Magisterarbeit, 2004
99 Seiten, Note: sehr gut (16/20)
Einleitung
1. Zweig und seine Epoche
1.1. Anstelle einer Biographie - Bemerkungen zu Zweigs Werken und zur Zweigforschung
1.2. Die Welt von „vorgestern“: Stefan Zweig und seine Epoche
1.3. Über Stefan Zweigs Persönlichkeit
2. Auswahl der Novellen
2.1. Die Gattung Novelle
2.2. Die Thematik der Leidenschaft in Stefan Zweigs Novellen
2.3. Begründung der Auswahl der Novellen
3. Die Novellen im Einzelnen
3.1. Leidenschaft bis in „meta - physische“ Sphären: Der Stern über dem Walde
3.1.1.Der Rausch des Dieners François
3.1.2. Bedrängnis der Gräfin und Vereinigung
3.2. Leidenschaft als Auslöser von pathologischen Anwandlungen: Leporella
3.2.1. Crescenz
3.2.2. Die Wandlung
3.2.3. Symbiose
3.2.4. Anfang vom Ende
3.3. Leidenschaft als unkontrollierbare Macht: Der Amokläufer
3.3.1. Einstimmung
3.3.2. Der Arzt und sein Pathologie
3.3.3. Der Reisende
3.4. Leidenschaft und gesellschaftliches Tabu: Verwirrung der Gefühle
3.4.1. Einleitung
3.4.2. Roland – „Resonanz seines Wesens“
3.4.3. Der Lehrer – Stimme und Schatten
3.4.4. Die Frau - nur ein Schatten
3.4.5. Der Kuss – die Erlösung
4. Zusammenfassung: Gemeinsamkeiten der Novelle
4.1. Thematik, Stil und Leserreaktion
4.2. Schauplätze, Natur, Atmosphäre
4.3. Einbruch der Leidenschaft, Höhen und Tiefen, das Ende
4.4. Erotik, Leidenschaft und Hörigkeit
4.5. Das „Es“ und das „Über-Ich“
Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Leidenschaft in vier ausgewählten Novellen von Stefan Zweig. Dabei liegt der Fokus auf der psychologischen Analyse der Protagonisten, deren Konflikten zwischen Geist und Trieb sowie dem Einfluss der Psychoanalyse auf Zweigs Schaffen.
Die Auswahl der Novellen
Wie schon in der Einleitung angesprochen erklärt sich die Auswahl der vier Novellen nicht nur aus einer gewissen persönlichen Vorliebe, sondern durch ihre Vielfalt, bezüglich der Charaktere und der Thematik.
Der Stern über dem Walde ist eine von Zweigs ganz frühen Novellen, denn sie entstand schon im Sommer 1903, als Zweig gerade 22 Jahre alt war. Sie ist auch mit ihren 17 Seiten die kürzeste, was aber nichts von ihrer Intensität nimmt.
Vielleicht ist es gerade das jugendlich schwärmerische Moment welches Zweig als Selbstkritik zwar im Nachhinein „gefühlvoll und viel zu kunstvoll“ wertet, was hier interessant ist.
Zweig beschreibt das Verliebtsein eines jungen Mannes, als einen Rausch ähnlichen Zustand voller Sinnlichkeit, aber ohne körperliches Verlangen, sei es aus Scham, weil man in dieser Zeit noch nicht offen über das Thema redete, oder aus Unerfahrenheit. Viele Elemente aus der Dekadenzzeit, sowohl inhaltlich, als auch stilistisch treten hier zum Vorschein. Die Eleganz und der Stil des Kellners und des Dekors stehen im völligen Gegensatz zur zweiten Novelle: Der Amokläufer, viele Jahre später entstanden, nämlich 1922.
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Faszination für das Leidenschaftsthema bei Stefan Zweig und skizziert den psychoanalytischen Ansatz der Untersuchung.
1. Zweig und seine Epoche: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss des Zeitgeistes, der Dekadenz und der Psychoanalyse auf die Persönlichkeit und das Werk von Stefan Zweig.
2. Auswahl der Novellen: Hier wird begründet, warum sich die Gattung Novelle besonders für die psychologische Analyse von Leidenschaft eignet und wie Zweig das Thema in seinen Zyklen behandelt.
3. Die Novellen im Einzelnen: Eine detaillierte Analyse der vier ausgewählten Novellen mit Fokus auf Figurenkonstellationen, Motiven und seelischen Konflikten.
4. Zusammenfassung: Gemeinsamkeiten der Novelle: In diesem abschließenden Teil werden die übergreifenden Themen wie Stil, Atmosphäre und das Zusammenspiel von Psyche und Leidenschaft synthetisiert.
Stefan Zweig, Leidenschaft, Novellen, Psychoanalyse, Dekadenz, Eros, Thanatos, Psychologie, Gesellschaftskritik, Unterbewusstsein, Trieb, Hörigkeit, Schicksal, Literatur, Erotik.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Leidenschaft in ausgewählten Novellen von Stefan Zweig und untersucht, wie diese als psychologische Urkraft das Leben der Protagonisten bestimmt.
Zentrale Themen sind die Psychoanalyse Freuds, der Einfluss der Literaturepoche der Dekadenz, gesellschaftliche Tabus und die Auswirkungen von verdrängten Trieben.
Ziel ist es, die Ausdrucksformen von Leidenschaft sowie deren Wirkung auf das Schicksal der Protagonisten unter Berücksichtigung von psychologischen Aspekten zu ergründen.
Die Autorin wendet eine eher psychologische Analyse an, um die individuellen Konflikte der Charaktere zu durchleuchten, während die chronologische Untersuchung des Geschehens zugunsten der inhaltlichen Tiefe reduziert wird.
Der Hauptteil widmet sich einer eingehenden Interpretation der vier Novellen "Der Stern über dem Walde", "Leporella", "Der Amokläufer" und "Verwirrung der Gefühle".
Leidenschaft, Psychoanalyse, Schicksal, Verdrängung, Erotik, Dekadenz, menschliche Psyche, Triebhaftigkeit.
Die Arbeit nutzt Freuds Konzepte von "Es", "Über-Ich" und "Sublimierung", um das menschliche Verhalten und die inneren Zwiespalte der von Zweig beschriebenen Charaktere zu erklären.
Der Amokläufer unterscheidet sich durch seine drastische, krasse Atmosphäre und den extremen Wortschatz, der die hässlichen und brutalen Triebe unter der Oberfläche der gesellschaftlichen Fassade freilegt.
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