlichen Lösungen der Kinder zu akzeptieren, jedoch nicht auf Dauer, weil sie dann keine Chance für Lernfortschritte hätten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mathematischen Vorkenntnisse von Schulanfängern und formuliert die Aufgaben des Lehrers, diese bei der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen.
2. Mathematisches Lernen im Kindergarten: Dieses Kapitel erläutert pädagogische Zielvorstellungen und Möglichkeiten der mathematischen Denkerziehung im Vorschulalter.
3. Mathematische Kompetenzen von Schulanfängern: Es werden Studien vorgestellt, die sowohl die mathematischen Kompetenzen als auch die große Leistungsheterogenität von Schulanfängern aufzeigen.
4. Empirische Untersuchung zu mathematischen Vorerfahrungen von Vorschulkindern: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung und Ergebnisse einer eigenen Studie zu den Vorerfahrungen von Kindern in einem Kindergarten.
5. Konsequenzen für den Lehrer: Der Autor beschreibt notwendige Kompetenzen, veränderte Rahmenbedingungen und diagnostische Instrumente zur Bestimmung der Lernausgangslage.
6. Resultierende Möglichkeiten der Gestaltung des mathematischen Anfangsunterrichts: Das Kapitel diskutiert offene Unterrichtsformen, Arbeitsweisen und didaktische Materialien für den Anfangsunterricht.
7. Die neue Schuleingangsstufe: Hier werden die Ziele, Merkmale und organisatorischen Aspekte der neuen Schuleingangsstufe sowie die spezifische Situation in Thüringen behandelt.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der Heterogenität und die Notwendigkeit, Kindern einen erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen.
Mathematischer Anfangsunterricht, Vorkenntnisse, Schulanfänger, Leistungsheterogenität, Vorschulkind, Denkerziehung, Diagnostik, Offener Unterricht, Schuleingangsstufe, Zahlverständnis, Fördermöglichkeiten, Didaktische Materialien, Ganzheitliches Lernen, Kompetenzentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit den mathematischen Vorkenntnissen, die Kinder bereits vor der Einschulung besitzen, und wie diese die Gestaltung des mathematischen Anfangsunterrichts in der Grundschule beeinflussen sollten.
Zu den Schwerpunkten zählen das mathematische Lernen im Kindergarten, die Analyse der mathematischen Kompetenzen von Schulanfängern, eine eigene empirische Untersuchung, didaktische Konsequenzen für Lehrkräfte sowie moderne Konzepte wie die Schuleingangsstufe.
Das Hauptziel ist es, die These hoher mathematischer Vorerfahrungen bei Kindern zu belegen und gleichzeitig auf die enorme Leistungsheterogenität am Schulanfang hinzuweisen, um daraus Notwendigkeiten für eine adaptive und differenzierte Unterrichtsgestaltung abzuleiten.
Der Autor führt eine empirische Untersuchung durch, bei der 21 Vorschulkinder mittels einer Kombination aus Fragebogen und Interview zu verschiedenen mathematischen Bereichen (z.B. Zählen, Mengenvergleiche, Lagebegriffe) getestet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu mathematischen Lernprozessen, die Auswertung der empirischen Ergebnisse sowie eine ausführliche Darstellung didaktischer Prinzipien und Materialien (z.B. Zahlenalbum, 25er-Quadrat) für einen offenen Anfangsunterricht.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Leistungsheterogenität, mathematischer Anfangsunterricht, Vorerfahrungen, Diagnostik, offene Unterrichtsgestaltung und Schuleingangsstufe.
Das Zahlenalbum dient als Instrument, um das individuelle Vorwissen der Kinder zu erfassen, deren Stärken und Schwächen zu dokumentieren und ihnen Raum für kreative Auseinandersetzung mit Zahlen zu geben, ohne sie durch ein starres Curriculum zu unterdrücken.
Der Autor sieht in der Schuleingangsstufe einen richtigen Weg, um auf die unterschiedlichen Ausgangslagen der Schulanfänger zu reagieren, da dort auf Eignungstests verzichtet und Heterogenität als pädagogische Herausforderung und Chance begriffen wird.
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