Bachelorarbeit, 2014
44 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Die Idee des Physikalismus
2.1 Die klassische Identitätstheorie
2.2 Der klassische Funktionalismus
2.3 Physikalismus als Lösung für das Bewusstseinsproblem?
3 Probleme für den Physikalismus
3.1 Frank Jacksons Argument des unvollständigen Wissens
3.2 Konsequenzen für den Physikalismus
4 Michael Tyes Repräsentationalismus
4.1 Wahrnehmungen und Empfindungen als sensorische Repräsentation
4.2 Phänomenaler Charakter als Inhalt der sensorischen Repräsentation
4.3 Marys Wissen als feinkörnige Tatsache
4.4 Konsequenzen für das Argument des unvollständigen Wissens
5 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die philosophische Kernfrage, ob der phänomenale Charakter von Wahrnehmungen und Empfindungen – das sogenannte "Qualia"-Problem – eine prinzipielle Widerlegung des Physikalismus darstellt. Dabei wird analysiert, inwiefern mentale Zustände vollständig auf physikalische Prozesse reduziert werden können.
3.1 Frank Jacksons Argument des unvollständigen Wissens
Frank Cameron Jackson formuliert in seinem 1982 erschienen Aufsatz „Epiphenomenal Qualia“ einen epistemischen Einwand gegen den Physikalismus. Sein Argument lautet, dass es Wissen über Wahrnehmungs- und Empfindungszustände gibt, bei dem es sich nicht um physikalisches Wissen handelt. Wäre der Zeitpunkt, dass die Wissenschaft alle Bewusstseinszustände eines Menschen mit einem eindeutigen Gehirnzustand identifizieren könnte gekommen, also angenommen: Es handle sich bei jedem Bewusstseinszustand eindeutig um einen physischen Zustand. Der Ausdruck des Bewusstseins würde weiterhin verwendet werden, doch jeder der ihn benutzt, wüsste – aufgrund einer anerkannten wissenschaftlichen Theorie – dass es sich in Wirklichkeit nicht um einen immateriellen oder rein psychischen Zustand handelt. Es wäre damit jede physikalische Information, die über das Bewusstsein und damit auch über das Erleben von Wahrnehmungs- und Empfindungszuständen gesagt werden könnte, vorhanden. Das physikalistische Weltbild hätte sich somit durchgesetzt. Doch ist damit wirklich alles Wissen, das es über alle Bewusstseinszustände zu sagen gibt, vorhanden? An dieser Stelle soll Jacksons Argument des unvollständigen Wissens bemüht werden um zu zeigen, dass es etwas in Bezug auf das Wahrnehmen und Empfinden gibt, das nicht mit physikalischem Wissen erklärt werden kann.
1 Einleitung: Einführung in das Leib-Seele-Problem und die Grundannahmen des Physikalismus.
2 Die Idee des Physikalismus: Darstellung der Identitätstheorie und des Funktionalismus als physikalistische Erklärungsmodelle.
2.1 Die klassische Identitätstheorie: Analyse der These, dass Bewusstseinszustände mit Gehirnzuständen identisch sind.
2.2 Der klassische Funktionalismus: Untersuchung funktionaler Rollen als alternative Erklärung für mentale Zustände.
2.3 Physikalismus als Lösung für das Bewusstseinsproblem?: Zusammenfassende Betrachtung der physikalistischen Grundidee als plausibles Weltbild.
3 Probleme für den Physikalismus: Darstellung der Einwände gegen eine rein physikalistische Deutung mentaler Zustände.
3.1 Frank Jacksons Argument des unvollständigen Wissens: Vorstellung der Gedankenexperimente (Fred und Mary) gegen die Vollständigkeit des Physikalismus.
3.2 Konsequenzen für den Physikalismus: Diskussion der Tragweite von Jacksons Argument für alle Varianten des Physikalismus.
4 Michael Tyes Repräsentationalismus: Einführung des Repräsentationalismus als moderne Antwort auf das Qualia-Problem.
4.1 Wahrnehmungen und Empfindungen als sensorische Repräsentation: Erklärung der Wahrnehmung als Repräsentation physikalischer Ereignisse.
4.2 Phänomenaler Charakter als Inhalt der sensorischen Repräsentation: Erläuterung, wie phänomenaler Inhalt durch sensorische Module entsteht.
4.3 Marys Wissen als feinkörnige Tatsache: Auflösung des Mary-Arguments durch die Unterscheidung von feinkörnigen und grobkörnigen Tatsachen.
4.4 Konsequenzen für das Argument des unvollständigen Wissens: Fazit zur Wirksamkeit des Repräsentationalismus gegen Jacksons Einwand.
5 Schlussbemerkung: Resümee über den Stand der Diskussion zur ontologischen Natur des Geistes.
Physikalismus, Bewusstsein, Qualia, Identitätstheorie, Funktionalismus, Repräsentationalismus, Frank Jackson, Mary-Argument, phänomenaler Charakter, sensorische Repräsentation, PANIC-Theorie, feinkörnige Tatsachen, Leib-Seele-Problem, kognitives System, Mentale Zustände
Die Arbeit untersucht die Frage, ob der Physikalismus – die Annahme, dass alles Wirkliche physischer Natur ist – den "phänomenalen Charakter" unserer bewussten Wahrnehmungen und Empfindungen (Qualia) erfolgreich erklären kann.
Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie des Geistes, insbesondere mit den physikalistischen Positionen der Identitätstheorie und des Funktionalismus sowie deren Abgrenzung und Auseinandersetzung mit dem Repräsentationalismus nach Michael Tye.
Das Ziel ist zu prüfen, ob Frank Jacksons "Argument des unvollständigen Wissens" ein unüberwindbares Problem für den Physikalismus darstellt oder ob repräsentationalistische Ansätze dieses Argument entkräften können.
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die auf der kritischen Erörterung klassischer und moderner philosophischer Texte, Gedankenexperimenten (wie dem Mary-Fall) und der Gegenüberstellung unterschiedlicher Theorieansätze basiert.
Der Hauptteil analysiert die Schwächen der Identitätstheorie und des Funktionalismus, stellt Jacksons Einwand vor und untersucht eingehend Michael Tyes PANIC-Theorie als wissenschaftlich fundierten Lösungsansatz.
Zentrale Begriffe sind Physikalismus, Qualia, phänomenaler Charakter, Repräsentationalismus, feinkörnige Tatsachen und das Leib-Seele-Problem.
Tye argumentiert, dass phänomenale Zustände nichts anderes als sensorische Repräsentationen sind. Der phänomenale Charakter wird dabei nicht als immaterielle Eigenschaft hinzugefügt, sondern als Repräsentationsinhalt begriffen, der für die kognitive Weiterverarbeitung bereitsteht.
Die Arbeit folgt Tyes Ansatz, dass Mary nach ihrem Austritt aus dem schwarz-weißen Raum zwar eine neue "feinkörnige Tatsache" (den Zugang zur Erfahrung) erwirbt, dies jedoch keine Widerlegung des Physikalismus ist, da sie nur eine ihr bereits bekannte grobkörnige Tatsache unter einer neuen Perspektive erfährt.
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