Masterarbeit, 2015
101 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Sauerstofftransport und Physiologie der Zelle
1.2. Diffusion
1.3. Grundlagen zur Sauerstoffmessung
2. Material und allgemeine Methoden
2.1. Messprinzip OPAL
2.2. Materiallisten
2.3. Aufbau technisches Equipment
2.4. Bedienung OPAL und Software
2.5. Zellkultur
3. Experimente
3.1. Zuverlässigkeit dampfsterilisierter Beads
3.1.1. Versuchsdurchführung und Auswertung
3.1.2. Ergebnisse
3.1.3. Diskussion
3.2. Temperaturfaktoren
3.2.1. Versuchsdurchführung und Auswertung
3.2.2. Ergebnisse
3.2.3. Diskussion
3.3. Fehler durch Temperaturgradienten
3.3.1. Versuchsdurchführung und Auswertung
3.3.2. Ergebnisse
3.3.3. Diskussion
3.4. Entwicklung eines Protokolls zur Kalibrierung
3.4.1. Relevante Faktoren für eine Kalibrierung
3.4.2. Mögliche Durchführungsweisen
3.5. Beadhandhabung
3.6. Sauerstoffgehalt in Kanalslides mit Zellen
3.6.1.Versuchsdurchführung und Auswertung
3.6.2. Ergebnisse
3.6.3. Diskussion
3.7. Zellinduzierter Sauerstoffgradient im Kanal
3.7.1. Versuchsdurchführung und Auswertung
3.7.1.1. Betrachtung des Fehlers durch Verdunstung
3.7.1.2. Auswertung
3.7.2. Ergebnisse
3.7.3. Diskussion
3.8. Vertikaler Sauerstoffgradient im Töpfchen
3.8.1. Versuchsdurchführung und Auswertung
3.8.1.1.Betrachtung der Fehler
3.8.1.2.Auswertung
3.8.2. Ergebnisse
3.8.3. Diskussion
4. Abschätzung des Sauerstoffkonsums pro Zelle
4.1.Modell und Gleichungen
4.2.Ergebnis
4.3.Diskussion
5. Fazit
6. Referenzen
Die Arbeit zielt darauf ab, ein System zur optischen, kontinuierlichen Sauerstoffmessung in in vitro Zellkulturen zu etablieren und zu validieren. Es soll die Machbarkeit untersucht werden, mithilfe phosphoreszierender Beads diffusionslimitierte Sauerstoffkonzentrationen in lebenden Zellkulturen orts- und zeitaufgelöst zu bestimmen, um den metabolischen Zustand von Zellen unter verschiedenen Umgebungsbedingungen präzise zu erfassen.
1. Einleitung
In vivo Studien sind sich darin einig, dass die Sauerstoffkonzentration im Gewebe zwischen 5 und 50 mmHg (0.67 und 6.7 kPa) liegen (Wion, 2009; Tsai, 2010). Das ist mehr als eine Größenordnung geringer als der Partialdruck von Sauerstoff in der Atmosphäre (160 mmHg oder 21 kPa). Schon 1976 untersuchte Balin die Auswirkung von Sauerstoff auf Wachstum und Zellmetabolismus von WI-38 Zellen. Er beobachtete die kürzeste Proliferationszeit bei 44 mmHg (5.9 kPa). Lange schon ist bekannt, dass zu viel Sauerstoff sogar toxisch auf Zellen wirkt (Balin, 1978 und 2002; Haugaard, 1968). Zudem wird diskutiert ob Sauerstoffmangel in Tumoren die Metastasenbildung fördert (Chaudary, 2007). Neuronale Stammzellen bilden in einer Umgebung mit 15.2 bis 38 mmHg (2 bis 5 kPa) Neurosphäre statt TH-positive Neuronen (Zhang, 2011). In Hypoxieversuchen wäre eine Auflösung im Bereich unter 0.1 bis 1 kPa gefragt (Ebbesen, 2004).
Dies macht deutlich, dass es für die physiologische Relevanz von in vitro Zellversuchen existentiell wichtig ist, die Sauerstoffkonzentration exakt zu kontrollieren. Auf Grund von mangelnden geeigneten Methoden wird dies oftmals ganz unterlassen (Toussaint, 2011). Häufig wird auch der Sauerstoff außerhalb der Probe kontrolliert und angenommen, dass in der Probe die gleichen Bedingungen herrschen. Dies ist aber falsch, wie auch in Kapitel 3.6 dieser Arbeit gezeigt werden kann. Zellen sind Sauerstoffverbraucher, was dazu führt das die Geometrie und die Materialeigenschaften die Nachdiffusion von Sauerstoff und somit die Konzentration in der Probe bestimmen.
1. Einleitung: Beschreibt die physiologische Bedeutung der Sauerstoffkonzentration für Zellen und die Limitationen gängiger Messmethoden.
2. Material und allgemeine Methoden: Erläutert das Messprinzip auf Basis von Phosphoreszenz-löschung, das verwendete Equipment sowie die Kultivierung der Rat-1 Zellen.
3. Experimente: Dokumentiert die Validierung der dampfsterilisierten Beads, die Bestimmung von Temperaturfaktoren und die Durchführung verschiedener Langzeitmessungen von Sauerstoffgradienten in Zellkulturen.
4. Abschätzung des Sauerstoffkonsums pro Zelle: Nutzt die experimentellen Daten, um mittels Diffusionsmodell den metabolischen Sauerstoffverbrauch der Zellen pro Zeiteinheit quantitativ abzuschätzen.
5. Fazit: Fasst die Eignung des Messsystems zusammen und diskutiert notwendige Optimierungen für zukünftige Zellkulturexperimente.
6. Referenzen: Listet die für die Arbeit verwendete wissenschaftliche Literatur auf.
Sauerstoffmessung, Zellkultur, Phosphoreszenzlöschung, Diffusionsgradienten, Zellmetabolismus, Mikroskopie, in vitro, Mikro-Beads, Rat-1 Zellen, Sauerstoffpartialdruck, Biologie, Physiologie, Sensorik, Langzeitexperimente
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Etablierung einer optischen Methode zur Messung von Sauerstoffkonzentrationen in Zellkulturen, um die Sauerstoffversorgung von Zellen unter experimentellen Bedingungen direkt beobachten zu können.
Die Arbeit verknüpft Zellbiologie mit physikalischen Messmethoden, insbesondere der Fluoreszenz-/Phosphoreszenz-Sensorik, und befasst sich mit Stofftransportprozessen wie der Diffusion.
Das Ziel ist die Anpassung und Validierung eines Systems auf Basis phosphoreszierender Beads für in vitro Zellkulturstudien, um diffusionslimitierte Sauerstoffkonzentrationen präzise zu messen.
Es wird die Methode der Phosphoreszenzlöschung (quenching) eingesetzt, bei der die Abklingzeit von Sensorfarbstoffen in Abhängigkeit von der Sauerstoffkonzentration gemessen wird.
Im Hauptteil werden methodische Tests zur Sterilisation und Kalibrierung der Sensoren sowie diverse Experimente zu Sauerstoffgradienten in verschiedenen Kulturgefäßen mit unterschiedlichen Zellkonzentrationen durchgeführt.
Zellkultur, Sauerstoffmessung, Phosphoreszenz, Diffusion, Metabolismus, in vitro, Sensorik.
Das Autoklavieren ist eine Standardmethode zur Sterilisation, es besteht jedoch das Risiko, dass die thermische Belastung die Sensoreigenschaften der Beads (wie die Lichtintensität oder die Sensitivität gegenüber Sauerstoff) verändert, was eine Neukalibrierung erforderlich macht.
Höhere Zellkonzentrationen führen zu einem schnelleren und stärkeren Abfall der Sauerstoffkonzentration in der Umgebung, da die Zellen aktiv Sauerstoff für ihre Lebensprozesse verbrauchen.
Unterschiedliche Geometrien wie Kanalslides oder Töpfe beeinflussen die Sauerstoffdiffusion und damit die räumliche und zeitliche Verteilung des Sauerstoffs, was direkte Auswirkungen auf die Bedingungen hat, unter denen die Zellen wachsen.
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