Examensarbeit, 2004
77 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Zum Verständnis von Kindheit
2.1 Theoretische Grundlagen der Sozialisationsforschung
2.2 Zum Begriff ’Kindheit’
2.3 Zusammenfassung
3 Gesellschaft im Wandel
3.1 Das Individualisierungsmodell nach Beck
3.2 Enttraditionalisierung und Individualisierung
3.3 Institutionalisierung von Biographiemustern
3.4 Zusammenfassung und Ergänzungen
4 Lebenswelten von Kindern im Wandel – die „äußere Realität“
4.1 Theoretische Grundlagen - Der sozialökologische Ansatz -
4.2 Das Modell der vier sozialökologischen Zonen
4.3 Fünf Ebenen des Wandels kindlicher Lebenswelten
4.3.1 Familiale Ebene
4.3.2 Ebene des Konsums
4.3.3 Mediale Ebene
4.3.4 Ebene der Erziehung
4.3.5 Ebene kindlicher Lebensräume (Exkurs zur Zeitdimension)
5 Bewegungswelten im Wandel
5.1 Der Bewegungsalltag in den 50er Jahren
5.2 Sportzugang heute: „Versportung des Kinderalltags“
5.3 Ausschnitte informeller Bewegungswelten
5.4 Zusammenfassende Betrachtungen und erste Schlussfolgerungen
5.5 Ein Vergleich mit zwei aktuellen empirischen Untersuchungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Veränderungsprozesse in der Lebensführung und dem Bewegungshandeln von Kindern seit den 1950er Jahren bis zur Gegenwart. Im Fokus steht die Frage, wie sich gesellschaftliche Modernisierungen auf die kindliche Persönlichkeitsentwicklung auswirken und welche Bedeutung informelle sowie institutionalisierte Bewegungskulturen für die heutige Kindheit haben.
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Veränderungsprozessen in der alltäglichen Lebensführung von Kindern seit den 50er Jahren bis in die Gegenwart. Hierbei wird dem Lebensweltbegriff im Rahmen eines sozialökologischen Ansatzes in Anlehnung an Baacke (1998) eine große Bedeutung beigemessen, da er die konkrete Lebenswirklichkeit der Kinder einbezieht.
Innerhalb dieses Lebensweltkonzepts richtet sich der Blick insbesondere auf das alltägliche Bewegungshandeln in der Lebensphase Kindheit, wobei dem Begriff der kindlichen Bewegungswelt eine zentrale Bedeutung zugewiesen wird. Es wird danach gefragt, welchen Aktivitäten Kindern nachgehen, an welchen Orten sie welchen Aktivitäten nachgehen und mit wem sie welche Aktivitäten betreiben. In diesem Zusammenhang interessieren vor allem kindliche Bewegungs-, Spiel- und Sportaktivitäten in Bezug auf die Lebensverhältnisse der Kinder.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darlegung der Forschungsfragen sowie Erläuterung des sozialökologischen Ansatzes als theoretischer Rahmen.
2 Zum Verständnis von Kindheit: Klärung der Begriffe Persönlichkeit und Sozialisation sowie historischer Diskurs über verschiedene Kindheitsbilder.
3 Gesellschaft im Wandel: Analyse der gesellschaftlichen Transformation durch das Individualisierungsmodell von Beck und Entstehung der Risikogesellschaft.
4 Lebenswelten von Kindern im Wandel – die „äußere Realität“: Untersuchung der kindlichen Lebenswelt auf fünf verschiedenen Ebenen unter Anwendung des sozialökologischen Zonenmodells.
5 Bewegungswelten im Wandel: Kontrastierung des Bewegungsalltags in den 1950ern mit heutigen Trends wie der Versportung und informellen Bewegungskulturen unter Einbezug aktueller Studien.
Kindheit, Sozialisation, Individualisierung, Lebenswelt, Bewegungswelt, Sportzugang, Versportung, Kindheitsforschung, Sozialökologischer Ansatz, Medienkonsum, Straßenspiel, Persönlichkeitsentwicklung, Risikogesellschaft, Institutionen, Biographiemuster.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Lebens- und Bewegungswelten von Kindern seit den 1950er Jahren bis heute verändert haben und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die kindliche Persönlichkeitsentwicklung haben.
Die Schwerpunkte liegen auf dem gesellschaftlichen Wandel, den veränderten kindlichen Lebensbedingungen in Familie, Medien und Freizeit sowie der Transformation des kindlichen Spiel- und Bewegungsverhaltens.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen modernen gesellschaftlichen Strukturen (wie Individualisierung) und den alltäglichen Erfahrungsräumen von Kindern zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob moderne Kindheit durch Bewegungsarmut und Verlust von Eigenständigkeit gekennzeichnet ist.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse basierend auf dem sozialökologischen Ansatz (nach Baacke und Zeiher/Zeiher) und vergleicht diese theoretischen Erkenntnisse mit Ergebnissen aktueller empirischer Untersuchungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Analyse des gesellschaftlichen Wandels, die Untersuchung der kindlichen Lebenswelten (Ebenen der Familie, des Konsums, der Medien und der Lebensräume) sowie die spezifische Betrachtung der Bewegungswelten im Wandel.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kindheit, Sozialisation, Individualisierung, Versportung, Lebenswelt und Risikogesellschaft definieren.
Verhäuslichung beschreibt den Trend, dass kindliche Handlungsräume zunehmend von öffentlichen Außenräumen (wie der Straße) in geschützte, kontrollierte Binnenräume (Wohnung, Sportverein) verlagert wurden.
Dieser Begriff beschreibt die Tendenz, dass das kindliche Bedürfnis nach Bewegung und Spiel zunehmend in organisierte, institutionelle oder kommerzielle Bahnen gelenkt wird, statt in eigenständigen, informellen Kontexten stattzufinden.
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