Bachelorarbeit, 2014
65 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Phänomen Serienmord: Allgemeines und Definition
3. Multifaktorielle Entwicklung zum Serienmörder
3.1 Sozialisation
3.2 Bindung und Beziehung
3.2.1 Bindungsphasen
3.2.2 Bindungsmuster
3.2.3 Bindungsstörungen
3.2.3.1 Bindungserfahrungen und Persönlichkeitsstörungen
3.2.3.2 Bindungserfahrungen und Gewaltdelinquenz
3.3 Identitäts- und Sexualitätsentwicklung
3.4 Paraphilien
3.4.1 Sodomie
3.4.2 Pädosexualität
3.4.3 Sadismus
3.4.4 Sexualmord
3.5 Serienmord und Antisoziale Persönlichkeitsstörung
3.5.1 Die antisoziale Persönlichkeitsstörung
3.5.2 Die antisoziale Persönlichkeitsstörung und Straftäter
4. Serienmörder
4.1 Situations- und Persönlichkeitstäter
4.2 Tatmotivierende risikorelevante Problembereiche
4.3 Zur kriminogenen Dynamik von Hoch-Risiko-Phantasien
4.4 Implizite Theorien und ihre tatmotivierende Bedeutung
4.5 Psychische Verlaufsphasen zu sexualpathologischen Tötungsdelikten
5. Fallbeispiel Frank Schmökel
5.1 Kurzbiographie und kriminogene Dynamik
5.2 Persönlichkeitsanalyse
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Hintergründe, die zur Entwicklung eines Serienmörders führen, mit dem Ziel, die psychischen und sozialen Auslöser für sexualpathologische Tötungsdelikte zu identifizieren. Anhand des Fallbeispiels Frank Schmökel wird analysiert, wie sich traumatische Sozialisationserfahrungen, Bindungsstörungen und deviante Phantasien zu einem Täterprofil verbinden, das eine rationale Vorhersage und Prävention erschwert.
4.5 Psychische Verlaufsphasen zu sexualpathologischen Tötungsdelikten
„Gewaltdelikter und insbesondere Serientäter, die von sadistischen oder fetischistischen Tötungsphantasien angetrieben werden und schließlich sexualpathologisch affizierte Verbrechen begehen, durchlaufen regelmäßig einen spezifischen und gleichartigen Entwicklungs- und Handlungszyklus“ (Foerster 2013b, S. 5), der durch sieben charakteristische Phasen gekennzeichnet ist. Diese sieben Phasen werden hier in Anlehnung an Harbort (2012) und Foerster (2013b) näher erläutert.
1. Konditionierungsphase/Genese: Die späteren Täter wurden in ihrer frühen Kindheit (z.T. auch Jugend) mit einem spezifischen Schlüsselreiz konfrontiert, der den Anstoß für eine abnorme sexuelle und/oder aggressiv-sadistische Erlebnisrichtung gegeben hat und somit einen gravierenden Einschnitt in der Gesamtentwicklung der Person darstellt (vgl. Foerster 2013b, S. 5/Harbort 2012, S. 299). Es können sowohl emotional belebende, als auch seelisch belastende, traumatische Schlüsselreize gewesen sein, sodass die seelischen Konflikte des zukünftigen Täters gewaltkontaminierte Verhaltensweisen entstehen lassen können (vgl. Harbort 2012, S. 299f). Das Schlüsselerlebnis wird von einem zunächst als diffus wahrgenommenen Lustgefühl begleitet und stellt somit den Auslöser für eine stark dominierende Wahrnehmung psychosexueller Schlüsselreize dar.
2. Entwicklungsphase/Identifikation: In dieser Phase tauchen die Schlüsselreize in Form von Phantasien erneut im Bewusstsein auf. Sie verfestigen sich und bilden sich zu Gewaltphantasien aus, sodass sich die Betroffenen auf sexuell-sadistische und perverse Aktivitäten fixieren, die sich ausschließlich auf fremde Personen konzentrieren (vgl. Foerster 2013b, S. 5f). In einer Parallelwelt steigern sich die imaginierten Gewalttaten zu Hoch-Risiko-Phantasien, die während der Verlaufsphasen das Bewusstsein überlagern und zunehmend die Vorstellungswelt des späteren Täters beherrschen. Ihre Inhalte und Intensität steigern sich bis zum Endstadium, in dem unter anderem die Tötungshandlung vorkommen kann und stabilisieren kurzzeitig die labile Persönlichkeit des Betroffenen (vgl. Harbort 2012, S. 300).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Serienmordes ein und definiert das Ziel der Arbeit, die komplexen Motive und Auslöser für serielle Tötungsdelikte zu erforschen.
2. Phänomen Serienmord: Allgemeines und Definition: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Definitionen des Serienmordes und diskutiert die Herausforderungen bei der Abgrenzung von anderen Deliktsformen wie dem Massenmord.
3. Multifaktorielle Entwicklung zum Serienmörder: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Sozialisation, Bindungstheorien und Persönlichkeitsstörungen behandelt, die die Basis für die Entwicklung devianten Verhaltens bilden.
4. Serienmörder: Dieses Kapitel analysiert die psychischen Verlaufsphasen, Hoch-Risiko-Phantasien und die Bedeutung impliziter Theorien für die Tatplanung und -ausführung.
5. Fallbeispiel Frank Schmökel: Anhand einer detaillierten Biographie und Persönlichkeitsanalyse werden die theoretischen Erkenntnisse auf den konkreten Fall des Täters Frank Schmökel angewendet.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer frühzeitigen pädagogischen Deliktprävention.
Serienmord, Frank Schmökel, Sozialisation, Bindungsstörung, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Hoch-Risiko-Phantasien, Sexualpathologie, Gewaltprävention, Täterprofil, Kriminogene Dynamik, Identitätsentwicklung, Paraphilien, Sadismus, Psychische Verlaufsphasen, Delinquenz.
Die Arbeit analysiert die Entstehung und psychologischen Hintergründe von Serienmördern, wobei besonderes Augenmerk auf die Verbindung von Sozialisation, Persönlichkeitsstörungen und deviantem Verhalten gelegt wird.
Zentrale Themen sind die Bindungs- und Sozialisationstheorie, die Rolle der antisozialen Persönlichkeitsstörung sowie die psychische Dynamik, die zur Umwandlung von Phantasien in Tötungsdelikte führt.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die tatmotivierenden und tatablösenden Faktoren zu entwickeln, die einen Menschen zum Serienmörder werden lassen, exemplifiziert am Fall von Frank Schmökel.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf ein empirisches Fallbeispiel im Rahmen einer Einzelfallstudie.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Täterentwicklung, die Beschreibung von Phasenmodellen der Tatbegehung und die spezifische Fallanalyse von Frank Schmökel.
Wichtige Begriffe sind Serienmord, antisoziale Persönlichkeitsstörung, Bindungsstörungen, Hoch-Risiko-Phantasien und sexuelle Devianz.
Die Arbeit identifiziert eine unsicher-ambivalente bzw. desorientierte Bindungsentwicklung in der Kindheit als wesentliche Ursache für das spätere Unvermögen Schmökels, gesunde soziale Beziehungen aufzubauen.
Sie beschreibt einen schleichenden Prozess der Gewöhnung und der psychischen Notwendigkeit, immer extremere Handlungen zu vollziehen, um eine kurzzeitige Befriedigung oder ein Gefühl der Omnipotenz zu erlangen.
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