Bachelorarbeit, 2013
50 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Der Haushalt der Europäischen Union
2.1 Die Ausgestaltung der europäischen Finanzen
2.1.1 Entwicklung der europäischen Finanzordnung
2.1.2 Zusammensetzung des aktuellen EU-Haushaltes
2.2 Der Prozess der Haushaltsfestlegung in der Europäischen Union
2.2.1 Am Haushaltsprozess beteiligte Institutionen
2.2.2 Der Prozessablauf der Haushaltsbestimmung
3 Herausforderungen bei der Festlegung des EU-Haushalts
3.1 Analyse bestehender Delegationsbeziehungen vor dem Hintergrund der Prinzipal-Agenten Theorie
3.1.1 Thematische Einordnung der Prinzipal-Agenten Theorie und Ausarbeitung vorhandener Delegationsbeziehungen
3.1.2 Analyse der Delegationsbeziehung von Souverän zur EU-Politik
3.1.3 Analyse der Delegationsbeziehungen im institutionellen Geflecht der EU
3.2 Analyse der Effizienz in der Ressourcenverwendung anhand der Public Choice Theorie
3.2.1 Die Ökonomische Theorie der Bürokratie
3.2.2 Die Ökonomische Theorie der Politik
4 Beurteilung der Festlegung des EU-Haushalts aus institutionenökonomischer Sicht
4.1 Stärken und Schwächen des aktuellen Prozesses
4.2 Handlungsoptionen
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer institutionenökonomischen Perspektive, inwieweit die Festlegung des EU-Haushalts den Interessen der europäischen Bevölkerung dient und ob eine effiziente Allokation öffentlicher Güter unter den gegebenen institutionellen Bedingungen erreicht werden kann.
3.1.2 Analyse der Delegationsbeziehung von Souverän zur EU-Politik
Die Delegationsbeziehung zwischen Wähler und Politikern besteht aufgrund der gesellschaftlichen Notwendigkeit komplexer politischer Entscheidungen, welche von demokratisch legitimiertem und spezialisiertem Personal getroffen werden.
Einer der vielseitigen Informationsvorteile der Politik besteht vor dem Hintergrund der PAT in Form der sogenannten hidden characteristics. Diese stellen Informationsasymmetrien dar, welche bereits vor Beginn der Vertragsbeziehung (ex-ante) bestehen. Dem Prinzipal fehlen in diesem Fall Informationen über entscheidungsrelevante Eigenschaften des Agenten und er sieht sich auch nicht in der Lage, diese noch vor Vertragsabschluss erhalten zu können.
So hat der Wähler vor Abgabe seiner Stimme kaum Informationen über die Arbeitsweise, Qualifikation oder Absichten des ihn zukünftig im EP vertretenden Abgeordneten. In Bezug auf die indirekte Legitimierung der Mitglieder des Rates, im Rahmen von nationalen Parlamentswahlen, besteht zudem Unsicherheit bezüglich deren Einstellung zum schreitenden Prozess der Europäischen Integration im Spannungsfeld mit nationalstaatlichen, evtl. gegenläufigen Interessen. Besonders die Aufstellung des mehrjährigen Finanzrahmens mit entsprechenden Konsequenzen für die nationalen Haushalte stellt die widersprüchliche Interessenslage der Mitglieder des Ministerrates vor die Herausforderung eines Zielkonfliktes.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des EU-Haushalts ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der optimalen Allokation öffentlicher Güter.
2 Der Haushalt der Europäischen Union: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Finanzordnung sowie die aktuelle Zusammensetzung und den formalen Prozess der Haushaltsfestlegung.
3 Herausforderungen bei der Festlegung des EU-Haushalts: Hier werden mittels Prinzipal-Agenten-Theorie und Public Choice Theorie die strukturellen Defizite und Anreizprobleme innerhalb der EU-Institutionen analysiert.
4 Beurteilung der Festlegung des EU-Haushalts aus institutionenökonomischer Sicht: In diesem Teil werden die Stärken und Schwächen des bestehenden Prozesses bewertet und mögliche Reformwege aufgezeigt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die institutionenökonomische Analyse zusammen und schlussfolgert, dass nationale Interessen oft die effiziente EU-weite Wohlfahrtsmaximierung behindern.
EU-Haushalt, Institutionenökonomik, Prinzipal-Agenten-Theorie, Public Choice Theorie, Informationsasymmetrie, Agency-Kosten, Wohlfahrtsmaximum, Ressourcenallokation, Haushaltsfestlegung, Interessenskonflikte, Politische Ökonomie, Mehrebenensystem, Delegation, Budgetmaximierung, Reformoptionen.
Die Arbeit analysiert die Prozesse zur Festlegung des EU-Haushalts aus der Sicht der Institutionenökonomik, um zu verstehen, wie Entscheidungen getroffen werden und ob diese effizient sind.
Im Fokus stehen die Delegationsbeziehungen zwischen Wählern, Politikern und der Bürokratie sowie die Effizienz der Ressourcenverwendung innerhalb der Europäischen Union.
Die Untersuchung fragt danach, inwieweit die Festlegung des EU-Haushalts tatsächlich dem Wohl der gesamten europäischen Bevölkerung dient und welche institutionellen Hürden dabei bestehen.
Der Autor nutzt vorrangig die Prinzipal-Agenten-Theorie sowie den Public-Choice-Ansatz, um politisches Handeln und institutionelle Anreizstrukturen ökonomisch zu deuten.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Informationsasymmetrien (wie adverse selection und moral hazard) und der Rolle nationalstaatlicher Interessen bei der Budgetplanung.
Wesentliche Begriffe sind Agency-Kosten, hidden characteristics, rent-seeking, pork-barrel-Projekte und das Ziel der effizienten Allokation öffentlicher Güter.
Die Arbeit argumentiert, dass EU-Behörden Anreize haben könnten, ihr Budget zu maximieren, um eigenen Einfluss und Ressourcen zu vergrößern, anstatt rein dem Wohl der EU-Bürger zu folgen.
Es wird erläutert, wie regional konzentrierte Ausgabenpakete genutzt werden, um nationale Wähler zu gewinnen, was jedoch zu Lasten einer gesamt-europäisch optimalen Mittelverwendung gehen kann.
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